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Mittwoch, 16. Juli 2025

Scrollicon
Eine metallgraue Schlange mit gelben Flecken hinter dem Kiefer liegt eingerollt da.
16. Juli 2025, 09:22    office@wildes-bayern.de

Zum Welttag der Schlange: Wenn Vorurteile ganze Tiergruppen bedrohen


Heute ist der Welttag der Schlange! Eine gute Gelegenheit für uns, mal wieder einem völlig missverstandenen Tier besondere Aufmerksamkeit und Respekt zu schenken.

Viele Menschen sehen in Schlangen nichts als Gefahr oder ekeln sich vor ihnen. Dabei sind sie wahre Überlebenskünstler: In fast jedem Lebensraum, ob Wüste oder Regenwald, finden sich höchst angepasste Schlangenarten. Die meisten von ihnen sind dabei für uns Menschen vollkommen harmlos und gehen uns lieber aus dem Weg.

Unsere sechs einheimischen Schlangenarten, wie die Ringelnatter oder die Kreuzotter, sind alles andere als aggressiv. Wenn überhaupt, beißen sie nur in größter Not, wenn sie sich massiv bedrängt fühlen. Meistens sind sie aber schlichtweg unsichtbar, denn sie sind scheu und meiden uns Menschen.

Schlangen leisten einen wichtigen Beitrag zum Ökosystem, indem sie Mäuse und andere Kleintiere jagen. Aber durch Lebensraumverlust, Verkehr und sogar gezielte Tötung sind auch unsere Schlangenarten gefährdet.

Exotische Schlangenarten werden gerne als Haustier oder Prestigeobjekt gehalten. Leider kommt es dabei nicht selten zu so gravierenden Haltungsfehlern, dass Behörden einschreiten. Beschlagnahmte, ausgesetzte oder geschmuggelte Reptilien finden einen sicheren Zufluchtsort in der Reptilienauffangstation München, die wir vom Wilden Bayern erst kürzlich mal besucht haben. Auch hochgiftige Tiere werden dort fachkundig betreut und tiermedizinisch versorgt. Dort warten sie dann auf ein neues und vor allem besseres Zuhause. Wer sich mit Reptilien auskennt und vielleicht eins aufnehmen würde, kann sich hier bei der Auffangstation informieren!

Eine traurige Entwicklung findet besonders bei den wegen ihrer ruhigen Art beliebten Königspythons statt. Durch sogenannte Qualzuchten, also extreme Farb- oder Körpermutationen, die den Tieren oft gesundheitliche Probleme bereiten, ist ihre Zucht und Haltung längst nicht mehr irrelevant, wenn es um Tierschutz geht. Hier ist dringende Aufklärungsarbeit im Hinblick auf das Tierwohl nötig.

Schlangen sind alles andere als bösartigen Killermaschinen. Sie sind faszinierende Tiere mit erstaunlichen Fähigkeiten. So können sie mit ihrer Zunge „riechen“, ihre Beute am Herzschlag erkennen oder sogar Infrarotstrahlung wahrnehmen. In vielen Kulturen gelten sie als Symbol der Weisheit, Erneuerung und Heilung.

Diese einzigartigen Tiere sind nicht nur durch Umweltzerstörung bedroht, sondern auch durch hartnäckig bestehende Vorurteile. Zum Welttag der Schlange möchten wir deshalb daran erinnern, dass Tiere nicht gleich gefürchtet werden müssen, nur weil man sie nicht versteht.

Wer selbst etwas für Reptilien in der Landschaft oder im Garten tun möchte, kann sich wunderbar hier bei der Schweizer Organisation KARCH informieren

Wer mehr wissen will über die Schlangen in Deutschland, kann hier nachschauen

 

Bildquelle: Rihaij/Pixabay.de




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