Am 22. September wird weltweit der Nashorn-Tag gefeiert. Damit sollen die fünf existierenden Arten, die allesamt gefährdet sind, und ihr Schutz in Erinnerung gerufen werden. Nashörner faszinieren schon seit Jahrhunderten uns Europäer. Während die weichgespülte Variante als rosa Einhorn auf Stickern und Mädchenkleidern tanzt, sind sie im südostasiatischen Raum als Symbol für Manneskraft zu Ruhm und Verderben gekommen. Denn die Nachfrage nach asiatischer Humbug-„Medizin“ aus Nashorn-Horn-Pulver hat viele Arten an den Rand des Aussterbens gebracht. Die gewerbsmäßige, brutale Wilderei bedroht vor allem die afrikanischen Arten.
Dabei gibt es über die tonnenschweren Dickhäuter so viel interessanteres und spannenderes zu wissen und zu entdecken:
Es gibt zwei afrikanische Arten und drei asiatische.
Spitz- und Breitmaulnashörner sind afrikanische Arten und tragen zwei statt ein Horn auf dem Maul. Sie sind größer und schwerer als die asiatischen Arten, und das vordere ihrer Hörner wird länger und spitzer. Als Pflanzenfresser haben sie im Oberkiefer keine Schneidezähne, ähnlich unseren einheimischen Rehen und Hirschen.
Die beiden Arten sind in vielen deutschen Zoos vertreten. Spitzmaulnashörner zum Beispiel im Zoo Berlin, Leipzig, Magdeburg, Frankfurt, Köln und anderen, das Breitmausnashorn zum Beispiel im Zoo Augsburg, der am 22. September den Nashorn-Tag begeht, Infos dazu findet Ihr hier
Über die drei asiatischen Arten:
Das Panzernashorn lebt auf dem indischen Subkontinent und zeichnet sich dadurch aus, dass es nur ein einzelnes Horn auf der Schnauze trägt. Optisch fallen an seiner Haut die vermeintlichen großen „Platten“ auf, die ihm tatsächlich einen optischen „Panzer“ verleihen. Sie werden allerdings nur durch tiefe Hautfalten gebildet. Das Horn ist nicht so eindrucksvoll und wehrhaft wie bei den afrikanischen Arten, dafür verfügen die asiatischen Nashörner über fiese, scharfe Schneidezähne im Unterkiefer, mit denen sie übel beißen können.
Panzernashörner gibt es bei uns zum Beispiel im Zoo Hellabrunn
Das Sumatra-Nashorn ist die kleinste Art. Gemeinsam mit dem Java-Nashorn ist es vermutlich die am stärksten bedroht Art. Das Sumatra-Nashorn gilt als besonders urig und ist dafür bekannt, viel über Laute zu kommunizieren. Es trägt zwei Hörner und hat sogar Haare. Die gesamte Population beträgt vermutlich nur noch weniger als 100 Exemplare, die sich auch noch auf weit entfernte Schutzgebiete auf den Inseln Sumatra und Borneo verteilen.
Infos zum Sumatra-Nashorn findet Ihr zum Beispiel hier beim Zoo Basel
Und hier findet Ihr ein nettes kurzes Video über die Geburt eines Sumatra-Nashorns
Ähnlich geht es dem Java-Nashorn, wo letzte Schätzungen nur noch auf eine Population von um die 65 Stück kamen. Sie leben in einem Schutzgebiet auf der Insel Java. Es ist ein eher kleines, haarloses Nashorn mit nur einem relativ unauffälligen Horn.
Weitere Infos:
Jungtiere werden ohne Horn geboren, es wächst erst mit der Zeit. Es besteht aus Keratin, wie auch unsere Fingernägel und Haare.
Nashörner sind sehr kurzsichtig, was ihre kleinen Augen schon ahnen lassen. Dafür hören und riechen sie sehr gut und kommunizieren vor allem über Duftstoffe.
Bildquelle: T. John
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