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Freitag, 13. August 2021

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Rebhühner lieben die Vielfalt – Pressemeldung der Deutschen Wildtier Stiftung
13. August 2021, 08:43    Webmaster

Rebhühner lieben die Vielfalt – Pressemeldung der Deutschen Wildtier Stiftung


Das Rebhühner die Vielfalt lieben ist hinreichend bekannt. Strukturreiche Blühflächen sind Nahrungs- und Überlebensraum für Rebhuhn & Co. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat dazu ein neues Erklärvideo über das Prinzip der strukturreichen Blühflächen produziert.

Blühflächen, Hecken und Feldgehölze, breite Säume und Altgrasstreifen und eine Vielzahl landwirtschaftlicher Kulturen von A wie Ackerbohnen bis Z wie Zuckerrüben: Wenn sich Rebhühner eine Landschaft malen könnten, dann wäre sie ein buntes Potpourri aus Farben und Strukturen. Denn Rebhühner brauchen in ihrem Lebensraum möglichst viele Grenzlinien wie zum Beispiel den Übergang zwischen einem Getreide- und einem Rübenfeld oder den breiten Grasstreifen entlang eines Feldweges. Doch wenn Anfang August die Getreidefelder geerntet werden, wird es kahl in der Feldflur.

Hecken und breite Wegsäume mussten vielerorts produktiven Ackerflächen weichen, und so können sich die tierischen Feldbewohner bald nur noch in Mais- oder Zuckerrübenfeldern verstecken. Was aber zum Schutz vor Feinden gerade noch gut genug ist, bietet vor allem den Rebhuhnküken keinerlei Nahrung mehr. „Bis in den Spätsommer ernähren sich Jungvögel von Spinnen, Weichtieren, Würmern und vor allem Ameisenlarven“, sagt Dr. Andreas Kinser, stellvertretender Leiter Natur- und Artenschutz bei der Deutschen Wildtier Stiftung. Die Nester der Ameisen und viele andere Nahrungsquellen sind meist auf lichten Bodenstellen und an Feldrändern zu finden, die in der ausgeräumten Agrarlandschaft selten geworden sind.

Um für die bei uns vom Aussterben bedrohten Rebhühner auf kleiner Fläche einen Miniatur-Lebensraum mit allen notwendigen Lebensraumelementen zu schaffen, haben Wissenschaftler der Abteilung Naturschutzbiologie an der Universität Göttingen das Prinzip der strukturreichen Blühflächen entwickelt. „Durch strukturreiche Blühflächen entstehen nah beieinanderliegend sowohl geeignete Versteckmöglichkeiten als auch Nahrungsflächen“, sagt Lisa Dumpe von der Universität Göttingen, Projektkoordinatorin des deutschen Projektteils im EU-weiten Rebhuhn-Rettungsprojekt PARTRIDGE (siehe Infobox unten).

Für eine strukturreiche Blühfläche wird im ersten Jahr die ganze Fläche mit einer Blühmischung bestellt. In den Folgejahren wird jeweils nur eine Hälfte neu eingesät. Dadurch bieten strukturreiche Blühflächen sowohl dichte Vegetation im überjährigen Bestand als auch offenen Boden bzw. lichten Bewuchs auf der neu eingesäten Hälfte. Gemeinsam haben die Deutsche Wildtier Stiftung und die Universität Göttingen nun ein Erklärvideo über das Prinzip der strukturreichen Blühflächen veröffentlicht (www.strukturreiche-bluehflaechen.de).

Damit durch strukturreiche Blühflächen möglichst viele Landschaften wieder zu Rebhuhn-Lebensräumen werden, müssen die Landwirte, die solche Maßnahmen zum Wohle der Artenvielfalt umsetzen, durch die agrarpolitischen Förderinstrumente honoriert werden. Wenn durch Blühflächen und andere naturnahe Landschaftselemente mindestens sieben Prozent der Feldflur wieder zum Wildtier-Lebensraum werden, kann sich die angeschlagene Artenvielfalt erholen. „Den entscheidenden Einfluss auf die Ausgestaltung dieser Naturschutz-Maßnahmen haben dabei die Politiker,“ sagt Andreas Kinser. Seine Bitte: „Verschicken Sie den Link zu unserem Erklärvideo über „Strukturreiche Blühflächen“ an ihre Landtagsabgeordnete, damit diese wertvolle Maßnahme zukünftig in allen Bundesländern gefördert wird.“

 




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