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Montag, 27. Januar 2025

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Baden-Württemberg lässt sein Rotwild fallen
27. Januar 2025, 15:08    Christine Miller

Baden-Württemberg lässt sein Rotwild fallen


Der Abschlussbericht des Forschungsprojekts „Rotwild in Baden-Württemberg“ liegt seit Dezember vor, und die Ergebnisse lassen jeden, der sie mit Verstand liest, in einen Abgrund blicken. Vor allem auf genetischer Ebene sind die Populationen in den kleinen Insellebensräumen des „Ländle“ auf Sturzfahrt. Das hat jetzt auch die Schwäbische Zeitung aufgegriffen, ihr Beitrag trägt den Titel: „Der Hirsch in Baden-Württemberg könnte bald verschwunden sein“.

Tatsächlich zeigt der Forschungsbericht auf, dass die genetische Lage des größten Säugetiers, das auch das Wappen der Württemberger ziert, fast aussichtslos ist, wenn nicht sofort konzertiert gegengesteuert wird.

Aber dazu zeigt die Landesregierung keinerlei Ansätze. Der zuständige Minister hatte schon nach einem ersten, wenig beruhigenden Bericht von 2007 nichts unternommen, und jetzt, wo die Ampel auf dunkelrot umgesprungen ist, schaut er dem Aussterben des Rothirsches offenbar weiter gelassen weiter zu. Vielleicht hat der frühere Brotberuf des Ministers (Forstamtsleiter) den klaren Blick für´s Ganze getrübt. Anstatt Verantwortung für den gesamten Ländlichen Raum zu übernehmen, befördert Minister Hauk (CSU) Arten, die ihm nicht wichtig erscheinen „über den Jordan“.

Die Staatsregierung hat jedenfalls konsequenterweise in ihrem neuen Corporate Identity den Hirsch wie auch den Greif schonmal weggelassen. Wer jetzt einen Brief vom Ministerium bekommt, findet darauf ein Logo, das massiv an eine AGIP-Tankstelle erinnert, aber nicht mehr an die stolzen, schmückenden Wildtiere wie den Hirsch, der einst die Wälder des Ländle bewohnte und in Schwarzwalduhren, den Namen von Ortschaften und Gasthäusern und tausenderlei anderen Traditionen verewigt ist.

Das neue CI des Landes

 

Der frühere Briefkopf des Ministeriums für Ländlichen Raum

 

Die heutige Signatur des Ministeriums für Ländlichen Raum

 

Die Verantwortlichen sehen das natürlich irgendwie anders: „Atemberaubende Natur und lebendige Städte. Mit Stolz gelebte Tradition und hochtechnologische Innovationskraft“ – das soll das neue „CI“ verkörpern. Sieht man ja auf den ersten Blick, oder etwa nicht??

Den Abschlussbericht des Projekts „Rotwild in Baden-Württemberg“ findet Ihr hier

Den lesenswerten Bericht aus der Schwäbischen findet Ihr hier

Hier ein Bericht zum Thema aus dem „Karlsruher Insider“ (online)

Bildquelle: Land Baden-Württemberg, MLR/Baden-Württemberg




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