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Dienstag, 02. November 2021

02. November 2021, 12:35    Webmaster

Sachsenforst: Drückjagden im April und Mai


An Glaubensstärke sind sie nicht leicht zu übertrumpfen, die Beamten im sächsischen Staatsforst! Und  immer mehr fühlt man sich an die hochherrschaftlichen Jagden früherer Zeiten erinnert. Der Leiter des Staatsforstbetriebs Sachsenforst Johannes Riedel wurde von der „Freien Presse“, einer Lokalzeitung in Sachsen zum „Konzept“ der Jagd in den Forstrevieren im Erzgebirge befragt.
Seine Äußerungen sind aufschlussreich. Denn sie zeigen nicht nur ein erschreckendes Maß an ökologischer Unkenntnis, sondern man meint auch eine völlige Unbeschwertheit im Umgang mit gesetzlichen Vorgaben zu erkennen.
Hier der Passus aus der Freien Presse:

„Ab etwa 2016 wurden gravierende Umstellungen eingeleitet. Nachdem es unter seiner Leitung einige „legendär erfolglose“ Drückjagden gegeben habe, sei eine Firma beauftragt worden. „Dann brach auch schon der Sturm der Entrüstung los. Aber wir haben weitergemacht, uns fortgebildet.“ Inzwischen gebe es im April und Mai 35 Drückjagden. Im Juni und Juli herrsche absolute Ruhe im Staatswald. Der August und September sei Gemeinschafts- und Einzelansitz vorbehalten, ehe es von Oktober bis Januar zwei- bis dreimal pro Woche auf Drückjagden gehe. Es handele sich dabei nicht um blindwütiges Schießen. „Wir jagen nach Schwerpunkten in bestimmten Gebieten. Davor und danach ist da Ruhe. Das heißt, wir üben auf einer bestimmten Fläche kurz Druck auf die Tierpopulation aus und ziehen weiter. Ähnlich wie es zum Beispiel Wolfsrudel tun“, erklärt Riedel. Er will die Jagd als Gemeinschaftsaufgabe für die Ausgewogenheit zwischen Wald und Wildbestand verstanden wissen. „Um in unserem gesamten Staatswald eine Situation zu schaffen, wie wir sie im Revier Gelenau schon haben.“

Auch andere Reviere seien auf einem guten Weg. „Für solche Erfolge lohnt es sich auch, sich mal beschimpfen zu lassen. Zumal unser Vorgehen letztlich ja sogar besser für den gesamten Wildbestand ist. Wenn wir jetzt nachlassen, war jedenfalls alles umsonst“, so Riedel mit Blick auf die Kritiker der Drückjagd-Strategie, die nicht nur unter Tierschützern, sondern auch unter Jägern zu finden sind.“

Nachdem sicher auch im Erzgebirge im Frühjahr die weiblichen Säugetiere hochtragend sind, im Mai viele Jungtiere gesetzt werden und Bodenvögel brüten, können Drückjagden im April und Mai nur unter Umgehung der gesetzlichen Vorschriften durchgeführt werden. Auch von den „Drückjagden“ am vergangenen Wochenende wurde von doppelten Schützenketten, verlappten Reviergrenzen (nicht nur entlang von Wegen und Straßen) und von dem Hetzen von Schalenwild berichtet.
Da sollten man doch mal nachfragen!

Bildquelle: (c)Wikimedia_Eingestelltes_Jagen_bei_Moritzburg_1718_Gemälde_2560x1275, (c)Wikimedia_Eingestelltes_Jagen_bei_Moritzburg_1718_Gemälde_800x500




Susanne Brom schrieb:


Respekt vor dem Wild. Anstand. Jagdethik. Waidgerechtigkeit.
Hat man im sächsischen Staatsfort davon schon mal was gehört?
Wenn man solche Aussagen liest, verschlägt es einem schon die Sprache. Ich finde, solche Menschen sind eine Schande für Jägerschaft. Drückjagden im April und Mai??? Das ist eine unglaubliche Sauerei, aber wie der Leiter der Staatsforsten ja selbst sagt: der Erfolg ist super, dafür kann man sich auch mal beschimfen lassen. Sprich: er ist ein Mensch, der sich abschüttelt wie ein nasser Hund, der kein Gewissen, keinen Anstand und schon gar keinen Respekt vor der Kreatur hat.
Jeder anständige Jäger/Jägerin sollte sich genau überlegen, ob er sich mit den Staatsforsten einlässt (Pirschbezirk, Drückjagden etc.). Sollen sie doch ihren Krieg im Wald allein führen – vielleicht ändert sich das erst, wenn keiner mehr mitmacht!

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