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Freitag, 16. Januar 2026

Scrollicon
Blick in ein ausgedörrtes Maisfeld
16. Januar 2026, 09:23    office@wildes-bayern.de

UFZ warnt: Umweltthemen nicht verdrängen!


Am 14. Januar hat das Weltwirtschaftsforum den sogenannten „Global Risks Report“ veröffentlicht. Er analysiert globale Risiken, um Entscheidungsträgern dabei zu helfen, aktuelle Krisen und längerfristige Prioritäten gegeneinander abzuwägen. Der Bericht zeigt, dass „Extremwetter“, „Artensterben“ und „kritische Veränderungen der Erdsysteme“ langfristig über die nächsten zehn Jahre als größte Gefahren für die Welt angesehen werden.

Doch im Ranking für die nächsten zwei Jahre sind genau diese Umweltgefahren nach hinten gerutscht. Verdrängt wurden sie, wenig überraschend ,von geopolitischen, aber auch wirtschaftlichen Risiken wie „Inflation“ oder „Rezession“. Prof. Katrin Böhning-Gaese, Wissenschaftliche Geschäftsführerin des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und Professorin für Biodiversität im Anthropozän an der Universität Leipzig sowie Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften, Leopoldina, warnt in einem Pressestatement, dass das zu kurz gedacht ist: Die Umwelt nicht zu beachten, erhöhe vielleicht jetzt die Gewinne, langfristig steige jedoch das unternehmerische Risiko.

Vor einem blauen Hintergrund steht eine lächelnde Frau mit kürzeren blonden Haaren und einer Brille in dunklem Jackett

Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese

Böhning-Gaese sieht die Gefahr, dass Deutschland in einen „First-things-first“-Modus vefallen könnte und das eine (die Wirtschaft) als Pflicht, das andere (die Umwelt) als Kür betrachten könnte. Nach dem Motto: Läuft die Wirtschaft erst wieder, dann kümmern wir uns um die Umwelt.

Hier ein kurzer Auszug:

„Die Wirtschaft ist kein eigener, abgeschlossener Bereich, arbeitet nicht auf einem eigenen Planeten. Vielmehr ist gerade sie auf eine gesunde Umwelt angewiesen, auf funktionierende Ökosysteme, sauberes Wasser, reichhaltige Böden, tolerierbares Klima. Das ist leicht zu übersehen, denn die derzeitigen Umweltveränderungen geschehen überwiegend schleichend. Besonders die biologische Vielfalt verschwindet eher im Stillen, fast unmerklich für uns Menschen – ob bei Pflanzen oder Vögeln, Säugetieren oder Insekten. Die Folgen des Klimawandels nehmen wir zwar mittlerweile stärker wahr – die Waldbrände in Sachsen und Brandenburg, die Überflutungen in Texas, die höheren Temperaturen in Skandinavien. Aber schon ein paar verregnete Sommerwochen drängen das Problem wieder in den Hintergrund.

Die 11 Jahre von 2015 bis 2025 waren nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie die 11 wärmsten in der Geschichte der Wetteraufzeichnungen. Damit lässt sich das Klima-Ziel von Paris, nicht mehr als 1,5 Grad Erwärmung im weltweiten Durchschnitt zuzulassen, aller Voraussicht nach nicht mehr erreichen. Das bedeutet: Ob wir uns damit beschäftigen mögen oder nicht – der Verlust an Biodiversität und der Klimawandel schreiten ungebrochen voran.“

Das vollständige Statement können Sie hier nachlesen.

Bildquelle: ©André Künzelmann UFZ, Sebastian Wiedling/UFZ




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