Mit ihrem schützenden Panzer wirken Gürteltiere wie kleine Ritter der Tierwelt: leise, ausdauernd und stets im Dienst des Ökosystems. Sie graben, lockern den Boden, verbessern die Wasseraufnahme und verteilen Nährstoffe. Ihre selbstgebauten Höhlen werden später von anderen Tieren als sicherer Unterschlupf genutzt. Doch trotz ihrer wichtigen Rolle geraten diese faszinierenden Tierchen in ihren Heimatregionen immer stärker unter Druck.
2025 steht nun besonders eine Art im Rampenlicht: Das Savannengürteltier (Dasypus sabanicola). Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) hat es zum „Zootier des Jahres“ gekürt, eine Initiative, die bedrohten oder wenig bekannten Tierarten eine Stimme gibt und konkrete Schutzprojekte fördert.
Gürteltiere sind ausschließlich auf dem amerikanischen Kontinent zu finden, 25 anerkannte Arten, vom winzigen 100 Gramm Gürtelmull bis zum 30 Kilo Riesengürteltier. Der namensgebende „Gürtel“ besteht aus Osteodermen, also kleinen knöchernen Platten, die in die Haut eingelagert sind. Schmale, weichere Hautbereiche zwischen den Platten sorgen für genügend Flexibilität.
Gürteltiere sind wahre Überraschungskünstler: Sie können nicht nur erstklassig graben, sondern auch schwimmen, indem sie ihre Lungen wie ein Luftkissen aufblasen. Das Neunbinden-Gürteltier bringt stets genetisch identische Vierlinge zur Welt, was die Art reproduktiv einzigartig macht. Und obwohl viele glauben, dass sich alle Arten zu einer Kugel einrollen können, beherrscht das tatsächlich nur eine Art, das Dreibindengürteltier.
Das Savannengürteltier ist ein Insektenfresser und lebt in den weiten Graslandschaften Kolumbiens. Laut der Weltnaturschutzorganisation IUCN ist es „potenziell gefährdet“. Lebensraumverlust durch Landwirtschaft, Brände infolge des Klimawandels und die lokale Jagd setzen ihm massiv zu.
Seit über zehn Jahren engagiert sich die kolumbianische Fundación Omacha für den Schutz von fünf Gürteltierarten. Ihr Erfolgsrezept: Wissenschaft, Umweltbildung, Gemeindearbeit und politischer Dialog greifen ineinander.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mehr als 306.000 Hektar wurden zu „gürteltierfreundlichen“ Flächen erklärt. Über 60 Landbesitzer verzichten freiwillig auf Jagd, erhalten Lebensräume und beteiligen sich aktiv am Monitoring. Fast 200 Kamerafallen liefern wertvolle Daten über das Verhalten der Tiere. Sogar 58 Restaurants der Region wurden zu „wildfleischfreien Restaurants“ und setzen ein starkes Zeichen gegen die Jagd.
Diese Bilanz zeigt: Wenn lokale Gemeinschaften eingebunden werden, Wissen geteilt und langfristige Partnerschaften aufgebaut werden, kann Artenschutz echte Erfolge bringen. Die Kampagne „Zootier des Jahres“ macht dies möglich – und gibt stillen, aber unverzichtbaren Helfern wie dem Gürteltier eine Chance, auch in Zukunft ihre Rolle im Ökosystem zu erfüllen.
Bildquelle: (Symbolbild) zoosnow/Pixabay.de
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