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Montag, 07. September 2026

Scrollicon
Ein grüner Vogel mit orangegelbem Kopf sitzt auf einem Draht vor Bäumen
07. September 2026, 15:45    office@wildes-bayern.de

Was unsere Vögel wirklich beeinflusst


Im Oktober 2025 erschien die letzte aktuelle Bestandssituation der Vögel in Deutschland. Dabei zeigte sich kein einheitliches Bild: Während Alpenstrandläufer (-84 %), Rebhuhn (-66 %), Bekassine (-66 %), Kiebitz (-65 %), Wachtelkönig (-61 %), Braunkehlchen (-59 %) und Uferschnepfe (-59 %) teils drastische Rückgänge erleiden, geht es mit Bienenfresser, Zaunammer, Wiedehopf und Purpurreiher-Vogelarten deutlich bergauf. Warum gibt es solche Unterschiede, und welche Faktoren beeinflussen die Entwicklung der Bestände? Das hat jetzt ein Wissenschaftlerteam der Hochschule Koblenz und der University of St. Andrews untersucht.

In ihre statistische Analyse wurden die insgesamt 140 in Deutschland brütenden Vogelarten eingezogen. Neben einem Langzeittrend für die Zeit seit etwa 1860-1910 wurden in der Bestandssituation Trends für 12, 24 und 42 Jahre berichtet. Für alle vier Trends wurde nach Einflussfaktoren gesucht. Was heraus kam, bestätigt auf den ersten Blick unsere Vermutungen – und untermauert diese als Fakt.

Ergebnis 1: In der Agrarlandschaft lebende Arten leiden signifikant häufiger an Bestandsrückgängen als andere Arten.

Ergebnis 2: Bei Arten mit engeren klimatischen Nischen sind negative Trends wahrscheinlicher als bei anderen Arten. Das gilt sowohl für den langfristigen Trend als auch für neuere Populationsentwicklungen.

Ergebnis 3: Je toleranter Vogelarten gegenüber vom Menschen veränderten Lebensräumen sind, desto besser für ihre Populationsentwicklung. Eine höhere Toleranz schützt vor negativen Trends.  Außerdem scheinen sich größere Vögel leichter zu tun: Ein negativer Langzeittrend war bei größeren Arten seltener, was durch früher größeren Jagd- und Verfolgungsdruck erklärt werden kann.

Insgesamt zeigt sich, dass Generalisten, die unter vielfältigen klimatischen Bedingungen und in unterschiedlichen, vom Menschen veränderten Lebensräumen und nicht nur in der Agrarlandschaft leben können, vor negativen Populationsentwicklungen besser geschützt sind als ihre Artgenossen.

Die original Studie in englischer Sprache können Sie hier nachlesen

 

Bildquelle: Walter Coppola/pixabay.de, Ein grüner Vogel mit orangegelbem Kopf sitzt auf einem Draht vor Bäumen




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