Mir sind sie auch schon aufgefallen: Amseln, die ein wenig zerrupft ausschauen und wenig scheu im Garten herum hüpfen. Fliegen können oder mögen sie nicht gern. Am nächsten Tag findet man sie tot auf dem Rasen oder unter einem Busch. Eine mögliche traurige Erklärung ist das Usutu-Virus. Der Erreger wird von Stechmücken übertragen, von denen es zumindest in unserer oberbayerischen Region in diesem Jahr aufgrund des vielen Regens mehr als sonst gibt.
Der Landesbund für Vogelschutz schreibt dazu: „Behandlungsmöglichkeiten, Medikamente oder eine Impfung gibt es nicht. Erstmals wurde das Virus in Südafrika nachgewiesen. Seit 1996 tritt es auch in Europa auf und führt zu regionalen und zeitlich begrenzten Vogelsterben. Seitdem tritt das Virus jedes Jahr in unterschiedlicher Intensität auf. Hitze und Feuchtigkeit begünstigen die Verbreitung.“
Für Menschen und für Haustiere, wie Hunde oder Katzen, ist das Virus bis jetzt offenbar weitgehend ungefährlich. Nur in Ausnahmefällen (besonders geschwächtes Immunsystem) sind Menschen einmal daran erkrankt, dann kann es allerdings bis zu einer Hirnhautentzündung führen.
Der LBV bittet darum, tote Vögel zu melden und sogar untersuchen zu lassen. Das kann man über das regionale Veterinäramt angehen – oder den Vogel mit Kühlakkus verpackt an das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg einsenden. Bitte erkundigen Sie sich vorher über die Kosten, da wir vom Wilden Bayern hier leider hin und wieder böse Überraschungen erlebt haben. Man sollte die Vögel auf jeden Fall nur mit Handschuhen anfassen und sich gut die Hände waschen bzw. sie desinfizieren.
Weitere Infos zum Usutu-Virus finden Sie hier auf der Seite des LBV
und hier auf der Seite des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)
Weitere Tipps und Ansprechpartner findet Ihr auch hier beim Friedrich Löffler-Institut (FLI)
Bildquelle: Willfried Wende/Pixabay
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