Blogpost
Samstag, 20. März 2021

20. März 2021, 14:42    Webmaster

Sind Schonzeitabschüsse schuld an Luisas Tod?


Den Tierschützern im Tierheim Garmisch war schnell klar: das stark geschwächte Steinadler-Weib, das im März in der Nähe von Unterammergau gefunden wurde, litt unter einer massiven Bleivergiftung. Obwohl der große Vogel sofort fachkundig und intensiv versorgt und gepflegt wurde, starb Luisa, wie sie bald genannt wurde, innerhalb weniger Tage.

Wie konnte es soweit kommen? Weitere Laboranalysen in nächster Zeit werden noch genauere Hinweise auf die Art der Bleimunition liefern. Doch wäre das Leiden und Sterben von Luisa vermutlich nicht notwendig geworden, wenn wir wie Tier- und Naturschützer, Ökologen und Wissenschaftler, Wildbiologen und Jäger seit langem fordern, spätestens Mitte Dezember mit der Jagd aufhören würden.

Doch vor allem Forstlobbyisten und Forstverwaltungen wollen davon nichts hören. Ja selbst die verlängerte Jagdzeit bis Ende Januar genügt diesen Gruppen nicht. Im bayerischen Alpenraum werden dazu noch üppig Schonzeitaufhebungsgebiete ausgewiesen. Auf diesen Flächen, vom Nationalpark Berchtesgaden im Osten über die Forstbetriebe Oberbayerns bis in das Allgäu wird auch im Februar und März ausgiebig geschossen. Meist fallen Gämsen den Schützen zum Opfer.

Diese Schonzeitaufhebungsgebiete liegen alle in Jagdgebieten von Steinadlern und sie dezimieren genau die Wildart auf die Steinadler in diesen Monaten besonders angewiesen sind: Gämsen. Normalerweise hätte Luisa vermutlich das eine oder andere Gamskitz geschlagen oder eine abgestürzte oder verendete Gams genutzt. Sie wäre dann wohl gesund geblieben. Doch offensichtlich hat sie nur noch die Reste von Wildtieren gefunden, die vermutlich im Februar – also in der gesetzlichen Schonzeit – geschossen worden sind. Ohne die ökologisch unsinnige und tier- und naturschutzfachliche fragwürdige Schonzeit-Aufhebung in den winterlichen Gams-Lebensräumen hätte Luisa auch keine Möglichkeit gehabt giftige Munitionsreste aufzunehmen.

Neben den üblichen Forderungen bleihaltige Munition durch sichere und unbedenkliche Munition zu ersetzen, wäre es doch schneller und sinnvoller, die Jagd im Steinadlergebiet keinesfalls über Mitte Dezember hinaus auszuüben!

 

Weitere Berichte dazu findet Ihr unter den folgenden Links:

 

Bildquelle: (c)Tierheim Garmisch - Steinadlerweib Luisa




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.









Aktuelle Informationen



Rehe im Liebesrausch - Autofahrer aufgepasst! Erst kürzlich haben wir eine Pressemitteilung vom Bayerischen Jagdverband veröffentlicht mit dem Titel "Liebe macht blind - Ein Beitrag vom…

Mittwoch, 04. August 2021
Jetzt lesen
Update - Petition erfolgreich! - Unsere Mufflons dürfen leben" Ein knappes halbes Jahr ist es her, dass wir die nachfolgende Petition von Sabine Weber, Mona Schreiber und Rainer Kötter…

Dienstag, 03. August 2021
Jetzt lesen
Mini-Ranger aufgepasst - Wildschutzkampagne in Miesbach Das Landratsamt Miesbach lädt die Kinder und Erwachsene für die Sommerferien zu einer ganz besonderen Aktion ein. Unter der Regie…

Sonntag, 01. August 2021
Jetzt lesen

Mitglied werden