Während wir in Bayern oft über Rotwild und Gams diskutieren, zeigt ein Blick über die Grenzen, welches Potenzial in den größten Landsäugetieren unserer Hemisphäre steckt. Im Webinar „Wild Rangelands“ im Rahmen der „US–German Partnership on Wilderness“ berichteten am 18. März Experten aus den USA, Polen und Deutschland über die beeindruckende Renaissance des Bisons in Nordamerika und des Wisents in Europa.
Eines wurde dabei überdeutlich: Diese Tiere sind weit mehr als nur imposante Fotomotive – sie sind Architekten der Biodiversität.
In den USA galt der Bison Ende des 19. Jahrhunderts fast als ausgerottet. Von ehemals geschätzten 30 Millionen Tieren blieben lediglich ein paar Hundert übrig. Heute ist die Population auf rund 200.000 Tiere angewachsen, doch rechtlich gelten sie oft noch als „Nutzvieh“ (Livestock).
Projekte wie die „American Prairie“ in Montana zeigen jedoch den Weg in Richtung Wildnis:
Polen ist weltweit führend in der Erhaltung der Wisente. Aus einem winzigen Restbestand von nur 54 Tieren nach dem Ersten Weltkrieg ist die Population bis 2024 auf über 12.000 Individuen weltweit angewachsen.
Hannes Petrischak präsentierte beeindruckende Daten aus der Döberitzer Heide bei Berlin. Auf dem rund 1.800 Hektar großen ehemaligen Truppenübungsplatz leben Wisente, Przewalski-Pferde und Rotwild in einem weitgehend ungestörten System.
Besonders spannend ist, dass sich dort seit 2021 ein Wolfsrudel niedergelassen hat. Die Wisente reagierten sofort, indem sie größere Herden bildeten, um ihre Kälber zu schützen. Während der Wolf den Rotwildbestand reguliert, profitieren die Wisente von der Anwesenheit des Beutegreifers, da sich ihr Sozialverhalten natürlicher entwickelt.
Große Pflanzenfresser schaffen Lebensraum für Tausende andere Arten.
| Aktivität des Bisons/Wisents | Profit der Tier- und Pflanzenwelt |
| Sandbaden | Offenbodenstellen für Wildbienen, Sandlaufkäfer und die seltene Küsteneinschneiderbiene. |
| Dung-Eintrag | 36 Arten von Mistkäfern (z. B. der Stierkäfer), Hornissen-Raubfliegen und seltene Pilze wie die Punktierte Porenscheibe |
| Fressen/Verbiss | Unterdrückung invasiver Arten (z. B. Spätblühende Traubenkirsche), Schaffung lichter Waldstrukturen für Trauermantel oder Wiedehopf |
| Trittsiegel | In wassergefüllten Senken finden hochbedrohte Arten wie der Sommer-Feenkrebs oder Triops ein Zuhause. |
Die Rückkehr des Wisents ist eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes (Statusänderung von „Endangered“ zu „Near Threatened“). Doch der Erfolg bringt auch Verantwortung mit sich:
Wildnis braucht nicht nur Platz, sondern auch Mut zur Koexistenz.
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