Wie viele andere männliche Vögel und sonstige Wesen, begehen auch Gold- und Diamantfasane großen Aufwand, um Weibchen zu beeindrucken, selbst wenn es bedeutet, dafür zu leiden. Zur Paarungszeit wächst Ihnen ein toupet-artiges Kopfgefieder. Auf die Weibchen wirkt die wilde Mähne einfach unwiderstehlich! Für die Männchen bedeutet diese „Frisur“ aber nichts Geringeres als partielle Blindheit…
Forschende der Universität Oxford haben diese „zugewachsenen“ Fasane einer Augenuntersuchung mit einem Otoskop unterzogen, wie man es vom Augenarzt kennt. Wie sie feststellten, ist das Sichtfeld ungefähr so eingeschränkt, wie wenn man in der ersten Reihe im Theater mit einer Baseball Cap auf dem Kopf säße. Die binokulare Sicht (also mit beiden Augen) und vor allem die Fähigkeit, nach oben zu schauen, ist bei den balzenden Männchen um etwa 41 Prozent verringert im Vergleich zu den Weibchen. Die Mädels sehen die Sachlage also völlig klar, während ihre potentiellen Partner mit einer Art Tunnelblick dahergestolpert kommen.
Natürlich bleibt diese zeitweise Einschränkung des Sichtfeldes nicht ohne Folgen. Die „Liebesfedern“ machen die halb blinden Männchen im Sommer zu einer leichten Beute für Fressfeinde, gerade aus der Luft. Zum Glück fällt die Matte im September und Oktober von selbst aus, und das volle Sichtfeld ist wieder hergestellt.
Dank der Wissenschaftler aus Oxford ist dies der erste beschriebene Fall, in dem sowohl Geschlechtsunterschiede im Sichtfeld bestehen als auch eine jahreszeitliche Veränderung des Sichtfeldes stattfindet.
Falls Sie jetzt über die absurden Tricks der Fasanmännchen lachen: Genau genommen haben wir Menschen im 19. Jahrhundert zu ähnlich radikalen Mitteln gegriffen, um das andere Geschlecht zu beeindrucken. Damals tropften sich Frauen eine Substanz in die Augen, die aus der Tollkirsche gewonnen wurde. Damit wurden die Augen schön groß und dunkel, die Sicht aber keineswegs besser! Heute kennt man das Mittel als „Belladonna-Augentropfen“, und der enthaltene Wirkstoff Atropin wird immer noch verwendet, um beispielsweise beim Augenarzt eine Pupillenweitstellung zu erzeugen. Danach dürfen wir über Stunden hinweg nicht mal mehr Autofahren!
In der Liebe setzt die Natur unserer Kreativität keine Grenzen – ob die Tricks aber wirklich immer so empfehlenswert sind, sei dahingestellt.
EZ
Zur Original Veröffentlichung aus Science kommen Sie hier
Bildquelle: Michael Kaurer auf Pixabay
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