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Montag, 01. September 2025

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Schraubenwurmfliege – die neue Gefahr aus Südamerika
01. September 2025, 13:25    office@wildes-bayern.de

Schraubenwurmfliege – die neue Gefahr aus Südamerika


Aus Mittelamerika sowie aus den USA hören wir beunruhigende Nachrichten: Ein Parasit befällt Rinder, aber auch andere Tiere und sogar den Menschen. Die Auswirkungen können tödlich enden.

Die so genannte Neuwelt-Schraubenwurmfliege, eine Verwandte unserer Schmeißfliege, legt ihre Eier in Aas, Kot, aber auch gern in die Hautwunden von Warmblütlern. Die Larven fressen sich in das lebende Fleisch hinein und bilden so tiefgehende Löcher, die an der Oberfläche zwar oft kaum zu erkennen sind, aber einen Kanal für gefährliche Entzündungen und Infektionen darstellen. Im schlimmsten Fall stirbt der Wirt, während sich die Fliege verhundertfacht.

Die Neuwelt-Schraubenwurmfliege ist schon lange bekannt und wird in Nord- und Mittelamerika seit den 60er Jahren bekämpft, indem man Männchen züchtet, sterilisiert und dann freilässt, damit die Weibchen sich nach der einzigen Paarung, die sie im Leben durchführen, nicht vermehren (Sterile Insekten-Technik). Das war so effektiv, dass sie in Nordamerika seit über 20 Jahren als ausgerottet galt. In Südamerika wurde diese Technik aber laut Medienberichten nicht oder nicht konsequent angewendet, so dass sich Populationen der Art erhalten haben, aus denen durch ungeregelten Handel und Viehtransport immer wieder Individuen nach Norden verschleppt werden.

2023 hat zum Beispiel Costa Rica den Gesundheitsnotstand ausgerufen, weil die Schraubenwurmfliege im Land wieder aufgetaucht war. Aktuell kämpft Mexiko mit dem Wiederauftauchen des Parasiten. Alarmierend ist, dass jetzt auch ein Mensch befallen wurde. Ein US-Bürger kam nach einem Aufenthalt in Mittel- oder Südamerika mit Larven in der Haut zurück.

Hier findet Ihr eine aktuelle Meldung zum Thema von der Welt-Tiergesundheitsorganisation WHOA

 

Bildquelle: The Mexican-American Commission for the Eradication of the Screwworm




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