Blogpost
Montag, 03. Februar 2025

Scrollicon
Zwei Rehkitze liegen versteckt im Gras
03. Februar 2025, 09:33    Christine Miller

Jungwildrettung ein voller Erfolg für Natur- und Artenschutz


Die Deutsche Wildtier Stiftung hat in einer Umfrage herausgefunden, dass jedes Drohnenteam im Mai etwa drei Wochen Arbeit für den Natur- und Artenschutz investiert hat. Dabei wird nicht nur pro zehn Hektar Fläche ein Kitz gefunden, sondern auch schon mal Gelege von seltenen Rohr- oder Wiesenweihen.

Auszug aus der PM der DeWiSt:

„Um mehr über Umfang und Erfolg dieses Einsatzes für den Tier- und Artenschutz zu erfahren, haben die Deutsche Wildtierrettung, die Deutsche Wildtier Stiftung und der Deutsche Jagdverband eine Umfrage durchgeführt.

Ausgewertet wurden Antworten von 490 Jungwild-Rettungsteams aus allen Bundesländern. Sie haben im Jahr 2023 zusammen 475.000 Hektar Grünland oder grünlandähnliche Flächen mit Ackerfutter abgesucht. „Das entspricht einem Fünftel der Grünlandfläche, die in Deutschland jährlich gemäht wird. Damit sind unsere Ergebnisse sehr aussagekräftig“, sagt Andreas Alfred Brandt von der Deutschen Wildtierrettung.

Im Durchschnitt wurde auf zehn Hektar abgesuchter Fläche ein Rehkitz gefunden. In Relation zu den geretteten Rehkitzen wurden durchschnittlich nur 2,7 Prozent der Kitze übersehen und anschließend bei der Mahd verletzt oder getötet. „Das zeigt, wie praxisnah und effektiv die Jungwildsuche mit Drohnen ist, um Tierleid zu verhindern“, sagt Dr. Marie Sange vom Deutschen Jagdverband.

Fast jedes zweite Rettungsteam hat bei seinen Einsätzen mindestens einmal Gelege oder Jungvögel von Rebhühnern, Fasanen oder vor allem Stockenten gefunden. Selbst seltene Wiesen- und Rohrweihen wurden gelegentlich entdeckt und gerettet.  „Der Drohneneinsatz hat hohes Potenzial für den Schutz bedrohter Arten wie Brachvogel, Kiebitz oder Uferschnepfe“, sagt Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung.

Jedes Team investierte von März bis Juli durchschnittlich 271 Stunden in ehrenamtliche Tierschutzarbeit. Allein im Monat Mai waren es 118 Stunden, also drei volle Arbeitswochen. Pro Team waren im Schnitt zwei Drohnenpiloten und sechs Helfer in ihrer Freizeit aktiv – 70 Prozent davon waren Jäger, 30 Prozent Landwirte.

Im Hauptmonat Mai überflog jedes Jungwild-Rettungsteam durchschnittlich 4,5 Quadratkilometer mit der Drohne, von März bis Juli waren es sogar insgesamt über 11 Quadratkilometer. Am häufigsten suchten die Teams auf klassischem Grünland mit Gräsern und Kräutern (90 Prozent), Ackerfutterflächen mit Gras- und Kleemischungen (9 Prozent) sowie Flächen mit Getreide für Silage (6 Prozent).

Am häufigsten trafen die Rettungsteams in den Randbereichen der abgesuchten Flächen auf Jungtiere. Neben Rehkitzen wurden besonders oft junge Feldhasen gerettet. Auch Kälber von Dam- und Rothirsch wurden entdeckt.“




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.






Weitere Beiträge zu diesem und verwandten Themen finden Sie hier:

Tagung Jagd & Artenschutz: Positionspapier jetzt im Landtag

Zoos wollen mehr für heimischen Artenschutz tun

Vorträge zu „Naturschutzbeweidungen im Wald“ jetzt online

Wildes Bayern im Einsatz mit Wir retten Rehkitze

Urteil: Windkraftanlagen im Vogelschutzgebiet rechtswidrig

Konflikte kreativ lösen: Die Biber-Praxisfibel

Internationales Jahr für Beweidung und Hirtentum

Eichhörnchen – Daten sammeln und helfen!

Kreuzottern – jetzt gut darauf achtgeben!

Online-Seminar zu ökologischem Verhalten

Ohne Wildschweine weniger Artenvielfalt UPDATE

Kitzrettung – Bund fördert jetzt wieder Drohnenkauf

Über unser Verhältnis zu Behörden….

„Slow“ Peak Festival Wallberg – viel erreicht, aber mehr ist nötig

UPDATE Windkraft Öttinger Forst: Vortrag von Christine Miller

Podcast der Boku zu Wildtieren und Energiewende

Symposium zur Kitzrettung

Mehr Licht in der Nacht – weniger Vogelnachwuchs UPDATE

17. Januar Amphibienschutztagung

Photovoltaik – die ungenutzte Chance für die Biodiversität – UPDATE

Save the date: Internationale Igelkonferenz in Kopenhagen

München: Wildes Bayern stoppt Baumfällungen UPDATE

HEUTE Wildkatzen-Webinar der Wildtier Stiftung

Ausstellung in München: Invasive Arten

Rapsfelder – nur in Maßen gut für die Natur

Wildtierschutz-Interview: gegen den Strich oder auf den Punkt?

Diese Woche neue Online-Igelvorträge von Ninja Winter

Studie: Laufkäfer brauchen Lebensräume

Die Halloween-Studie: Ratten fressen Fledermäuse * VIDEO

UPDATE Gartenschläfer – alarmierende Studie aus dem Schwarzwald






Aktuelle Informationen



Totes Wild melden hilft Tierleben retten! UPDATE Hier ein aktueller Beitrag aus dem Garmischer Tagblatt zum Thema "Fallwild" und was sich dahinter verbirgt. Meldung vom 23. April…

Freitag, 05. Juni 2026
Jetzt lesen
UPDATE Familienaktionstag mit Wildes Bayern in Kreuth Am 24. Mai beteiligte sich Wildes Bayern e.V. am Familienaktionstag „Natürlich! Kreuth“, der offiziellen Auftaktveranstaltung der Naturerlebniswochen. Die ersten frühsommerlich warmen…

Freitag, 05. Juni 2026
Jetzt lesen
„Schädling"? Das Reh ist der Sündenbock der Forstlobby Es gibt ein Tier, auf das sich in Deutschland alle einigen können – beim Draufhauen. Der Förster schimpft über den…

Donnerstag, 04. Juni 2026
Jetzt lesen

Mitglied werden