Blogpost
Mittwoch, 16. April 2025

Scrollicon
Auf einer gemähten Wiese sind Streifen mit Bändern abgetrennt, die nicht gemäht wurden
16. April 2025, 09:10    office@wildes-bayern.de

Insektenschutzstreifen – Naturschutz leicht gemacht


Mahd und Beweidung sind absolut wichtige Methoden, um artenreiche Wiesen und Weiden zu erhalten. Aber manchmal kann weniger auch mehr sein: Rotierend wechselnde Insektenschutzstreifen, auch bekannt als Altgrasstreifen, in den gemähten Flächen stellen wertvolle Rückzugsräume und Entwicklungshabitate für zahlreiche Organismen dar. Im Sommer sind Insektenschutzstreifen für Schmetterlingsarten und Heuschrecken wichtige Rückzugs- und Entwicklungshabitate und locken mit ihrem Blütenreichtum auch viele andere Arthropoden an. In den Wintermonaten sind sie wertvolle Überwinterungshabitate – besonders für Tagfalter und Spinnen.

ANLiegen Natur hat eine Literaturauswertung veröffentlicht, bei der untersucht wurde, wie Heuschrecken, Tagfalter, Laufkäfer, Hummeln und Spinnen auf Mahd bzw. auf nicht gemähte Bereiche reagieren. Das Resultat: Temporär nicht gemähte Teilflächen jeder Größe und Form haben eine positive Wirkung sowohl auf die Artenvielfalt als auch die Biomasse von Arthropoden. Allerdings reagieren die verschiedenen Tiergruppen sehr unterschiedlich auf den Zeitpunkt der Mahd oder Beweidung. Heuschrecken zum Beispiel sind besonders im Sommer sehr negativ von einer Mahd betroffen, einige Spinnen sowie Tagfalter dagegen im Winter.

Für gering- bis mittelwüchsige Standorte schlagen die Wissenschaftler vor, die Insektenschutzstreifen einjährig stehen zu lassen und im Folgejahr ab April wieder mitzunutzen, damit sie nicht zu sehr verunkrauten oder sogar verbrachen, sich also vielleicht erste Büsche ansiedeln. Gleichzeitig sollte an anderer Stelle ein neuer Streifen angelegt werden. Wichtig: Eine Mahd im Winter ist immer zu vermeiden!

Weitere Tipps für die Praxis sind:

• Bei intensiver Bewirtschaftung mit mehr als 4 Mahdterminen im Jahr kann man sich entschließen, Sommer- oder Winterrefugien stehen zu lassen.

• Denkbar sind auch räumliche Kombinationen: Sommer- und Winterrefugien können auch auf der Fläche rotierend durchgeführt werden.

• Neben Fördermöglichkeiten bieten die Streifen auch Vorteile bei der Bewirtschaftung, wenn zum Beispiel die Streifen dort etabliert werden, wo es ohnehin schwierig ist zu mähen, wie auf spitz zulaufenden Flächen, entlang von Zäunen, an Böschungen, unter Bäumen. Dann können sie sogar eine Arbeitserleichterung darstellen.

• Insektenschutzstreifen auf sehr windigen oder trockenen Standorten können auch dazu beitragen, Feuchtigkeit im Boden zu halten und das umliegende Mikroklima positiv zu beeinflussen. Außerdem können sie als Erosionsfänger von verwehten oder ausgeschwemmten Ackerböden der Nachbarflächen  dienen.

Eine Broschüre zur Anlage von Insektenschutzstreifen findet Ihr hier

Den vollständigen Bericht über die Studie in ANLiegen Natur findet Ihr hier

Bildquelle: Viktoria Angerer




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.






Weitere Beiträge zu diesem und verwandten Themen finden Sie hier:

„Slow“ Peak Festival Wallberg – viel erreicht, aber mehr ist nötig

Buchtipp: Spannender Einblick ins komplexe Wesen des Huhns

Wie Pflanzenschutzmittel das Leben im Boden schädigen

Erstmals Vogelgrippe bei Kuh in Europa entdeckt

Neue Naturschutz-Vorträge der ANL

UPDATE Windkraft Öttinger Forst: Vortrag von Christine Miller

Podcast der Boku zu Wildtieren und Energiewende

Dank an wildtierfreundliche Landwirte für Kitzrettung

Mehr Licht in der Nacht – weniger Vogelnachwuchs UPDATE

17. Januar Amphibienschutztagung

Photovoltaik – die ungenutzte Chance für die Biodiversität – UPDATE

3.12. Abschlussinfo zum Projekt „Insektenfreundliches Günztal“

Save the date: Internationale Igelkonferenz in Kopenhagen

München: Wildes Bayern stoppt Baumfällungen UPDATE

HEUTE Wildkatzen-Webinar der Wildtier Stiftung

Ausstellung in München: Invasive Arten

Rapsfelder – nur in Maßen gut für die Natur

Wildtierschutz-Interview: gegen den Strich oder auf den Punkt?

In zweiter Instanz: Landwirt für zermähtes Kitz verurteilt

Diese Woche neue Online-Igelvorträge von Ninja Winter

Studie: Laufkäfer brauchen Lebensräume

Die Halloween-Studie: Ratten fressen Fledermäuse * VIDEO

UPDATE – EU verabschiedet Bodenüberwachungsgesetz

UPDATE Gartenschläfer – alarmierende Studie aus dem Schwarzwald

Das Geheimnis um den ausgestorbenen Nerz

Forscher warnen: Genetische Vielfalt nicht außer Acht lassen! UPDATE

UPDATE Rappenalptal: Natur einfach machen lassen…

Insekten brauchen mehr und verlässliche Lebensräume

Wählen Sie mit: Deutscher Engagementpreis

Jetzt Mitglied werden und kostenlos die Messe in Grünau besuchen!






Aktuelle Informationen



Plotthounds hetzen Wildschwein - Behörden ermitteln UPDATE Noch am Freitag haben wir Anzeige im Fall der von Hunden gehetzten Sau eingereicht. Wir bitten die Staatsanwaltschaft Würzburg darin,…

Montag, 16. Februar 2026
Jetzt lesen
24. Februar - ein Stündchen Webinar über den Hirsch Die Deutsche Wildtier Stiftung lädt am 24. Februar 2026 von 18 bis 19 Uhr zu einem Webinar über den Rothirsch…

Samstag, 14. Februar 2026
Jetzt lesen
"Rehfriedhof" im Wald bei Anger entdeckt In der Jagdgenossenschaft Högl bei Anger, von der wir in den letzten Tagen schon berichtet haben, tut sich ein großes…

Donnerstag, 12. Februar 2026
Jetzt lesen

Mitglied werden