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Dienstag, 12. März 2024

12. März 2024, 17:31    office@wildes-bayern.de

UPDATE Tauben: Hilfe leisten statt “Schädlinge” bekämpfen


UPDATE 12. März 2024: Hamburg soll mit gutem Beispiel für Taubenschutz vorangehen

Der Deutsche Tierschutzbund und der Hamburger Tierschutzverein von 1841 (HTV) haben an die Hamburger Abgeordneten appelliert, einem Antrag der Hamburger Grünen- und SPD-Fraktion zur Etablierung von Taubenschlägen rund um Hamburgs große Bahnhöfe stattzugeben.

Laut Antrag sollen jeweils drei betreute Taubenschläge am Hauptbahnhof und in Altona entstehen, in denen die Eier gegen Attrappen getauscht werden können. Über einen Zeitraum von drei Jahren will man dafür bis zu 350.000 Euro jährlich zur Verfügung stellen.

Die Hamburgische Bürgerschaft entscheidet in ihrer Sitzung am 13. März über den rot-grünen Antrag. In betreuten Taubenschlägen erhalten die Tiere artgerechtes Futter und Plätze zum Brüten, wodurch sie sich hauptsächlich in der Nähe des Schlags aufhalten und weniger auf Futtersuche gehen, was Konflikte mit Menschen reduziert.

Die gelegten Eier werden entnommen und durch Attrappen ausgetauscht – eine wichtige Maßnahme für eine reduzierte und gesündere Taubenpopulation. Das Konzept – genannt „Augsburger Modell“ – hat sich als nachhaltigste Lösung bewährt. Die Betreuung und Kontrolle der Taubenschläge wird vielerorts von lokalen Tierschutzvereinen und Ehrenamtlichen gestemmt, die jedoch häufig mit begrenzten Ressourcen und fehlender finanzieller Unterstützung konfrontiert sind. Umso begrüßenswerter sei es aus Sicht der Tierschützer, dass der Hamburger Antrag neben den finanziellen Mitteln vorsieht, örtliche Tauben- und Tierschutzvereine als beratende Institutionen einzubinden.

Der Deutsche Tierschutzbund weist darauf hin, dass Tauben sehr liebenswerte und intelligente Tiere sind. Sie stehen für Liebe und Frieden und sind treu. Man solle ihnen Respekt zollen. In vielen Städten gelten sie jedoch als eine Art “Ratten der Lüfte”, als schmutzige Überträger von Keimen, Parasiten und Krankheiten. Zu Unrecht, sagt der Deutsche Tierschutzbund:

  • Die gesundheitliche Gefährdung durch Tauben ist nicht größer als die durch andere Zier- und Wildvögel oder Haustiere.
  • Man sollte sie nicht unkontrolliert füttern. Dem Zufutter fehlt es oft an wichtigen Nährstoffen und auch die unregelmäßige Fütterung birgt Probleme für die Tiere.
  • Wie andere Tiere auch, dürfen Tauben nicht geärgert oder gequält werden.
  • Kranke oder verletzte Tauben am besten bei einem Stadttauben- oder Tierschutzverein melden, um dem Tier zu helfen.

Mehr zum Projekt Taubenschutz des Deutschen Tierschutzbundes findet Ihr hier

Eine Taube fliegt ins Bild. Text daneben: Tauben in der Stadt? Kein Problem!

Taubenkampagne des Dt. Tierschutzbunds

 

Ursprüngliche Meldung vom 8. Januar 2024

Der Landtag Sachsen-Anhalt hat den Weg freigemacht, dass verwilderte Haustauben nicht mehr per Verordnung als Schädlinge bekämpft werden müssen, sondern tierschutzgerecht betreut werden dürfen. Das hat die Abgeordnete Dorothea Frederking in einer Pressemitteilung bekannt gegeben.
Als gutes Beispiel dafür, wie es jetzt weitergehen kann, stellt sie eine Initiative in Stendal vor. Hier arbeitet die regionale Wohnungsbau-Genossenschaft Altmark e.V. (WBGA) Hand in Hand mit engagierten Tierfreund*innen an der Errichtung und der Betreuung eines Taubenschlages in der Umgebung eines WBGA-Hauses.
Verdreckte Böden und nur schwer zu entfernender Taubendreck auf den Balkonen sollen schon bald der Vergangenheit angehören. Auch im Stadtbild der Hansestadt wird sich der Taubendreck verringern. Durch den Austausch der Eier gegen Gipseier wird die Taubenpopulation reduziert.
“Städte, Gemeinden und Kommunen könnten beispielsweise zusammen mit den Wohnungsbau-Genossenschaften die finanziellen Mittel bereitstellen und geeignete Standorte für Taubenschläge suchen. Tierschützer*innen liefern dann die Arbeitskraft und das nötige Wissen, um die Tauben artgerecht zu betreuen und die Bestände ohne Tierleid zu reduzieren.”

Mehr Informationen findet Ihr hier

 

Bildquelle: Monika 1607/Pixabay, Deutscher Tierschutzbund




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