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Dienstag, 12. April 2022

12. April 2022, 10:58    Webmaster

Respekt für den Boden am „Tag der Erde“


Der „Tag der Erde“ am 22. April hat seine Wurzeln schon in den 1970ern in den USA. Dort wurden sich zunehmend mehr Menschen bewusst über Müllberge, Konsumverhalten, die Verschwendung von Ressourcen und mehr.

Wir schlagen Ihnen vor, den Titel mal ganz wörtlich zu nehmen und sich am 22. April mal wieder der Erde, also dem Boden zu nähern. Versuchen Sie, an diesem Tag irgendwo eine Handvoll Erde aufzunehmen, lassen Sie sie durch Ihre Finger rieseln, schauen und riechen Sie! Graben Sie, wenn Sie einen Garten haben, in der Erde.

Was können Sie sehen?

  • Lässt der Boden sich leicht aufklauben, oder ist er festgepresst und Sie müssen ihn loskratzen? Verdichtung von Böden ist ein riesiges Thema – nicht nur in Städten und Siedlungen, sondern vor allem auch auf dem Land. Obwohl die Landwirtschaft auf lebendige Böden angewiesen ist, werden die Böden bei der Bearbeitung mit  riesigen Maschinen oft stark komprimiert – man kann sie hinterher ja mit ähnlichen Maschinen wieder aufreißen und lockern. Aber wie sollen Lebewesen, wie Regenwürmer, diesen Druck überstehen? Gerade zur (Mais-)Erntezeit wirken manche Felder wie schlammige Parkplätze, man könnte darauf Fußball spielen. Wasser versickert nicht mehr, sondern strömt ab und nimmt dabei wertvolle Partikel der oberen Bodenschichten mit. Nährstoffe gehen verloren, Gräben verschlammen, und auch das dortige Leben wird damit massiv beschädigt. Gravierend ist auch die Verdichtung von Wiesenböden, die befahren, aber nicht gepflügt und gelockert werden, und von Waldböden.
  • Welche Struktur hat der Boden  – ist er klebrig und setzt sich in den Fingerrillen fest, oder rieselt er sanft und glatt durch Ihre Finger? Die Geologie unterscheidet beim Boden nach Korngrößen. Während alles steinige über 2 Millimeter zum Grobboden oder Skelett gezählt wird, hat der Feinboden als gröbste Fraktion den Sand mit 0,063 bis 2 mm, dann kommt der so genannte Schluff (0,002 bis 0,063 mm) und der Ton (alles darunter). Kürzlich wurde bekannt, dass Sand – ja, ausgerechnet der, den es „wie Sand am Meer“ geben sollte – knapp wird, weil er ein begehrter Stoff für Baumaterial ist.
  • Ist die Erde von Pflanzenteilen, Müll oder Steinchen durchsetzt, riecht sie „erdig“ oder stinkt sie? Die Verschmutzung der Böden ist ein ganz eigenes, riesiges Kapitel. Grundsätzlich gilt aber auch: Böden wirken wie Filter. Verschmutzungen, die durch sie hindurch sickern, können bis zu einem gewissen Grad „entschärft“ werden, indem größere und kleinere Organismen bis hin zu Bakterien an ihrer Zersetzung wirken. So ist zum Beispiel das Grundwasser an den meisten Stellen vor vielen Schmutzstoffen gut geschützt. Aber Böden können auch nicht alles, und sie können auch nur funktionieren, wenn sie selbst nicht beschädigt sind.

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft listet übrigens insgesamt acht Gefährdungen unserer Böden auf: Erosion, Verdichtung, Fluten und Erdrutsche, Versalzung, Versiegelung, Verschmutzung, Schwindende Biodiversität und Verlust an organischer Substanz.

Wenn Sie dem Boden, der Erde, etwas Gutes tun wollen, dann…

  • …verschmutzen Sie ihn nicht, erst recht nicht mit Öl, und sammeln Sie Müll aus der Landschaft
    (-> Mikroplastik!)
  • …versiegeln Sie keine offenen Böden, wenn es nicht unbedingt nötig ist (asphaltieren, Hof pflastern…)
  • …legen Sie ein Beet an, gärtnern Sie und schauen Sie, wer Ihnen vom Regenwurm bis zur Ameise dort alles begegnet
  • … gehen Sie mal wieder barfuß!

„Kiss the Ground“ – Film-Tipp aus dem Filmfestival 2020

Einen interessanten Filmbeitrag zu diesem Thema findet Ihr unter dem Titel „Kiss the Ground“. Den Trailer dazu könnt Ihr unter dem nachfolgenden Link anschauen:

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Über Netflix oder Vimeo habt Ihr die Möglichkeit den gesamten Film anzuschauen. Für Lehrer, Schüler, etc. gibt es außerdem kostenlose Downloadversionen.

Weitere interessante Feiertage findet Ihr unter kleiner-kalender.de… 

 

Bildquelle: (c)RKB by M.Grossmann (pixelio.de)




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