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Mittwoch, 11. September 2024

Scrollicon
Eine Karte zeigt die Wanderwege des Rothirsches
11. September 2024, 14:45    office@wildes-bayern.de

Welt-Atlas der Huftierwanderungen erstellt


Experten der Konvention zum Schutz der wandernden Tierarten (CMS) der Vereinten Nationen haben einen Atlas der wandernden Huftierarten herausgegeben. Dazu zählen nicht nur Antilopen, Elefanten, Guanacos oder Zebras, sondern auch unsere heimischen Rothirsche, Gämsen, Rehe und Steinböcke. Leider sind jedoch weder Bayern noch Deutschland irgendwo verzeichnet – im Gegensatz zur Schweiz, Frankreich oder Finnland. Und auch die Rotwild, Steinwild oder Gämsen kommen überhaupt nicht vor. Woran das wohl liegen mag?

Nur dort, wo es echte Wildtierforschung gibt, ist auch der Rothirsch als wandernde Art untersucht und geschützt, so wie das Beispiel aus den Nationalparken Stilfser Joch und schweizerischem Nationalpark zeigt. Während in unseren „Nationalparken“ Todeszonen mit ganzjähriger Jagd ausgewiesen werden, kümmern sich die italienischen Forscher im Nationalpark um den Schutz der großen wandernden Arten. Jeder halt nach seinen fachlichen Fähigkeiten!

Ziel des Atlas ist es, wissenschaftliche Daten bereitzustellen, auf deren Basis Entscheidungsträger sich dann besser für den Schutz und das Management der Arten einsetzen können. Das wäre jedenfalls dringend nötig, denn laut der 14. Konferenz der Mitgliedsländer dieser Konvention sind 44 Prozent der wandernden Tierarten am Schwinden. Der Atlas würde zum Beispiel die Möglichkeit bieten, bei Infrastrukturplanungen gleich die Wild-Wanderwege mit einzukalkulieren und sich Lösungen für Konfliktpunkte zu überlegen. Den bayerischen Entscheidungsträgern in Sachen Rothirsch, Gams und Reh mag das allerdings zu fern liegen.

Zu den Faktoren, die vor allem wandernde Pflanzenfresser einschränken, zählen laut der UN unter anderem Lebensraumzerschneidung durch Zäune, Straßen und Bahngleise, Übernutzung durch Wilderei und der Klimawandel. In Kombination miteinander überfordern sie die Fähigkeit der Arten, damit klarzukommen. Deshalb fordern die internationalen Wissenschaftler mehr Beachtung der Wildtierwanderungen.

Den Atlas könnt Ihr Euch hier anschauen

Und hier findet Ihr das Faktenblatt zum Rothirsch im Bereich Schweiz/Italien in englischer Sprache

Hier außerdem einen schönen und informativen Radiobeitrag von Bayern2 zu diesem Wanderatlas

Bildquelle: CMS




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