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Der Baumschläfer ist die seltenste Bilchart Mitteleuropas. Er ist so rar, dass man sich leider ernsthaft fragen muss, ob es ihn überhaupt noch gibt! Darauf macht das Landesamt für Umwelt (LfU) auf seiner Internetseite aufmerksam.
„Trotz Nachsuche mit Hilfe von Nistkästen an den überlieferten Fundorten gelang es in jüngerer Zeit nicht, die bekannten Nachweise zu bestätigen oder neue Vorkommen zu finden“ schreibt die Behörde. Baumschläfer waren in Bayern schon immer eine absolute Seltenheit. 1988 gab es drei gesicherte Nachweise in Nistkästen in den oberbayerischen Alpen im Landkreis Rosenheim. Seitdem wurde der Baumschläfer nur noch zwei Mal nachgewiesen: 1993 in der Nähe des Eibsees im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und 2010 bei Brannenburg, also wieder im Landkreis Rosenheim. In den 1940er, 1950er und 1960er Jahren wurde er noch im Fichtelgebirge, dem Bayerischen Wald und weiteren Stellen in den oberbayerischen Alpen entdeckt.
Das LfU geht davon aus, dass der Baumschläfer weniger geworden ist, weshalb er auf der Roten Liste Bayerns als vom Aussterben bedroht eingestuft ist. Der Baumschläfer ist als FFH-Anhang-IV-Art streng geschützt. Nachdem 30 Jahre niemand mehr nach ihm geschaut hatte, konnte er in einem Monitoring-Projekt von 2021 bis 2023 nicht mehr nachgewiesen werden.
Wer ihn zufällig zu Gesicht bekommt, erkennt ihn an folgenden Merkmalen:
Der Baumschläfer (Dryomys nitedula) ist bis zu 12 cm groß und hat ein Gewicht von ca. 15 bis 40 g. Der 6 bis 10 cm lange Schwanz ist einfarbig und behaart. Das Rückenfell ist graubraun und die Bauchunterseite cremefarben bis weiß, ähnlich dem Siebenschläfer. Den Kopf zieren eine dunkle Gesichtsmaske, die sich von der Nase bis zu den Ohren zieht, und dunkle Augenringe. Der Gartenschläfer (Eliomys quercinus) ist im Unterschied zum Baumschläfer größer und trägt eine Quaste am Schwanzende. Seine schwarze Gesichtsmaske reicht bis hinter die Ohren.
Er bewohnt feuchte unterholzreiche Laubwälder und besiedelt auch alte Fichtenwälder mit Unterwuchs und montane Bergmischwälder. Seine Nahrung besteht aus pflanzlicher und vor allem auch tierischer Kost. So frisst er Knospen, Blätter, Samen, Beeren und Insekten. Er bewohnt selbstgebaute Nester und Baumhöhlen. Den Winterschlaf von Oktober bis April verbringt er in unterirdischen Verstecken im Wurzelbereich von Bäumen.
Einen Bericht des LfU zur Situation der Garten- und Baumschläfer findet Ihr hier
Bildquelle: Attis, CC BY-SA 3.0
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