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Mittwoch, 26. Mai 2021

26. Mai 2021, 09:44    Webmaster

Vermurkster FFH-Plan für den Belchen


„Herr, lass Hirn regnen!“ Das ging mir durch den Kopf als ich den frischen Managementplan für das FFH-Gebiet am Belchen durchblätterte. Die Flora und Fauna des schützenswerten Gebietes im Süd-Schwarzwald verdient besondere Pflege. Wie in den Alpen, ist auch dieses Gebiet durch menschliche Aktivitäten geprägt und weist dadurch eine hohe Vielfalt auf. Vor allem die Allmend-Gebiete und Silikatfluren gleichen unseren Almen. Also schlägt der Bearbeiter des Management-Plans folgerichtig vor, dass eine extensive Beweidung mit Rindern und Ziegen durchzuführen sei. Auch die Beseitigung des Gehölzaufwuchses auf den Freiflächen, den Silikatkuppen, und die anschließende Beweidung mit Ziegen gehört ins vorgeschlagene Programm.

(c)Beitrag_Belchem_Pionierrasen auf Silikatfelskuppen

Doch was wird als „dringliche“ Maßnahme sofort gefordert? Man ahnt es, weil wir gesehen haben, was passiert, wenn sich Inkompetenz und Ideologie innig umarmen:

Eine intensive Bejagung mit dem Ziel einer deutlichen Reduzierung der Gamswild-Population wird der Verarmung der Boden- und Felsvegetation in den stark durch Verbiss und Tritt belasteten Lebensraumtypen [6432] subalpine bis alpine Hochstaudenflur [8150] Silikatschutthalden, [8220] Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation und [8230] Pionierrasen auf Silikatfelskuppen entgegensteuern.

Die Intensivierung der Jagd wird darüber hinaus dem Mangel an Naturverjüngung und der Entmischung selbiger in den durch Wildverbiss beeinträchtigten Teilflächen der [9140] Subalpinen Buchenwälder, [*9180] Schlucht- und Hangmischwälder sowie [9410] Bodensauren Nadelwälder entgegenwirken.

Die Maßnahmenfläche ist auf die am stärksten durch Verbiss beeinträchtigten Bereiche beschränkt. Eine Intensivierung der Bejagung kann darüber hinaus auch in weiteren, derzeit nicht stark durch Verbiss beeinträchtigten Waldlebensraumtypflächen und [8220] Silikatschutthalden nötig werden bzw. jetzt schon zur Verbesserung der Bodenvegetation und Verjüngungssituation umgesetzt werden.“

 

Vor allen der Gamsverbiss an der Flockenblume und das Abäsen der Bodenvegetation setzen also dem Belchen zu!

Der Leserbriefschreiber in der Badischen Zeitung setzt diese absurden Einschätzungen ins richtige Licht

Zu dem Leserbrief und dem Beitrag in der Badischen Zeitung kommt Ihr über diesen Link…

 

 

Bildquelle: (c)Beitrag_Belchem_Pionierrasen auf Silikatfelskuppen




Christine Miller schrieb:


Gerade habe ich mit dem Verfasser des FFH Plans gesprochen und mir fiel es wie Schuppen von den Augen: Der große Unterschied in der Wirkung von Rindern und Ziegen auf die Vegetation ist im Vergleich zu Gämsen der, dass – bitte festhalten, es kommt keine Satire! – die Rinder und Ziegen die Pflanzen mit der Zunge umfassen und dann ausreissen. Die Gämsen aber beissen sie mit den Schneidezähnen ab! (Ein Hinweis für Nicht-Biologen, Nicht-Landwirte und Nicht-Jäger: Rinder, Ziegen, Rehe, Gämsen und Rotwild haben alles keine Schneidezähne im Oberkiefer!) Kann der Autor Pferde nicht von Gämsen unterscheiden? Ja, gibt es denn keine fachliche Qualitätskontrolle bei der Auswahl von FFH-Plan Autoren? Das sind schließlich Steuermittel mit denen dieses Papier bezahlt wurde.

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