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Dienstag, 16. September 2025

Scrollicon
Eine stark beleuchtete mehrspurige Straße bei Nacht
16. September 2025, 17:55    office@wildes-bayern.de

Insektenschutz: Licht in der Nacht minimieren und fokussieren!


Was für uns Menschen Sicherheit und Komfort bedeutet, wird für viele Wildtiere zum tödlichen Verhängnis: Nächtliche Beleuchtung. Nachts umfliegen zahllose Insekten unermüdlich Straßenlaternen, bis sie vor Erschöpfung zu Boden sinken oder leichte Beute für Fledermäuse und andere nächtliche Jäger werden. Gefangen im künstlichen Licht, fehlen sie dann an anderer Stelle im Ökosystem als Bestäuber, Beute oder Zersetzer im natürlichen Kreislauf.

Eine neue Studie der Schweizer Forschungsanstalt WSL zeigt jetzt, wie dieses Problem deutlich entschärft werden kann.

Über drei Jahre haben WissenschaftlerInnen an drei Waldstandorten untersucht, wie sich verschiedene Eigenschaften von LED-Straßenlampen auf Insekten und andere Gliederfüßler auswirken. Sie variierten dabei Farbtemperaturen, Helligkeitsstufen und Leuchtenformen der Lampen.

Die Ergebnisse waren deutlich: Für die Insekten wäre es offensichtlich das Beste, gänzlich auf Beleuchtung zu verzichten, oder sie so gering wie möglich zu halten. In dunklen Bereichen wurden 91 Prozent weniger Insekten gezählt als in hellen. Im um die Hälfte gedimmten Licht waren es rund ein Viertel weniger Insekten.

Des weiteren zogen gut fokussierte Leuchten nochmals um 60 Prozent weniger Insekten an als diffus strahlende. Die Lichtfarbe (warm/kalt) war eher nebensächlich, warme Farben sind aber etwas schonender.

Für unsere Sicherheit und Orientierung brauchen wir nachts natürlich Beleuchtung. Doch schon mit einfachen Maßnahmen können wir sie deutlich insektenfreundlicher gestalten: Nur dort und dann beleuchten, wo und wann es wirklich nötig ist, Lampen dimmen (oft reicht wenig Licht völlig aus) und gutes Ausrichten der Lampen. Reine „Dekobeleuchtung“ im Garten sollte vermieden werden.

Licht können wir so einsetzen, dass es uns Menschen Sicherheit bietet, ohne dass wir dabei den Wildtierschutz vergessen.

In den letzten Jahrzehnten ist die Biomasse fliegender Insekten um erschreckende 75 Prozent zurückgegangen, mit drastischen Folgen für Bestäubung, Nahrungsnetze und Ökosysteme.

Lichtverschmutzung ist eine der wenigen Ursachen, die wir direkt beeinflussen können. Gerade in unseren Gärten oder an Hausfassaden können wir mit insektenfreundlicher Beleuchtung dazu beitragen, dass die Nacht wieder ein sicherer Ort für Insekten wird.

EZ

Die original Studie in englischer Sprache findet Ihr hier

Bildquelle: jcx516/pixabay.de




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