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Dienstag, 23. August 2022

Scrollicon
Fressen dem Feuer das Futter weg: Wildwiederkäuer
23. August 2022, 12:50    Webmaster

Fressen dem Feuer das Futter weg: Wildwiederkäuer


Große, lang andauernde Waldbrände sind ein ziemlich neues Phänomen bei uns in Deutschland. Und, wer hätt´s gedacht, dran schuld sind: Die Rehe. Jedenfalls wenn man der Tageszeitung Taz glaubt, die vor ein paar Wochen den Brandenburger Jägern glatt vorwarf, sich mit ihrem Boykott des wildtierfeindlichen Jagdgesetzes quasi vor dem Schießen drücken zu wollen. Und weil sie das tun, gibt es zu viele Rehe, und deshalb brennt jetzt der Wald. Logisch, oder?

Das genaue Gegenteil berichtet jetzt die Wildtier-Schutzorganisation European Wildlife. Große grasfressende Wildwiederkäuer können die billigste Variante sein, Flächenbrände zu verhindern, meint Miloslav Jirků vom Zentrum für Biologie der Wissenschaftsakademie der Tschechischen Republik. „Große Wildwiederkäuer minimieren das Risiko, weil sie auch Grassorten äsen, die Hochleistungs-Nutztiere zum Beispiel nicht verdauen können.“ Die Organisation setzt sich für die Wiedereinbürgerung von Bison, Wildpferden oder Auerochsen ein. Sie könnten die Brandgefahr verringern, speziell in Schutzgebieten wie Nationalparks und anderen Schutzgebieten, aber auch auf Truppenübungsplätzen, meinen die Biologen.

Wissenschaftliche Studien, so die Organisation, haben gezeigt, dass die Zahl von Flächenbränden stark angestiegen sei, nachdem wir Menschen die großen Wildwiederkäuer ausgerottet hatten. Jirků verweist auf die USA und Kanada, wo es althergebrachtes Wissen sei, dass man, um Brände zu verhindern, dem Feuer die Nahrung wegnehmen müsse. Also das Gras, das ausgedörrt brennen kann, vorher von Wildtieren verputzen lassen.

Auch die Pfade und Wege, die die großen Pflanzenfresser durch die Landschaft ziehen, könnten eine Barriere für Feuer darstellen, berichtet Jirků und seine Kollegen. Wildtiere seien kostengünstig und wirkten nachhaltig, ohne dass man Geld investieren müsse. Sie bräuchten keine Medikamente, sorgten für Artenvielfalt und unterstützten den Wasserrückhalt in der Landschaft. Dem können wir vom Wilden Bayern uns nur anschließen.

Bislang sind laut „wildlife.org“ in der Europäischen Union in diesem Jahr 700.000 Hektar Wald verbrannt.

Hier gehts zur Originalmeldung in englischer Sprache

Bildquelle: (c)Naturfotografie Hofmann - Wisentkuh




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