Die Gemeinde Münstertal in Baden-Württemberg will Zäune gegen Wölfe verbieten. Das meldete letzte Woche die ARD. Warum ist das so? Weideschutzzäune seien teuer, störten das Landschaftsbild, versperrten Wege und beeinträchtigten die Jagd , heißt es in dem Beitrag. Wir fügen hinzu: Diese Zäune haben eine gravierende Zerschneidungswirkung in der Landschaft für Wildtiere von der Kröte über den Igel bis zum Reh. Die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass Zäune sehr schnell zu Todesfallen werden – zumal, wenn sie unter hohem Strom stehen.
Im Beitrag kam auch der Biologe und Naturschützer Peter Herold von der „Gesellschaft zum Schutz der Wölfe“ zu Wort. Die Zäune würden nicht den Wildwechsel beeinträchtigen und somit auch nicht die Jagd, sagte er laut ARD. Neben Wölfen würden lediglich Wildschweine von dem Zaun aufgehalten werden, so seine Meinung.
Wildes Bayern ist daraufhin mit Herrn Herold in Kontakt getreten und hat sich seine wissenschaftlichen Grundlagen erläutern lassen – die uns einerseits schon bekannt waren, andererseits teils unvollständig und teils nicht wissenschaftlichen Standards genügend sind. Aus unserer Sicht muss man sagen, dass es wohl bisher keine wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt, die belegten, dass Herdenschutzzäune – immer in Abhängigkeit von Lage, Art und Ausmaß – keine einschränkende und negativen Auswirkungen auf Lebensräume von Wildtieren und ggf. auch auf einzelne Individuen, haben.
Hier für unsere Mitglieder zur Info unser letztes Schreiben an Herrn Dr. Herold:
„Sehr geehrter Herr Dr. Herold,
Den vollständigen Beitrag der ARD über das Zaunverbot der Gemeinde Münstertal findet Ihr hier
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Da ist sie wieder: Die verlogene Doppelmoral! Weder das Land Baden Württemberg, noch die Gemeinde Münstertal hat sich jemals über die Tausende von Kilometer langen, für Wildtiere unüberwindbaren, ASP-Schutzzäune, die die Landschaft zerschneiden und woran bereits unzählige Wildtiere zu Tode kamen, aufgeregt. Im Unteren Odertal in Brandenburg ersaufen schon seit vielen Jahren Rehe und andere Wildtiere qualvoll, aber kein Jäger und keine Gemeinde und kein Politiker oder gar ein Bauer, regen sich darüber auf. Denn klar: Solange es um den Profit der Bauern geht, ist es wurscht, wenn an solchen Zäunen Tausende von Wildtieren elendig zugrunde gehen. Nur, weil die Bauern zu faul sind, ihre Tiere wolfssicher einzuzäunen, wurde offensichtlich in der Märchenkiste gegraben, und, um sich vor zusätzlicher Arbeit zu drücken, die plötzliche Sorge um das Wohlergehen der Wildtiere herausgezaubert. Gänzlich grotesk wird das Ganze dann noch dadurch, dass die Bauern es selbst sind, die mit kilometerlangen, stromführenden Weidezäunen, u.a. für Schafe, dem Wild den Lebensraum nehmen und nicht nur dem. Auch Igel verenden haufenweise qualvoll in den mit Strom bestückten Maschenzäunen der Schafhalter. Viele Rehe kommen in achtlos liegen gelassenen, oder herunterhängen Zäunen zu Tode. Viele verenden auf der Flucht vor wildernden Hunden oder vor dem Jäger in den von den Bauern aufgestellten Zäunen. Also verschont uns mit diesem Schmarrn, dass Wolfsschutzzäune wegen der Verletzungsgefahr für die Wildtiere oder Lebensraumzerstörung abzulehnen sind. Fangt stattdessen besser endlich mal bei der Politik und den Bauern an und fordert nicht nur den Abbau der ASP-Schutzzäune, sondern auch, dass sie endlich die gesetzlich vorgeschriebenen Wildschutzmaßnahmen vor der Mahd treffen. Denn dadurch kommen jedes Jahr um ein vielfaches mehr Wildtiere qualvoll zu Tode als durch jeden der wenigen Wolfsschutzzäune. Ja, gehts noch?!