Vadim Sidorovich und Irina Ridenko sind zwei Biologen, die zeigen, was gute Forschung und vor allem gute Freilandbiologie können. Statt vom Schreibtisch aus Hypothesen zu ersinnen und diese dann mittels Umfragen unter Gleichgesinnten zu „erforschen“, schauen sie nach, was tatsächlich draußen passiert. So haben sie bereits viele spannende Erkenntnisse aufgebracht, von denen wir hier im Blog immer wieder berichten.
Bereits seit längerem dokumentieren sie einen Kampf um die Vorherrschaft als König des Waldes: Große Luchskuder können eine ernstzunehmende Gefahr für den Wolfsnachwuchs darstellen. Jetzt zeigen sie auf ihrer Internetseite, wie ein Wolfspaar seine Jungen kilometerweit – und auch außerhalb eines günstigen Einstands – in Sicherheit bringt, um sie vor dem Appetit eines großen Luchskuders zu bewahren.
Obwohl am ersten Standort alle Bedingungen optimal schienen, trugen die Wolfseltern plötzlich ihre sechs Jungen aus der Höhle unter einem Wurzelteller weg. Gut eineinviertel Stunden dauerte dieser Umzug. Fünf Stunden später trugen sie sie zurück – aber dann weiter in die entgegengesetzte Richtung, zweieinhalb Kilometer weit, an eine Stelle, wo bloß loses Himbeergebüsch war und zudem neu aufgeforstet wurde. Was für ein unerklärlicher Vorgang!
Bis die Wildkamera in den nächsten Tagen immer wieder Aufnahmen eines großen Luchskuders lieferte. Der besuchte die ehemalige Wolfshöhle mehrfach und markierte dort reichlich. Die Botschaft war ungefähr so deutlich, als hätte jemand eine Handgranate in eine Wohnung geworfen: Schleichts Euch, oder ich komme wieder und fresse Eure Kinder…
Das Instrument der beiden Forscher ist vor allem ein dichtes Netz von Fotofallen im Naliboki Urwald in Weißrußland – und ihre Präsenz draußen. Die spannenden Bilder hinter dieser Geschichte können Sie hier ansehen.
Bildquelle: Monika Baudrexl
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