Blogpost
Dienstag, 25. August 2026

Scrollicon
Ein Eichhörnchen sitzt auf einem dicken Baumast
25. August 2026, 12:18    office@wildes-bayern.de

Eichhörnchen sind eine Leitart für Stadtnatur


Hier kommt mal wieder eine schöne Studie aus der Schweiz: Im Rahmen des Projekts „StadtWildTiere“ (das es bei uns auch in Berlin gibt) wurde untersucht, welche Rolle Eichhörnchen für die Bewertung städtischer Landschaftsqualität spielen können. Das Ergebnis: Eine große! Das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) kann wichtige Hinweise liefern, wie gut städtische Lebensräume für baumgebundene Wildtiere geeignet und vernetzt sind.

Eichhörnchen leben in Bäumen – ihr Vorkommen zeigt also, dass es genug große, alte Bäume verschiedener Arten mit großen Kronen gibt, in denen sie schlafen, sich fortbewegen und Nahrung finden können. Diese Lebensraumansprüche machen Eichhörnchen zu einer hervorragenden Leitart für baumgebundene Wildtiere im Siedlungsraum. Wo sie existieren, leben oft auch verschiedene Vogel-, Nagetier-, Fledermaus- und Insektenarten, die ebenfalls auf alte Bäume angewiesen sind.

Im Rahmen der Studie wurden für 20 Schweizer Städte wurden digitale Habitateignungs- und Vernetzungsmodelle entwickelt. Sie zeigen geeignete Lebensräume, wichtige Korridore und Barrieren, wie Autobahnen, Bahnlinien oder Gewässer. Diese Daten können Verwaltungen und Planungsfachpersonen dabei unterstützen, ökologische Qualität und Vernetzung für kleine, an Bäume gebundene Wildtiere stärker in Planungsprozesse einzubeziehen, etwa bei Arealentwicklungen, Aufwertungsprojekten, Richt- und Nutzungsplanungen oder bei der Priorisierung von Massnahmen im öffentlichen Raum.

Die notwendigen Daten für die Studie wurden zu einem großen Teil von Bürgern im Rahmen von Citizen Science eingebracht. Dafür gibt es in der Schweiz Plattformen, wie Wildenachbarn und StadtWildTiere. Diese Beobachtungen machen Wildtiere im Siedlungsraum sichtbar und liefern wertvolle Daten für Planungsgrundlagen, die zu mehr ökologischer Landschaftsqualität und besser vernetzten Wildtierlebensräumen in Städten beitragen können.

 

Den vollständigen Bericht können Sie hier herunterladen

Mehr Infos zum Projekt StadtWildTiere finden Sie hier

 




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.






Weitere Beiträge zu diesem und verwandten Themen finden Sie hier:

Feld- und Schneehase: Wie teilen sie sich die Nahrung?

Zu wenige Städte nutzen Grün fürs Klima

Pflanzenfresser ansiedeln statt auslöschen!

Was unsere Vögel wirklich beeinflusst

Wie Wildtiere Spurenelemente verteilen

Junge Steinadler verraten Wichtiges über Nesthocker

Käferstudie zeigt, wie sich Elternfürsorge auszahlt

Aale brauchen Lebensraum, aber vor allem Beute

Was ein Wehr für einen Jungfisch bedeutet

Bäume sind Gesundheitssschutz – wichtige Entscheidung aus Regensburg

Wölfe – nicht die Jagd bewegt sie, sondern die Beute!

Entwurmungsmittel bringt Nahrungskette durcheinander

Amerikanische Bisons als Blaupause für unser Wild UPDATE

Braunkehlchen, so zäh wie winzige Ironmen…

Mehrjährige Grashalme als Hotspots der Insektenvielfalt

UPDATE Katastrophe am Gewässergrund: Massensterben von Muscheln

Wer einen Vogel hat, ist klarer im Kopf

Wichtiger Hinweis: Baumfällung ist Eingriff nach Naturschutzgesetz!

Archäologie im Bartgeierbett

Das Hermelin – im Klimawandel bald gefährdet?

Rotwild-Genetik-Studie: Kanibers Hütchenspieler

Allmende – Weiden für unser aller Artenvielfalt

Unordnung im Wald zahlt sich in Arten aus

Wenn der Weg das Ziel ist – was Staudämme mit Flussfischen machen

Petition: Finger weg von unseren Stadtwäldern!

Fördert der Mensch als „Schutzschild“ den Goldschakal?

Zum Tag der Wanderfische: Mehr Schutz durch die Bonner Konvention!

Nicht alle Insekten sind der Stadt gewachsen

Nicht jeder Mischwald ist gut fürs Ökosystem

Auen und Weidetiere – eine fruchtbare Symbiose






Aktuelle Informationen



Bitte mitmachen: Umfrage zur Gartennutzung Noch bis Ende Oktober veranstaltet die Arbeitsgruppe Stadtökologie und Biodiversität der Ruhr-Universität Bochum eine Umfrage unter Gartenbesitzerinnen und -besitzern. Es…

Mittwoch, 07. Oktober 2026
Jetzt lesen
Lesegenuss: "Die Welt unter unseren Füßen" Ein englischsprachiger Autorenname auf einem Naturbuch hat immer eine gewisse Verheißung, denn rätselhafterweise beherrschen englischsprachige Autoren viel öfter die Fähigkeit…

Dienstag, 06. Oktober 2026
Jetzt lesen
Was Indien dem Elefant gönnt, gönnen wir nicht mal dem Hirsch Indien ist ungefähr zehnmal so groß wie Deutschland, aber das Land ist auch um einiges ärmer. Trotzdem hat es gerade…

Dienstag, 06. Oktober 2026
Jetzt lesen

Mitglied werden