Inspirierter Sex ist nicht gerade die Sache der Wasserfledermäuse: Ihre Paarung, die irgendwann jetzt dieser Tage stattfindet, passiert ohne großes „Vorspiel“ manchmal sogar noch im Winterquartier, wo die Männchen die lethargisch herumhängenden Weibchen befruchten.
Das Artenschutzzentrum des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) hat im Januar die Wasserfledermaus als Art des Monats vorgestellt, und es lohnt sich, ab Ende Februar schonmal die Augen nach ihr offenzuhalten, da kommt sie nämlich aus dem Winterquartier. Ein auffälliges Merkmal ist ihr rotbraunes, wenig behaartes Gesicht. Mit fünf Zentimetern Körperlänge und rund 25 Zentimetern Flügelspannweite ist die Wasserfledermaus schon mittelgroß. Ihr Fell ist auf dem Rücken mittel- bis dunkelgraubraun, die Bauchseite ist grauweißlich bis gelbbräunlich.
Eine Chance, Wasserfledermäuse zu entdecken, hat man vor allem an stehenden Gewässern oder langsam fließenden Bächen und Flüssen. Dort fangen sie Zuckmücken, Köcherfliegen oder Schmetterlinge und manchmal sogar kleine Fische. Während sie die Fliegen mit der Schnauze schnappen oder ihre Schwanzflughaut als Kescher einsetzen, greifen sie die Fische mit ihren relativ großen und borstig behaarten Füßen – ein weiteres typisches Merkmal der Art.
Man kann die Fledermäuse mit Nistkästen unterstützen, denn im Sommer schlafen sie gerne in Baumhöhlen oder auch unter Baumrinde abgestorbener Stämme. Da diese immer seltener werden, weichen sie sogar auf Vogelnistkästen in der Nähe von Gewässern aus. Diese nutzen sie auch für die Fortpflanzung, bei der mehrere nahe beieinander liegende Quartiere richtige Wochenstuben für bis zu Hunderten von Fledermausweibchen darstellen können. Sie bestehen ungefähr bis August.
Für den Winter brauchen Wasserfledermäuse unterirdische Hohlräume, wie Naturhöhlen, Stollen, Schächte oder Keller. Sie bevorzugen Winterquartiere mit einer sehr hohen relativen Luftfeuchte von annähernd 100 Prozent. Und auch wenn die Paarung schon hier vollzogen werden sollte: Die Befruchtung des Eis erfolgt erst, wenn das Weibchen im Frühjahr ausfliegt und die Nahrungssituation draußen passt.
Wie andere Fledermäuse auch, nutzen Wasserfledermäuse in der Landschaft gern Strukturen wie Baum- und Gebüschzeilen als Leitlinien und Orientierungshilfe. Die Art ist derzeit auf der Roten Liste Bayern als nicht gefährdet gelistet, unterliegt dem Schutz nach der FFH-Richtlinie und ist auch nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders und streng geschützt.
Mit welchen negativen Umwelteinflüssen hat die Wasserfledermaus zu kämpfen? Wie andere Fledermausarten leidet sie unter einem Lebensraummangel, weil Schlafplätze verschwinden, wenn Tot- und Altholzbestände verschwinden oder Brücken und Keller saniert werden. Als niedrig fliegende Art bedeutet auch der Verkehr eine Bedrohung, beziehungsweise wenn Jagdgebieten durch neue Verkehrstrassen durchschnitten werden. Pestizide in Gebäudequartieren gefährden die Tiere ebenso wie Gifte im Jagdgebiet.
Um diese und auch andere Fledermausarten zu stützen, sollten unter anderem Kulturlandschaften mit kleinen, strukturreichen Parzellen erhalten und abgestorbene Bäume in Wäldern stehengelassen werden, da dort ein Quartierangebot entstehen kann. Wichtig ist auch, Störungen von großen Winterquartieren durch Besucherlenkung oder Absperren fernzuhalten.
Mehr Infos zur Wasserfledermaus als „Art des Monats“ Januar des LfU-Artenschutzzentrums finden Sie hier
Einen noch ausführlicheren Steckbrief finden Sie hier beim Bundesamt für Naturschutz
Bildquelle: Guido Gerding CC BY-SA 3.0
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