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Montag, 19. Januar 2026

Scrollicon
Ein braun gemusterter Vogel mit langem Schnabel sitzt auf einem Holzpfosten.
19. Januar 2026, 10:18    office@wildes-bayern.de

Wie ergeht es unseren Vögeln auf dem Zug? Projekt Habitrack gestartet


Es gibt Vogelarten, die innerhalb der EU streng geschützt sind, aber in verschiedenen Ländern trotzdem jagdbar sind. Einige ihrer Bestände sind rückläufig, aber es liegen nicht genug Daten vor, um die Gründe dafür wirklich einschätzen zu können. Die Suche nach präzisen, belastbaren Daten hierzu ist die treibende Kraft hinter „Habitrack“, einem internationalen wissenschaftlichen Projekt, das von der Europäischen Union finanziert wird.

„Habitrack“ konzentriert sich auf 14 jagdbare Vogelarten, deren Erhaltungszustand in Europa derzeit als „nicht gesichert“ gilt, wie zum Beispiel Kiebitz, Kampfläufer, Rotschenkel und andere. Um diese Vögel zu retten, müssen wir zunächst die Qualität und Quantität der Lebensräume kennen, auf die sie zum Brüten, Rasten und Überwintern angewiesen sind.

Das Projekt hat ein Konsortium aus sieben Partnern in vier Ländern (Frankreich, Tschechische Republik, Niederlande und Finnland) zusammengebracht. Die internationale Zusammenarbeit stellt sicher, dass die Forschung die vielfältigen Landschaften und Zugrouten abdeckt, die diese Vögel durchqueren. Auch Bayern spielt dabei eine Rolle: Unsere seenreichen Voralpenlandschaften fungieren für viele dieser Wanderer als unverzichtbare Zwischenstopps zum Auftanken oder dienen ihnen direkt als wichtiges Überwinterungsziel.

Massiver Einsatz von GPS-Trackern

Wie stellt man genau fest, was ein Vogel zum Überleben braucht? „Habitrack“ schlägt dafür den massiven Einsatz von GPS-Sendern vor. Durch die Erfassung individueller Geolokationsdaten in großem Maßstab bewegt sich das Projekt weg von allgemeinen Schätzungen. Diese Technologie ermöglicht es Wissenschaftlern, bestehende europäische Bemühungen durch neue, hochpräzise Daten zu ergänzen und so kritische Wissenslücken zu schließen.

Gleichzeitig entwickelt das Konsortium neue Methoden, um einen Analyserahmen aufzubauen, der spezifische Lebensraumbedürfnisse direkt mit Bestandstrends und Bruterfolg verknüpft. Darüber hinaus helfen die gesammelten Daten dabei, demografische Modelle zu verfeinern, indem sie biologische Schlüsselparameter liefern, die uns ein klareres Bild davon vermitteln, warum Populationen schwanken.

Von Daten zur Politik

Datenerhebung ist nur der erste Schritt; das ultimative Ziel ist Wirkung. „Habitrack“ ist darauf ausgelegt, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Management- und Wiederherstellungsstrategien zu übersetzen. Durch das Verständnis der spezifischen Bedürfnisse dieser 14 Arten zielt das Projekt darauf ab, ihren Erhaltungszustand wieder auf ein günstiges Niveau zu bringen.

Um sicherzustellen, dass die Empfehlungen tatsächlich in die Praxis umgesetzt werden, nutzt das Projekt einen Lenkungsausschuss, an dem verschiedene Interessengruppen und Organisationen beteiligt sind. Dieser kooperative Ansatz stellt sicher, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse nicht nur in einem Bericht landen – sie werden verbreitet und von Landbewirtschaftern und politischen Entscheidungsträgern übernommen, die vor Ort einen echten Unterschied machen können.

Mehr Infos zum Projekt Habitrack finden Sie hier

Bildquelle: Andreas Freier




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