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Mittwoch, 10. April 2024

Scrollicon
Ein Mann (Rudi Suchant) steht mit Mikrofon vor dunklem Hintergrund
10. April 2024, 12:44    office@wildes-bayern.de

Dr. Rudi Suchant über professionelles Wildtiermanagement


Dr. Rudi Suchant hat 40 Jahre Berufserfahrung mit Wildtieren und ihrem Management. Anlässlich einer Tagung hat er jetzt nochmal unterstrichen, dass Wildtiermanagement deutlich mehr ist als Jagd, Abschuss und Abschussplanung. Außerdem hält er fest: Für Wildtiermanagement brauche ich nicht nur eine Schätzung, wie viele Wildtiere es ungefähr wo gibt, sondern – ganz wesentlich – Daten zu den Strukturen der Populationen, wie Geschlechter- und Altersaufbau, Zuwachsraten, natürliche Sterblichkeit, genetische Situation der Population etc. (s. Folie 5 in der anhängenden Präsentation). Ein besseres, artgerechtes Monitoring ist immer die Voraussetzung für gutes Wildtiermanagement!

Angesichts der Tatsache, dass alle unsere Wildtiere in einer massiv von uns veränderten Umwelt ihren Lebensraum finden müssen, sieht Suchant es als wesentlich an, dass das Management von Wildtieren und die Schadensminimierung mit praktischem Wissen und Fachkompetenz gemeistert werden. Deshalb hat man in Baden-Württemberg hauptberufliche so genannte Wildtierbeauftragte installiert – eine Funktion, die früher mal ein „Nebenjob“ war und im Zuge der Novelle zum Jagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) sukzessive zu einer staatlich finanzierten und koordinierten Position ausgebaut wurde. Es braucht in den Behörden auch fachliche Kompetenz, die nicht ein „Blinddarm“-Fortsatz des Forstamts ist, sondern eine herausfordernde Tätigkeit, die eine entsprechende Fachausbildung erfordert, z. B. Revierjäger mit Weiterbildung o. ä..

Das Land BaWü hat mit den regelmäßig veröffentlichten Wildtierberichten im Zuge des JWMG Neuland beschritten. Damit wurde ein Fundament gelegt, um zum Beispiel den Generalwildwegeplan weiterzuentwickeln oder wildökologische Landschaftstypen auszuweisen. Daraus resultiert auch die Empfehlung der Einrichtung einer Fachstelle für Wildunfallprävention, die mit Polizei, Jagdverbänden und Ministerien zusammenarbeitet, und anderes.

Seinen Vortrag schloss Dr. Rudi Suchant mit einer Vision, der wir uns gerne anschließen möchten: „Wildtierbeauftragte werden in jedem Landkreis die Netzwerkenden für ein umfassendes Wildtiermanagement, das den Grundsätzen der Landethik folgt.“

Die Folien der Präsentation findet Ihr hier

Bildquelle: V. Klimke




Martin Demandt schrieb:


Die Wildtierforscher müssten wissen, dass die Waldschäden durch Wild viel älter sind als die durch das Klimageschehen der letzten Jahre. Im 19. Jahrhundert waren die Forstleute diejenigen, die devastierte Landschaften wieder in Bestockung gebracht haben. Es ist billig, jetzt alles besser zu wissen. In welchen Notzeiten hat der Wald, auch besonders der Nadelwald, den Menschen genutzt! Aber teuer bezahlte „Wissenschaftler“ sollten zu einer besseren forstgeschichtlichen Einordnung fähig sein. Gruß. Martin Demandt

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