Die Wechselkröte (Bufotes viridis) ist eine Art Chamäleon unserer heimischen Tümpel: Zur Tarnung kann sie ihre Hautfarbe der Umgebung anpassen – von dunkelbraun bis grünlich-weiß. Eins bleibt dabei allerdings immer gleich: Ihr olivegrünes Fleckenmuster. Das liegt an Strukturen der Hautzellen. Diese Muster sind komplett individuell und machen es möglich, auf Kameraaufnahmen einzelne Tiere ganz genau wiederzuerkennen.
Leider ist auch diese faszinierende Amphibienart vom Aussterben bedroht, denn es fehlt ihr an geeignetem Lebensraum, vor allem geeigneten Laichgewässern. Obwohl sie auf Gewässer spezialisiert ist, die zeitweise austrocknen, wird sie in diesere Eigenschaft überfordert, wenn die Pfützen zu früh oder zu lange im Jahr trocken sind, wie es bei Hitzesommern wie 2026 der Fall ist. So gelangte sie auf die Rote Liste und gilt in Bayern als vom Aussterben bedroht.
Deshalb läuft jetzt ein Schutzprojekt des Zoo Augsburg zusammen mit dem LBV, und in dessen Rahmen wurden dieser Tage junge Hüpferlinge in die Natur entlassen, um den wildlebenden Bestand zu unterstützen.

Die Kaulquappen stammten von einem kleinen Gewässer auf einer LBV-Fläche, das im Sommer 2026 kurz vor der Austrocknung stand. Naturschützer retteten mit behördlicher Genehmigung den Nachwuchs vor dem Trockentod und brachten einen Teil davon zur Aufzucht in den Zoo Augsburg. Das Kaulquappen-Stadium ist die gefährlichste Zeit im Leben einer Wechselkröte. Die kleinen Nachkommen wurden deshalb im Zoo im geschützten Rahmen aufgezogen.
Jetzt konnten 170 Jungtiere wieder in auf der Fläche ausgewildert werden. Der LBV hat dort vorher neue Verstecke angelegt und den Lebensraum so angepasst, dass möglichst viele der Kröten überleben werden.
Wie der Zoo Augsburg mitteilt, soll der „ex-situ“-Artenschutz, also Artenschutz außerhalb des Lebensraums, auch zukünftig eine wichtige Rolle beim Schutz der Wechselkröte spielen, denn sie wird in den nächsten Jahren auf menschliche Hilfe angewiesen sein. Der LBV plant, sein Schutzgebiet so zu gestalten, dass die Wechselkröte sich dort wieder zu einer stabilen Population entwickeln kann und sich so das Potential zu einer stärkeren Ausbreitung aufbaut. Und der Zoo verschafft dafür die Zeit, in dem die Population über eine höhere Zahl an Hüpferlingen oder durch Nachzuchten stark gehalten und wieder aufgebaut wird.
Bildquelle: Zoo Augsburg
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