Die Winternächte sind lang und dunkel – wie wohltuend ist es da, sie gerade jetzt vor Weihnachten mit Sternenglanz und Lichterketten ein wenig zu erleuchten! Aber wie können wir vermeiden, dass Wildtiere, die auch im Winter unterwegs sind, davon beeinträchtigt werden? Die Deutsche Wildtier Stiftung empfiehlt Kommunen und Privatpersonen konkrete Schritte für weniger Lichtverschmutzung und mehr Schutz für Wildtiere:
1. Licht gezielt einsetzen: Nur notwendige Bereiche beleuchten. LEDs verwenden, da sie praktisch keine UV-Strahlung abgeben, und Modelle mit maximal 2.700 Kelvin wählen, die ein warmweißes Licht erzeugen. Darauf achten, dass das Licht nicht nach oben oder zur Seite abstrahlt. Bodenstrahler in Gärten und an Hecken vermeiden, da sie bodenlebende Tiere beeinträchtigen.
2. Beleuchtungszeiten begrenzen: Zeitschaltuhren oder Bewegungsmelder nutzen, um Licht nur bei Bedarf einzuschalten – etwa in den frühen Abendstunden. Beleuchtung am späten Abend und in der Nacht möglichst komplett ausschalten.
3. Weihnachtsbeleuchtung bewusst nutzen: Warmweiße und energiesparende Lichterketten und Festbeleuchtung nutzen und sparsam einsetzen sowie spätestens um Mitternacht ausschalten.
4. Vorhandene Beleuchtung überprüfen: Wo kann Licht abgeschirmt, gedimmt oder reduziert werden? Müssen (Klein-)Gärten beleuchtet werden, wenn niemand vor Ort ist? Ist grelles Licht am Hauseingang notwendig?
5. Gemeinsam aktiv werden: Nachbarn, Hausgemeinschaften und Kommunen ansprechen und mit ihnen nach Möglichkeiten zur Reduzierung von Lichtverschmutzung suchen. Bereits kleine Anpassungen tragen dazu bei, die Nächte wieder dunkler, natürlicher und damit sicherer für Wildtiere zu gestalten.
Meldung vom 16. Juni 2024
Ein Forschungsteam unter Leitung des Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei IGB hat eine insektenfreundliche Straßenbeleuchtung entwickelt und im Sternenpark Westhavelland sowie in drei deutschen Kommunen getestet. Eine maßgeschneiderte und abgeschirmte Straßenbeleuchtung macht die Lichtquelle außerhalb des beleuchteten Bereichs nahezu unsichtbar und reduziert die tödliche Anziehungskraft auf fliegende Insekten in verschiedenen Umgebungen deutlich. Die Forscherinnen und Forscher sehen darin eine wichtige technische Lösung im Hinblick auf das Insektensterben.
Zum Bericht über die Studie kommt Ihr hier
UPDATE 12.3.2024 Neue Broschüre zu umweltverträglicher Straßenbeleuchtung erschienen
Die Zeitschrift ANLiegen Natur stellt eine wichtige gesetzliche Änderung vor, die sich nun auszuwirken beginnt: 2021 wurde auf Bundesebene im Rahmen des Insektenschutzgesetzes auch das Bundesnaturschutzgesetz geändert. „§ 41a BNatSchG ist das erste Gesetz, das den Schutz von Tieren und Pflanzen vor Lichtimmissionen durch neue und bestehende Beleuchtungen an Straßen, Wegen, Außenbeleuchtungen baulicher Anlagen und Grundstücke sowie Werbeanlagen verpflichtend vorschreibt und zukünftig konkrete Grenzwerte vorschreiben wird“, heißt es in dem Beitrag.
„Die Herausforderung, sich an diese neue Realität anzupassen, ist groß. In den letzten Jahren wurden vielerorts extrem umweltschädliche, kaltweiße LED mit hoher Leuchtdichte verbaut und Dimmungen beziehungsweise Nachtabschaltungen abgeschafft.
Das Biodiversitätsprojekt „Mit Maß und Bernstein – Umweltverträgliche Beleuchtung fördern“ möchte das ändern. Seit 2021 berät die höhere Naturschutzbehörde (hNB) der Regierung von Oberfranken über Möglichkeiten zur Vermeidung von Lichtverschmutzung und begleitet Umstellungsprozesse.
Zum vollständigen Beitrag aus ANLiegen Natur kommt Ihr hier
Die Broschüre findet Ihr hier sowie auf unserer Themenseite Lichtverschmutzung
UPDATE 29.1.2024: In der Zeitschrift ANLIEGEN NATUR findet Ihr ein interessantes Interview mit dem Physiker Manuel Philipp zur Initiative „Paten der Nacht“ mit nützlichen Hintergrundinfos zur Frage der nächtlichen Beleuchtung (z. B. rechtliche Vorgaben)
das PDF des Interviews mit Manuel Philipp findet Ihr hier
Ursprüngliche Meldung vom 23.1.2024
Lichtverschmutzung wirkt sich auf den Körper und das Verhalten vieler Tiere aus. Manche sind einfach aktiver als sie es bei Dunkelheit wären, andere (Vögel) fangen früher mit dem Gesang an, wieder andere weisen erhöhte Melatoninwerte auf, werden vom Licht angelockt oder schlafen schlicht weniger. Wie genau nächtliches Licht sich auswirkt, ist aber noch nicht für alle Arten ausreichend erforscht.
Bernhard Hoiß von der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) hat einige aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse zu Schwellenwerten, Wirkdistanzen und Maßnahmen für Insekten und Vögel zusammengetragen. Sein Resümee: Lampen locken Insekten nur innerhalb weniger 10 m direkt an, allerdings beeinflussen in Studien bereits sehr geringe Lichtmengen die Aktivitätsmuster von Insekten und Vögeln. Schwellenwerte sind ein erster Schritt, um von so genannten „Worst case-Annahmen“ zu gezielten Maßnahmen zu kommen.
Die gesamte Veröffentlichung von Hoiß könnt Ihr hier anschauen
Weitere Beiträge zum Thema Lichtverschmutzung auf unserer Homepage findet Ihr hier und hier
Bildquelle: privat
Insektenschutz: Licht in der Nacht minimieren und fokussieren!
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