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Donnerstag, 17. November 2022

17. November 2022, 05:06    Webmaster

Rettung für das Rotwild: LJV Schleswig-Holstein veröffentlicht Management- und Wegeplan


Vom Meeresstrand zum Alpenrand – Rotwild hat in Deutschland mächtige Probleme. Während wir in Bayern mit „Hirschkuh Hanna“ auf die Probleme unserer größten Wildart hinweisen, unterstützen auch die Kollegen in Schleswig-Holstein mit einer entsprechenden Kampagne die Vernetzung ihrer Rotwildbestände.

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Hier der Aufruf des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein:

Autobahnen, Siedlungen und Bahnlinien sind für Wildtiere unüberwindbare Hindernisse. Die Folgen für das heimische Rotwild sind Inzucht und Missbildungen. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V. (LJV) veröffentlicht erstmals einen Rotwildmanagement- und Rotwildwegeplan (RMP). Der Verband fordert mehr Grünbrücken sowie die Sicherung und Wiedervernetzung von Lebensräumen.

Der Rothirsch ist die größte freilebende heimische Wildart. Er wird auch als König des Waldes bezeichnet, obwohl das Rotwild ursprünglich ein Bewohner der halboffenen Landschaften ist. Die Wildart wurde nach und nach durch den Menschen verdrängt und dadurch zum Waldbewohner degradiert. Nun wird auch dort der Platz eng. Durch die Zerschneidung der Landschaft und den intensiven Flächenverbrauch wird der Lebensraum des Rotwilds zunehmend kleiner. Die Folgen des menschengemachten Problems sind dramatisch.

Die Zerschneidung der Landschaft führt zur Verinselung der Teilpopulationen und Inzucht. Die Rotwild-Populationen können sich nicht mehr genetisch austauschen. „Das Rotwild ist in seinem Bestand gefährdet und wir fordern von der Politik schnelles und entschlossenes Handeln. Die Jägerschaft steht als Ansprechpartner jederzeit zur Verfügung“, betont der Präsident des Landesjagdverbandes, Wolfgang Heins.

Äußeres Anzeichen der genetischen Verarmung und Inzucht des Rotwildes sind massive Missbildungen bei den Wildtieren. Dabei ist das Rotwild nur stellvertretend für viele andere Tier- und Pflanzenarten zu nennen, deren Verbreitung durch den menschlichen Einfluss ebenso eingeschränkt wird. In dem nun veröffentlichten RMP lokalisiert der LJV die Probleme so deutlich, wie es noch nie zuvor getan wurde. Gleichzeitig zeigt der Managementplan verschiedene Lösungsansätze auf und benennt weitere Problemfelder.
Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, werden in dem RMP auch die benachbarten Länder wie bspw. Dänemark miteinbezogen. „Nur durch gemeinsames und länderübergreifendes Management werden wir es schaffen, dass auch noch unsere Enkelkinder das Rotwild in Schleswig-Holstein bestaunen dürfen“, ergänzt Heins. Dabei gibt es eine Vielzahl an Chancen und innovativen Konzepten, um die letzten Wanderwege zu erhalten und eine Wiedervernetzung der Lebensräume herstellen zu können. Diese werden nun erstmals zusammengefasst und veröffentlicht. Das Ziel: Eine Rothirsch-Wanderachse von Dänemark bis Mecklenburg-Vorpommern.

Rotwild in Schleswig-Holstein Managementplan 2022-2025…

Der Rotwildwegeplan mit den Wanderachsen für das Rotwild durch Schleswig-Holstein. (LJV SH)

(c)Rotwildmanagementplan 2022-2025 – Rotwildwegeplan

Die Grünbrücke bei Brokenlande über die A7. Ein wichtiger Bestandteil der Wanderachsen, der aber durch weitere Planungen und Baumaßnahmen in seiner Funktion bedroht ist. (Foto: Frank Zabel)

(c)Frank Zabel – Grünbrücke Brokenlan

 

Der Rothirsch ist die größte freilebende heimische Wildart. (Foto: Michael Migos)

(c)M.Migos – Rotwild

Rothirsche sind Bewohner der halboffenen Landschaften (Foto: Michael Migos)

(c)M.Migos – Rotwild

Ein stark verkürzter Unterkiefer als Zeichen von Inzucht und genetischer Verarmung (Foto: Gernot Maaß)

(c)Gernot Maaß – Verkürzter Unterkiefer

 

Bildquelle: (c)Dieter Streitmaier - Hirsch, (c)Rotwildmanagementplan 2022-2025 - Rotwildwegeplan, (c)Frank Zabel - Grünbrücke Brokenlan, (c)M.Migos - Rotwild, (c)Gernot Maaß - Verkürzter Unterkiefer




„Kalle“Tadsen schrieb:


Liebe Freunde vom Wilden Bayern, es erfüllt mich mit Stolz das Ihr auf unsere Arbeit, die ich auch mit begleitet habe aufmerksam macht. Zeugt es doch von einem Schulterschluss zu Gunsten unseres Schalenwilds von Nord nach Süd. Noch sind wir hier „Rotwildfreie Zone“ nach Landesverordnung, doch der Zustrom von RW aus Dänemark wird diesen Umstand hoffentlich bald ändern. Wir sind überzeugt das Hochwild Hegegemeinschaften hier bald aktiv tätig werden. Andernfalls sehen wir echt schwarz für unser Wild. Herzliche Grüße von der Nordseeküste zum Alpenrand. Euer Mitglied Kalle

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