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Dienstag, 12. Dezember 2023

12. Dezember 2023, 11:47    office@wildes-bayern.de

Ein Schlaglicht 2024 fällt auf den Waldboden


Nach den Windwürfen in diesem Sommer, nach Borkenkäferplagen, Schneebruch oder Trockenheitsschäden sind in vielen Wäldern Bayerns die Harvester ausgerückt. Riesige Maschinen, die zwar schon so konstruiert sind, dass sie angesichts ihres Gewichts möglichst wenig Druck auf die Fläche bringen, aber möglichst wenig ist noch lange nicht wenig genug. Wo nicht in Rückegassen, sondern auf ganzer Fläche befahren wird, entstehen massive Schäden am Boden durch Verdichtung und an den Wurzeln.

Da kommt es sehr passend, dass der Bundeslandwirtschaftsminister den Waldboden zum Boden des Jahres 2024 gekürt und die öffentliche Aufmerksamkeit darauf gelenkt hat. “Die Waldböden sind dabei das Fundament der Wälder: Sie sind dynamische, äußerst lebendige Lebensräume, die unablässig dazu beitragen, die Wälder im Gleichgewicht zu halten”, so der Minister Cem Özdemir.

In der Pressemitteilung heißt es: “Waldböden sind nicht nur Standortfaktor für Bäume, sondern spielen für die Biodiversität von verschiedenen Lebewesen eine wichtige Rolle. Darüber hinaus sind sie ein wichtiger Kohlenstoffspeicher. Als Folge der jährlich anfallenden Streu bildet der Waldboden mithilfe der Bodentiere und Mikroorganismen eine Humusauflage, die als Teil des natürlichen Stoffkreislaufs die Bäume mit Nährstoffen versorgt. Durch Humusbildung speichern Waldböden hohe Mengen an organischem Kohlenstoff und stabilisieren das Klima. Die Humusauflage kann allerdings durch Bewirtschaftungsfehler zerstört werden.

(..)

Seit Beginn der Industrialisierung bis zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts wurde der Waldboden durch eine flächendeckende Versauerung des Oberbodens, durch Eintrag von Schwermetallen und durch Nährstoffverarmung geschädigt. Diese Stressfaktoren konnten durch verschiedene Maßnahmen vermindert werden, doch ein Grund zum entspannten Zurücklehnen ist das nicht. Heute wird der Waldboden durch ein Stickstoffüberangebot im Niederschlag, klimawandelbedingten Trockenstress sowie Kahlflächen durch absterbende Bäume stark beeinträchtigt.”

Weitere Infos zum Boden des Jahres findet Ihr hier

Bildquelle: Wildes Bayern privat




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