In der letzten Zeit haben wir von einigen Massenvermehrungen von „Schädlingen“ gehört, wie dem Eichenprozessionsspinner, dem Schwammspinner, der Kastanienminiermotte und anderen. Die gute Nachricht ist: Wo viele Beute, ist auch der Räuber nicht weit! Die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) hat mit Freude drei Sichtungen des Großen Puppenräubers in Südbayern vermeldet, einem wunderbar schillernden Laufkäfer, der mit großem Appetit auf Raupen unterwegs ist.
Die letzten Nachweise dieser Art südlich der Donau liegen schon weit über 100 Jahre zurück, in Nordbayern wurde er deutlich häufiger festgestellt. Nicht viel anders sieht es beim unauffälligeren Kleinen Puppenräuber aus, allerdings gehen Wissenschaftler davon aus, dass er einfach übersehen wurde, weil er schlicht schwarz gefärbt und auch in seinen Ansprüchen unauffälliger ist. Der Große wie der Kleine Puppenräuber gelten als gefährdet beziehungsweise stark gefährdet und sind dabei äußerst nützlich.
Der Große Puppenräuber ist gut erkennbar an seinem goldglänzenden Panzer mit Längsrillen und dem blaumetallisch schimmernden Halsschild. Der Kleine Puppenräuber ist stumpfer metallisch gefärbt, aber durch den typischen Laufkäfer-Habitus mit ovalem Halsschild ebenfalls sicher bestimmbar. Beiden Käfern gemeinsam ist das querovale Halsschild – und damit das wichtigste Unterscheidungsmerkmal gegenüber den ansonsten sehr ähnlich gefärbten Rosenkäfern und den Großlaufkäfern der Gattung Carabus.
Die Chance des Großen Puppenräubers: Er ist ein besonders starker Flieger. Exemplare überfliegen regelmäßig Alpen und Ärmelkanal. Entscheidend für seine Verbreitung ist, dass er seinen extremen Hunger auf Raupen befriedigen kann.
Wer einen dieser beiden Laufkäfer in seiner Umgebung entdeckt, wird gebeten, möglichst gute Bilder und den genauen Fundort zu melden an:
Bildquelle: Siga - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15985299
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