Über den Sommer hat die Staatsregierung einen Entwurf für ein geändertes Bayerisches Naturschutzgesetz behandelt. Darin haben wir nicht nur fachliche Fehler, sondern auch alarmierende Tendenzen gefunden. Wildes Bayern hat natürlich Stellung dazu bezogen.
Steinbock, Schneehase und Gämse werden im neuen Entwurf als „Arten mit erheblichem Waldbezug“ eingeordnet – das ist nur einer der wohl redaktionell begründeten Fehler, die wir im neuen Entwurf entdeckt und natürlich kritisiert haben. Viel schlimmer allerdings finden wir das Vorhaben, das Management der europarechtlich geschützten Natura2000-Gebiete auf die Forstbehörden zu übertragen!
Aus unserer Sicht macht die Regierung damit den Bock zum Gärtner. Schon jetzt ist es gängige Praxis, dass die Forstwirtschaft die FFH-Managementpläne nutzt, um manipulativ höhere Abschusszahlen aufgrund von vermeintlich naturschädlichem Verbiss durchzusetzen. Die Jagd soll auf diese Weise zu einem „Projekt“ werden, ohne das man den Schutz der FFH-Flächen nicht gewährleisten kann. Was leider alle interessiert außer dem Jagdverband, der bei den entsprechenden Runden Tischen in den vergangenen Jahren meist mit Abwesenheit geglänzt hat (zuletzt in Saulgrub).
Wenn man dann auch noch liest, dass das Naturschutzgesetz vorsehen soll, dass die Oberste Naturschutzbehörde das Monitoring von Wildtierarten beliebig auf die Fachministerien verteilen kann, bekommt man das mulmige Gefühl, der institutionelle Naturschutz solle als eigenes Fachgebiet wohl ganz abgeschafft werden. Denn was hat – aktuelles Beispiel – das Monitoring der immer noch EU-weit geschützten Art Wolf im Wirtschaftsministerium verloren? Wo sind hier die fachlichen Kompetenzen, wo die dafür angestellten Biologen? Für uns ist das nicht erkennbar – dann könnte doch auch gleich eine Landwirtschaftsverwaltung in Zukunft Wiesenbrüter oder Rebhühner überwachen, das Wasserwirtschaftsamt vielleicht Fischotter, Biber und bestimmte Fischarten, das Finanzministerium wiederum geschützte Fischarten und Weichtiere, die in Bayerns Seen leben, und so weiter. Wir finden aus vielen Gründen, dass das Artenmonitoring an einer zentralen, fachkompetenten Stelle verbleiben muss.
Zu den weiteren Punkten unserer fachlichen Kritik zählen die Veränderungen beim Walzverbot. Das soll künftig zwar etwas strenger werden, dafür aber nur noch in Wiesenbrütergebieten gelten. Auf 95 Prozent der bayerischen Grünlandfläche also nicht! Eine denkbar schlechte Nachricht für die Junghasen im Land. Wir halten diese Änderungen für einen weiteren Schritt zur Abwicklung des Naturschutzes in Bayern unter der aktuellen Regierung. Und dabei war Bayern mal Vorreiter: Das erste Umweltministerium wurde vor 56 Jahren in Bayern gegründet.
Unsere vollständige Stellungnahme zum Entwurf des geänderten Bayerischen Naturschutzgesetz finden Sie hier
Wichtiger Hinweis: Baumfällung ist Eingriff nach Naturschutzgesetz!
5. Modernisierungsgesetz: Eher mehr als weniger Aufwand!
Jetzt Petition für besseren Umgang mit Schalenwild in Thüringen unterzeichnen!
Jagdgesetz – Bayerns Abschied von der Fairness
Bayerischer Tierschutzpreis – bitte schlagen Sie uns vor!
München: Wildes Bayern stoppt Baumfällungen UPDATE
Das Wurmloch von Grünau oder: der Triumph des Trittbretts UPDATED
Erinnerung: Auerhuhn im Schwarzwald Vortrag 29.9.
Hirsche schützen heißt auch Wanderungen bewahren!
Politikerin Silvia Breher ist neue Tierschutzbeauftragte
UPDATE Modernisierung, vierter Streich: Weg mit lästigen Berichten!
Zugvögel in Gefahr? Turteltaubenjagd in Malta
UPDATE Saufang „Pig Brig“ – was der Einsatz wirklich bedeutet
Rotwild-Forum Werra-Fulda fordert Jagdbeginn nicht vor 1. Mai
UPDATE Mehr Nachtzieltechnik, weniger Waidgerechtigkeit
Biken im Karwendel – wir fordern Ruhe zur Brut- und zur Nachtzeit
Neue Jagdverordnung in Hessen: Forum fordert mehr Tierwohl
Biberabschuss im Oberallgäu: Nur auf rechtlicher Basis! UPDATE
Ferien- und Buchtipp: „Zoos in Bayern“
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen
Man muss hier wie bei vielen anderen politischen Plänen und Vorhaben an der fachlichen Qualifikation der Ersteller und Verantwortlichen bei Behörden usw. zweifeln. Entweder es mangelt an wirklich guten und fachlich versierten Personen oder aber man bereitet das Ganze oberflächlich, halbherzig und mit Lobbyisten vor. Aber auch das erleben wir ja gerade im politischen Alltag in weit höheren Ebenen.
Da passt dann auch der Ausspruch, der wohl dem Forst angelastet wird: Nur ein totes Reh ist ein gutes Reh !!! Kann jeder Zeit auch für andere Kreaturen herangezogen werden
Schade,, daß es soweit kommen musste