Anfangs waren es bloß ein paar Vogelnistkästen. Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt GmbH (GWG) wollte damit Menschen, die in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt waren, eine Freude machen, und ließ die Kästen an Bäumen in der Nähe ihrer Wohnhäuser anbringen. Das war vor 35 Jahren. Jetzt berichtet die Zeitschrift ANLiegenNatur über die GWG und ihr Projekt von Animal-Aided Design, einem wirklich spektakulären Ansatz, der die Bedürfnisse von Wildtieren in die Stadtplanung integriert.

Wohnblock mit integrierten Einflugschlitzen für Fledermäuse oben
Die Grundidee von Animal-Aided Design ist es, dass die Bedürfnisse der Tiere die Gestaltung sogar mit beeinflussen. Sie „stellen Randbedingungen für den Planungsprozess dar, dienen aber auch als Inspiration für den Entwurf selbst“, heißt es auf der Internetseite. Das bedeutet keineswegs, dass die Strukturen für die Tiere die Gestaltung beeinflussen: Oft sind es sehr unauffällig Löcher oder Schlitze in der Fassade (s. oberes Bild) oder gerade mal ein igelgroßer Eingang im unteren Bereich.
„Animal-Aided Design eignet sich für Neuplanungen, kann aber auch bei der Sanierung angewendet werden. Es kann auch zur Optimierung der Gebäude- und Grünflächenpflege eingesetzt werden, mit dem Ziel, das Vorkommen wild lebender Tiere zu fördern.“
Die Auswahl der Arten, die besonders berücksichtigt werden sollen, beschränkt sich nicht nur auf Arten, die bereits vorhanden oder vielleicht besonders gefährdet sind. Ziel von AAD ist es, die Artenvielfalt in der Stadt zu erhöhen und nicht nur den Status quo zu erhalten. So kann eine Zielart auch eine Art sein, die die Beteiligten an der Planung attraktiv finden, zum Beispiel ein Vogel wie die Amsel, der einen attraktiven Gesang hat, oder der interessant zu beobachten ist.
Die GWG erhielt 2018 den Zuschlag für ein Projekt, bei dem fünf Gebäude, darunter zwei Hochhäuser mit insgesamt 161 Wohnungen, entstehen sollten. Als Zielarten wurden für alle Modellprojekte Igel, Spatz und Admiral sowie Fledermäuse festgelegt. An vier der fünf Häuser wurden insgesamt 35 Vogelnisthilfen mit 57 Brutkammern verteilt. An den beiden Hochhäusern wurden fünf verschiedene Fledermaussysteme in den Klinkerfassaden miteingeplant, sodass sich 86 Einflugöffnungen ergaben. Zu den weiteren Planungen, von denen allerdings nicht alle vollständig umgesetzt werden konnten, zählten zum Beispiel Trinkmulden oder Spatzen-Sandbadeplätze.

Igelschublade
Wie in ANLiegen Natur dargestellt, wurden vor allem die Nistkästen sofort nach Fertigstellung angenommen, und zwar nicht nur von Spatzen, sondern auch von Hausrotschwänzchen oder Meisen.
Den vollständigen Beitrag aus ANLiegenNatur über das Projekt finden Sie hier
Alle Infos über Animal Aided Design finden Sie hier
Ein Radiointerview mit Thomas Hauck vom Animal-Aided Design Studio zum Thema Biodiversität in Städten können Sie hier nachhören
Bildquelle: Grafik: Sophie Jahnke, Graphik: Sophie Jahnke, Thomas E. Hauck - SAAD
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