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Freitag, 03. April 2020

03. April 2020, 09:36    Christine Miller

Lebensgefahr für Kitz – Gemäht wird auch in der Corona-Krise


Die aktuelle Corona-Krise beherrscht unseren Alltag. Alles und jeder ist betroffen und trotzdem versucht jeder irgendwie bestmöglichst weiterzumachen. Auch die Landwirtschaft gehört zu den Branchen, die häufig in den Medien ist, weil ihnen die Erntehelfer fehler, was aber leider völlig in die Vergessenheit geraten scheint: Gemäht wird trotzdem und das bedeutet wieder Lebensgefahr für die Rehkitze!

Kitzrettung in Zeiten der Corona-Krise
Eigentlich stehen ab Mitte April die Kitzretter „Gewehr bei Fuß“, um der Landwirtschaft bei der Jungwildrettung zur Seite zu stehen, auch wenn trotzdem leider immer noch viel zu viele Kitz einen qualvollen Tod sterben. In der aktuellen Zeit der Coron-Krise ist eine Gruppenhilfe aber leider nicht möglich und die Helfer und viele Landwirte versuchen sich anders zu organisieren. Die Kitzrettung-Hilfe hat nach bestem Wissen und Gewissen und nach aktuellem Stand bundesweiter Vorgaben Vorschläge für die Mähsaison in der Corona-Krise zusammengestellt. Bitte beachten Sie dabei jeweils abweichende Länder-Regelungen!

Landwirte
Treffen Sie alle Ihnen mögliche Vorbeugungsmaßnahmen. Bitte denken Sie aber daran, dass alleine durch die Wiese gehen in den meisten Fällen nicht ausreicht. Sprechen Sie sich gut mit Helfern in Ihrer Umgebung ab:

  • die Anzahl an Helfern muss nötige Sicherheitsabstände zueinander zulassen
  • Treffen Sie alle Maßnahmen auch zum eigenen Schutz
  • Sprechen Sie Maßnahmen mit Hilfe anderer Menschen bitte auch rechtzeitig mit Ihren zuständigen Behörden ab. Diese sind derzeit stark belastet
  • Buchen Sie nach Möglichkeit Drohnenpiloten. Jungwildrettung mit der Drohne ermöglicht einen geringen personellen Einsatz mit der Möglichkeit, die nötige Distanz zueinander zu wahren
  • Bitten halten Sie dennoch unbedingt Rücksprache bei Ihren zuständigen (Polizei)Behörden

Jäger

Ihnen stehen derzeit aufgrund des Kontaktverbots nicht so viele helfende Hände zur Verfügung wie sonst. Wir bitten daher um erhöhtes Engagement bei der Rettung von Jungwild. Sprechen auch Sie sich gut mit Helfern in Ihrer Umgebung ab:

  • die Anzahl an Helfern muss nötige Sicherheitsabstände zueinander zulassen. – Treffen Sie alle Maßnahmen auch zum eigenen Schutz
  • Sprechen Sie Maßnahmen mit Hilfe anderer Menschen bitte auch rechtzeitig mit Ihren zuständigen Behörden ab. Diese sind derzeit stark belastet
  • Buchen Sie nach Möglichkeit Drohnenpiloten. Jungwildrettung mit der Drohne ermöglicht einen geringen personellen Einsatz mit der Möglichkeit, die nötige Distanz zueinander zu wahren
  • Bitten halten Sie dennoch unbedingt Rücksprache bei Ihren zuständigen (Polizei)Behörden

Helfer

Treten Sie bitte mit allen verfügbaren technischen Mitteln (auch Telefon) mit Landwirten/Jägern in Ihrer Umgebung in Kontakt und sprechen sich gut ab, wie uns wo Sie unter strikter Einhaltung des Kontaktverbots helfen können. Achten Sie dabei auf Ihren eigenen Schutz und akzeptieren Sie Absagen, falls genügend Helfer vorhanden sind. Wie immer gilt auch jetzt: bitte keine Alleingänge!

Drohnenpiloten

Stellen Sie sich bitte aufgrund des derzeitigen Kontaktverbots auf vermehrte Anfragen ein als ohnehin schon. Kitzrettung per Drohne ist während der Krise offensichtlich eine der am besten und gefahrlosesten durchzuführende Maßnahme. Bitte stellen aber auch Sie sicher, dass behördliche Vorgaben eingehalten werden und sprechen Sie sich mit ihnen unbedingt ab.

Behörden

Da wir uns in einer Ausnahmesituation befinden, sehen wir uns auch alle vor besonderen Herausforderungen, auf die wir täglich flexibel reagieren müssen. Herkömmliche Maßnahmen zur Jungwildrettung, auf die sich viele Landwirte, Jäger, Organisationen und Einzelpersonen in den vergangenen Jahren eingespielt haben, funktionieren dieses Jahr nicht. Sie basieren auf der Arbeit großer Gruppen und vieler Helfer an einem Ort. Deshalb unser Appell an die Behörden, Anfragen für Drohnenflüge zum Zweck der Kitzrettung, die vermehrt auch aus der Not heraus anstehen könnten, nach Möglichkeit flexibel und schnell zu reagieren. Wo immer auch kleinste Ausnahmen möglich sind, bitten wir Sie, diese zuzulassen.

Es ist in niemandes Sinne, Brutvögel zu stören, geschweige denn seltene Arten in Gefahr zu bringen. Mit einem einmaligen Flug von 20-40 Minuten über einer Wiese sollen Leben am Boden gerettet werden. Noch spricht seitens unserer Regierung nichts gegen Rettungsmaßnahmen, bei denen der Abstand zwischen Landwirt, Pilot und ein bis zwei Helfern unter Beachtung des Kontaktverbots eingehalten werden kann.

Wir tun unser bestes, um auch in dieser verwirrend schwierigen Zeit die kleinen Leben in den Wiesen zu retten, während wir uns selbst und unsere Mitmenschen vor dem Virus schützen. Bitte helfen Sie uns dabei.

Nähere Informationen auf kitzrettung-hilfe.de

Quelle: kitzrettung-hilfe.de

Bild: (c) pirvat – gut verstecktes Kitz im Gras

Bildquelle: (c)Manfred Wysocki - Verletztes Kitz, (c)privat_Drohnenpiloten im Einsatz zur Kitzrettung, (c)privat_Drohnenpiloten im Einsatz zur Kitzrettung_2, cprivat-Verstecktes-Kitz-im-Gras.jpg




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