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Dienstag, 27. April 2021

27. April 2021, 13:10    Webmaster

Deutsche Wildtier Stiftung sucht: „Wiesenweihe. Belohnung: Artenvielfalt“


Die Wiesenweihe ist leicht zu erkennen. Sie gaukelt leicht im Flug, hat schwarze Flügelspitzen und hat eine Vorliebe für Mäuse. Mit nur wenigen Flügelschlägen gleitet sie über Felder und Wiesen auf der Suche nach einem Leckerbissen. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat ein neues Projekt gestartet in dem es darum geht zu ermitteln, wie viele Exemplare der Wiesenweihe noch in Mecklenburg-Vorpommern brüten. Dazu ist die folgende Pressemitteilung erschienen:

(c)Volker Guenther

Originalpressemitteilung der Deutschen Wildtier Stiftung:

Gesucht: Wiesenweihe. Belohnung: Artenvielfalt

Ihre besonderen Kennzeichen sind ihr gaukelnder Flug und ihre schwarzen Flügelspitzen – und sie ist eine Weltenbummlerin: die Wiesenweihe. Wenn sie in diesen Tagen Ende April aus Afrika wiederkommt, stehen vor allem Mäuse auf ihrem Speiseplan. Schauen Sie genau hin: Im Tiefflug, mit V-förmig gehaltenen Flügeln und nur wenigen Flügelschlägen gaukelt dieser Greifvogel über Felder und Wiesen und unterscheidet sich so von Bussarden oder Falken. Um zu ermitteln, wie viele Exemplare der Wiesenweihe noch in Mecklenburg-Vorpommern brüten, startet die Deutsche Wildtier Stiftung jetzt ein neues Projekt. Gesucht: Wiesenweihe. Belohnung: Artenvielfalt. 

„Niemand weiß, ob in Mecklenburg-Vorpommern noch wie zu Beginn der 2000er-Jahre etwa 30 bis 40 Wiesenweihen-Paare brüten – oder nur noch wenig mehr als zehn“, sagt Dr. Andreas Kinser, stellvertretender Leiter Natur- und Artenschutz bei der Deutschen Wildtier Stiftung. Einst auf Brachen und feuchten Wiesen zu Hause, die nach und nach als Lebensraum verschwinden und die immer früher im Jahr gemäht werden, baut der Bodenbrüter sein Nest heute häufig in Wintergerste- oder Weizenfeldern. Doch der Umzug ins Kornfeld bringt die Wiesenweihen auch in eine tödliche Gefahr: Da die Nestlinge nicht vor Juli flügge sind, werden viele Nester samt Nachwuchs während einer frühen Getreideernte zerstört. Gleichzeitig ist der Druck durch Beutegreifer deutlich gestiegen, da Fuchs & Co. in unserer Kulturlandschaft einen gedeckten Tisch vorfinden, nur wenig bejagt werden und die Tollwut als regulierender Faktor ausgeschaltet wurde. „Für die Wiesenweihe ist es in unserer Kulturlandschaft sehr schwer geworden, sichere Nist- und Aufzuchtplätze für ihre Küken zu finden“, betont Kinser. Dabei kann helfen so einfach sein: Wenn der genaue Brutplatz in einem Getreidefeld bekannt ist, können die Jungvögel durch einen Zaun vor ihren Fressfeinden vor der Nestzerstörung geschützt werden. Die kooperierenden Landwirte werden für Ihren Aufwand und den kleinflächigen Ernteverzicht entschädigt. In vielen Bundesländern konnte der Bestand der Wiesenweihe dadurch wieder anwachsen.

Die Deutsche Wildtier Stiftung möchte gemeinsam mit Landwirten, ehrenamtlichen Vogelkundlern und Regionalkoordinatoren in den verschiedenen Landesteilen Mecklenburg-Vorpommerns Wiesenweihen suchen, schützen und ihren Bruterfolg erhöhen. Dabei ist sie auf die Hilfe aller Menschen angewiesen, die eine Wiesenweihe beobachtet haben. Kinser: „Die Beobachtungen werden von uns an die Regionalkoordinatoren weitergegeben, die diese sammeln und vor Ort überprüfen.“ Den Landwirten, auf deren Felder die Wiesenweihen-Bruten festgestellt wurden, helfen die Regionalkoordinatoren bei der Beantragung von Entschädigungszahlungen für ihren Ernteverlust. Sie haben eine Wiesenweihe in Mecklenburg-Vorpommern beobachtet? Sachdienliche Hinweise nehmen wir gerne unter Telefon 040 9707869 – 45 oder per E-Mail an Wiesenweihe@DeWiSt.de entgegen.

 

(c)Volker Guenther

Steckbrief Wiesenweihe:

Drei Weihen-Arten brüten bei uns: Die größten sind die Rohrweihen, die mittleren die Kornweihen, die kleinste ist Wiesenweihe. Ihre Flügelspannweite beträgt bis zu 1,15 Meter, sie ist circa einen halben Meter groß. Mit ihren langen Beinen kann sie auch in hohem Gras gut nach Beute Ausschau halten. Nest-Durchmesser: rund 40 cm. Brutzeit: 27 bis 30 Tage, Gelege: drei bis fünf weiße Eier„.

Bildquelle: (c)Deutsche Wildtier Stiftung, (c)Volker Guenther, (c)Kollage (Deutsche Wildtier Stiftung und Volker Günther), (c)Kollage Deutsche Wildtier Stiftung / Volker Günther




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