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Donnerstag, 12. März 2026

Scrollicon
Eine Kröte kriecht in einem Lichtkegel über ein Gitter
12. März 2026, 12:02    office@wildes-bayern.de

Amphibien wandern – toller Kurzfilm dazu!


Es wird wärmer, und jetzt regnet es auch noch. Das ist ein unwiderstehlicher Mix für Kröten und andere Lurche, sich auf die Wanderung zu den Laichgewässern zu machen. Der wunderbare Kurzfilm „Risky Routes“ der britisch-schweizerischen Naturfilmer von „WildReach Productions“ begleitet sie aus ihrem Winterquartier bis ins Laichgewässer – sechs Minuten spannender Naturgenuss!

Das Video über die Krötenwanderung können Sie hier kostenfrei auf Youtube anschauen.
Hier finden Sie eine Pressemitteilung der Deutschen Wildtier Stiftung zur Krötenwanderunge mit weiteren spannenden Infos und Links.

Die Deutsche Wildtier Stiftung schreibt darin:

Ein besonderes Merkmal der Krötenwanderung ist die Fortbewegung im Huckepack-Verfahren: Oft treffen die Weibchen bereits auf dem Weg zu den Gewässern auf ihre männlichen Artgenossen. Diese klettern unverzüglich auf den Rücken der größeren Weibchen und lassen sich den Rest der Strecke tragen. Am Ziel angekommen, beginnt der Fortpflanzungsprozess, bei dem die Weibchen meterlange Laichschnüre mit bis zu 4.000 Eiern im Wasser ablegen. Aus diesen schlüpfen nach zwei bis vier Wochen die Kaulquappen, die im Juli als etwa zehn Millimeter kleine Jungkröten das Wasser verlassen.

Für den Menschen, insbesondere für Gärtner, ist die Erdkröte ein wertvoller Verbündeter. Auf ihrem nächtlichen Speiseplan stehen neben Käfern, Spinnen, Asseln und Fliegen auch Nacktschnecken und deren Eier. Wer Erdkröten helfen möchte, sollte geschützte Plätze wie Holz- und Reisighaufen, Laubstreu und große Steine im Garten erhalten. Dort finden die Amphibien tagsüber den nötigen Rückzugsort, um nachts auf Jagd zu gehen.

In der Theorie können Erdkröten bis zu zwölf Jahre alt werden – in der Praxis erreichen sie dieses Alter kaum. Die Bestände gehen immer weiter zurück. Hauptgründe dafür sind der Verlust feuchter Lebensräume durch fortwährende Entwässerung und den Klimawandel – und in der aktuellen Zeit vor allem der Straßenverkehr. Auf dem Weg zu ihren Laichplätzen überqueren die Kröten Straßen – und werden dabei nicht nur überrollt, sondern sterben oft auch durch den enormen Luftdruck der Fahrzeuge, der beim schnellen Vorbeifahren ihre inneren Organe zerreißen kann. Tempo 30 schützt sie. Darum sollten Auto-, aber auch Motorradfahrer oder E-Biker achtsam fahren.

Wer zu Fuß unterwegs ist und eine Kröte auf der Straße sieht, sollte sie sicher auf die rettende andere Seite tragen und dort weiter wandern lassen. Bitte anschließend die Hände waschen – Erdkröten können bei Stress über ihre Ohrdrüsen ein Schutzsekret absondern, das empfindliche Schleimhäute reizen kann.

 

Meldung vom 24. Februar 2026

Nach all dem Eis und Schnee klettern die Temperaturen in Deutschland gerade rapide nach oben. Viele Wildtiere könnten also aus ihrer Winterstarre oder dem Winterschlaf erwachen und uns wieder auf den Straßen begegnen, bitte fahren Sie deshalb wieder besonders achtsam! Bei Regen und Dämmerung sowie Dunkelheit tauchen vermutlich bald wieder Kröten und Lurche auf den Straßen auf. Bitte überlegen Sie an solchen Abenden, ob Sie das Auto nicht stehen lassen können oder unbedingt fahren müssen.

Hier nochmal die Pressemitteilung der Deutschen Wildtier Stiftung zum Thema vom vergangenen Jahr:

„Entlang der bekannten Wanderkorridore von Erdkröte, Springfrosch oder Teichmolch haben die Retter meterlange Schutzzäune aufgestellt. Diese müssen mindestens einen halben Meter hoch, undurchsichtig und ein paar Zentimeter in den Boden eingegraben sein. Keine Kröte darf darunter durchschlüpfen. Dicht an den Zäunen sind Eimer im Erdboden eingegraben. Der Eimerrand darf nicht überstehen, sonst fallen die Amphibien nicht hinein. Ein Stock im Eimer hilft dem sogenannten Beifang – Käfern, Reptilien oder Kleinsäugern – wieder herauszukrabbeln.

Die vielen ehrenamtlichen Retter und Retterinnen, ausgerüstet mit Stirnlampen und Warnwesten, sind bis in die Nacht und in den frühen Morgenstunden unterwegs. Sie tragen die Amphibien in regelmäßigen Abständen über die Straßen und setzen ihre Schützlinge dort aus, wo sie unbeschadet weiter zum Laichgewässer laufen und hüpfen können. Tausende Amphibien auf dem Weg zur Fortpflanzung werden so vor dem Tod auf der Straße bewahrt. Ihre Retter müssen vorsichtig im Verkehr sein, damit sie sich nicht selbst in Gefahr bringen.

Bis Mai dauert die Frühjahrswanderung der Kröten, Frösche und Molche zu ihren anestammten Laichgewässern. Die ortstreuen Erdkröten etwa laufen zu dem Gewässer, in dem sie einst geschlüpft sind – am liebsten auf dem kürzesten Weg. Je näher sie dem Gewässer und damit dem Platz kommen, an dem sie sich fortpflanzen können, desto entschlossener sind sie, Widerstände und Barrieren zu überwinden. Eine Kröte dagegen, die bereits unweit ihres Winterquartiers durch Hindernisse wie Zäune, steinige und sandige Wege oder Gebäude gestoppt wird, gibt früher auf. Trifft ein Krötenmännchen ein Weibchen unterwegs, hat es Glück: Denn dann klettert es ohne Umstände auf den Rücken der Partnerin und lässt sich zum Laichgewässer tragen. Da es in einer Erdkröten-Population oft mehr Männchen als Weibchen gibt, muss die Kröte manchmal sogar mehrere Männchen huckepack tragen.

Am angestammten Gewässer beginnt die Fortpflanzung. Nach dem Ablaichen gehen die Amphibien wieder getrennte Wege. Viele Amphibienretter kümmern sich auch noch um die Tiere, die schon abgelaicht haben, und setzen sie vom Gewässer und der Straße weg an einen sicheren Ort. Und woher weiß man, in welche Richtung beispielsweise eine Kröte dann weiterwandern will? Als Faustregel gilt: Das Tier sitzt immer mit dem Kopf in der Richtung, in die es auch laufen möchte – Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wer die Amphibienretter und ihre Schützlinge jetzt unterstützen möchte, achtet auf die Warnschilder und drosselt an den Wanderkorridoren das Tempo auf 30 Stundenkilometer. Gerade in der Nacht ist die Sicht schlecht und nicht nur die Tiere sind durch den Verkehr gefährdet, sondern auch die helfenden Menschen.“

Zur PM der Wildtier Stiftung kommt Ihr hier

Bildquelle: Vivienne Klimke




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