Blogpost
Donnerstag, 26. Juni 2025

Scrollicon
Bergluft dünnt den Geruchssinn aus
26. Juni 2025, 17:55    office@wildes-bayern.de

Bergluft dünnt den Geruchssinn aus


Wie würden Sie Bergluft beschreiben? Vielleicht so: Frisch, rein, kühl, und irgendwann dünn. Und wahrscheinlich eher nicht so: Duftig, üppig, feucht, dicht. Tatsächlich haben Wissenschaftler, darunter welche von der Technischen Universität Dresden, vor kurzem bestätigt, dass Höhenluft kühler und trockener ist als jene im Tal. Als eine Folge trägt sie weniger Geruchsmoleküle mit sich.

Überrascht hat die Forschergruppe allerdings die Erkenntnis, dass Tiere, die in großen Höhen leben, auch über fast ein Viertel weniger Gene für den Geruchssinn verfügen als ihre Artgenossen in tieferen Lagen. Die Wissenschaftler waren auf der Suche nach Anpassungszeichen von Tieren an das Leben im Berg. Dafür durchsuchten sie eine große Menge an Gendaten – und stellten irgendwann fest, dass mit steigender Höhe nicht nur die Luft, sondern auch die Ausstattung des Geruchssinns bei Tieren immer dünner wird.

Nicht nur schwanden die Gene für den Geruchssinn, sondern auch die Riechkolben wurden kleiner: Tiere, die über 1000 Meter Meereshöhe leben, haben durchschnittlich um 18 Prozent kleinere Riechkolben als Tiere im Flachland. Je höher ihr Lebensraum, desto schlechter ihr Geruchssinn. Offenbar hat sich die Evolution bei ihrer Ausstattung auf das konzentriert, was auch in der Bergnatur reichlich angeboten wird, zum Beispiel optische und akustische Reize.

Das hat auch Vorteile, denn eine kalte, trockene Luft sorgt schneller mal für Schnupfen oder Entzündungen in der Nase. Beim Menschen ließ sich diese Anpassung aber übrigens nicht feststellen, so die Wissenschaftler.

Einen Artikel über die Studie in englischer Sprache findet Ihr hier bei Science.org

 




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.






Weitere Beiträge zu diesem und verwandten Themen finden Sie hier:

Diese Fische brauchen den Schutz der Bonner Konvention!

Zum internationalen Tag der Berge – bitte unterstützen Sie Bayerns wilde Lebensräume!

Tiertragödien am Berg – bessere Nutzungskonzepte müssen her!

UPDATE Zukunftsforum Alpen – über den Schutz unserer Bergnatur

Klimawandel erwärmt Berggewässer – mit welchen Folgen?

UPDATE Demo gegen „Gewerbegebiet Allgäuer Alpen“

Alpen-Zirbe ist jetzt Nationalerbe-Baum

Der Edel-Wurm aus den bayerischen Alpen

Der Alpenschneehase – ein Chamäleon auf großem Fuß

Bayerns Klima im Wandel: Die Alpen brauchen Almen






Aktuelle Informationen



Eichhörnchen in der Stadt - besser oder schlechter dran? Zwischen Parkbank und Baumkrone entscheidet sich ein von uns fast unbemerkter Wettkampf ums Überleben: Mitten in unseren Städten passen sich…

Freitag, 17. April 2026
Jetzt lesen
"Die Faust im Nacken" der Jagdgenossen "Die Faust im Nacken" - so hieß ein alter Film mit dem jungen Marlon Brando, der als Rebell gegen die…

Freitag, 17. April 2026
Jetzt lesen
Naturinteressierte Wanderer gesucht in der Rhön Die Regierung von Unterfranken sucht Naturinteressierte in der Rhön für die Suche nach dem seltenen Schwarzen Apollo, einer Tagfalterart. Der…

Donnerstag, 16. April 2026
Jetzt lesen

Mitglied werden