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Dienstag, 10. März 2026

Scrollicon
Zwei Rehe im Winterfell stehen in einem Wald und schauen zurück auf den Betrachter
10. März 2026, 10:53    office@wildes-bayern.de

Jungjäger zum achtsamen Jagen bringen


Huh, sollte es das wirklich noch geben – „achtsam und naturverbunden jagen“? Die „Jäger der neuen Zeit“ schreiben sich das auf die Fahnen, eine Art Jagd-Coaching-Agentur und digitale Community, die sich insbesondere an Jungjäger richtet, die nach ihrer Jagdprüfung die ersten Schritte in den Revieren machen.

Wir sind über ein Video zum Rehwild gestolpert, das uns sehr angesprochen hat und das wir unseren Lesern hier vorstellen möchten: „Zwischen den Fronten: Warum Rehwild eine weidgerechte Jagd verdient hat“. Es holt die jagdliche Sicht auf die Wildart sozusagen wieder auf den Boden von Ethik und Respekt vor der Kreatur, wo sie hingehört.

Es wäre ja zu schön, wenn hier mal ein Format durch die digitale Welt geistern würde, das auf echte Waidgerechtigkeit setzt und sie auch lehrt statt immer nur das Prinzip „weiter, krasser, heftiger“ zu verfolgen…

Das wirklich schöne Video zum Rehwild (und weitere des Teams JDNZ) finden Sie hier

Die Internetseite der „Jäger der neuen Zeit“ finden Sie hier




A. Goni schrieb:


Reines Werbevideo für konservative Trophäenjagd (was zeichnet denn den „Zukunftsbock“ als solchen aus??) ohne brauchbaren Inhalt. Was soll „neu“ daran sein, die Jagd auf den noch nicht verfegten Bock zu diffamieren (was spricht aus Sicht der Wildbiologie dagegen, einen noch nicht verfegten Bock zu schießen?) und Jäger, die darauf keinen Wert legen, zu unterstellen, sie würden das Wild rein als Schädling betrachten? Nichts daran ist neu – im Gegenteil: zum Glück sind die alten Zeiten vorbei, wo der nicht verfegte Bock auf der Hegeschau ein rotes Bapperl bekam und es ist längst Zeit, diese und andere alten Zöpfe abzuschneiden.

Antworten
Christine Miller schrieb:


Der Kommentator fragt zurecht, was die Wildbiologie dazu sagt: Warum soll man einen jungen Bock nicht zu schießen und ihn alt werden zu lassen? Die Antwort darauf ist: Weil jagdliche Eingriffe so sein müssen (siehe Jagdgesetz), dass die artgerechten natürlichen Sozialstrukturen und Verhaltensweisen erhalten oder wieder hergestellt werden. In Rehpopulationen muss es daher auch alte Rehböcke und Rehgeißen geben (alt heißt beim Rehwild mindestens 6 Jahre und älter). Die Kondition eines Rehs im Frühjahr – im Kohortenvergleich und unter Berücksichtigung des Lebensraums und Rehreviers – lässt auch Rückschlüsse auf die Fitness eines Rehes zu. Daher ist es nicht verkehrt gesunde und propere Rehe alt werden zu lassen und schwache und kümmernde zu erlegen. Und warum nicht gleich alle Bastböcke strecken? Weil die Jagd auf nicht verfegte Böcke halt ein Ausdruck dafür, dass es grundsätzlich besser ist die Bejagung erst später im Jahr zu beginnen und nicht im Frühjahr (wenn die Böcke noch Bast tragen). Außerdem trägt es zur Schadensprophylaxe bei, erst einen Bock sein Revier sichern und markieren zu lassen, der dann verhindert, dass andere Böcke dort niederlassen und markieren. Wird schon im Bast ein Bock nach dem anderen erlegt, wird vermutlich jeder von ihnen oc ein bisschen Gelegenheit gehabt haben, seine Fegespuren hinterlassen. Mit etwas wildbiologischen Grundkenntnissen kann man also artgerecht, gesetzeskonform und schadensminimierend jagen. Wer sich damit nicht auskennt sollte nicht auch noch stolz auf sein Unwissen sein, sondern vielleicht einfach ein anderes Hobby oder Beruf wählen.

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Joachim Orbach schrieb:


Da kann man Frau Dr. Miller nur zustimmen.

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