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Freitag, 19. April 2024

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Jagdzeit verschieben – ein Kernprojekt der Grünen UPDATE
19. April 2024, 18:39    office@wildes-bayern.de

Jagdzeit verschieben – ein Kernprojekt der Grünen UPDATE


Im Landwirtschaftlichen Wochenblatt fordert der bayerische Waldbesitzer-Präsident Hans Ludwig Körner das Absenken der Wildbestände, die er pauschal als „zu hoch“ klassifiziert. Sein Argument: Weniger Rehe – weniger Verbiss! Im Zuge dessen setzt er sich auch für die Schonzeitverkürzung auf April ein. Denn: Je früher das Reh nicht mehr da ist, desto weniger kann es ja verbeißen…

Der Beitrag ist für uns absolut entlarvend. Weg mit den Schonzeiten – denn Waldbesitzer und Förster können nicht mit der Natur arbeiten.

Den Kommentar des bayerischen Waldbesitzer-Präsidenten könnt Ihr hier nachlesen

 

Ursprüngliche Meldung vom 19. April 2024

Wer glaubt, die Anträge auf Schonzeitverkürzungen draußen im Land würden nur auf dem Mist einzelner Revierinhaber wachsen, der wird in jeder Legislaturperiode des Landtags eines Besseren belehrt. Aktuell ist es wieder so weit: Am 17. April hat die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen wieder mal die Änderung der Jagdzeiten auf Rehwild auf den Tisch gebracht, diesmal appetitlich garniert mit verbalen Baiser-Häubchen, wie „Klimaerwärmung“, „stabile Wälder“ und „Tierschutz“. Es gibt allerdings eine Auffälligkeit: Ausgerechnet der jagdpolitische Sprecher der Grünen hat diesen Antrag nicht unterzeichnet…

Und das hier fordert die Partei, die mal für Umwelt-, Natur- und Tierschutz stand, konkret:

  • „Die Bejagung allen Rehwilds wird bis 31. Januar verlängert“ – also noch weiter in den Hochwinter hinein, wenn die Äcker leer oder unter Schnee verborgen liegen und die evolutionäre Überlebensstrategie unseres Schalenwildes eigentlich „Ruhe, Ruhe, Ruhe“ vorschreibt…
  • „Die Jagdzeiten für Rehböcke und Schmalrehe werden auf den 1. April eines Jahres vorverlegt“ – also einen Monat weiter nach vorne ins sensible Frühjahr, wenn das Wild nach dem Winter auf den Wiesen seine Reserven auffüllt, insbesondere die tragenden Geißen…
  • „Die Jagdzeiten zwischen April und Januar enthalten ein regional wählbares zweimonatiges zusammenhängendes Schonzeitintervall in den Monaten Juni bis September“ – also gerne auch im Juli/August, wenn passionierte Jäger bei der Bockjagd ihren männlichen Abschuss erfüllen… für uns ist das eine Alibi-Schonzeit, die es zu einem völlig anderen Zeitpunkt braucht, nämlich im Winter.

In der Antragsbegründung heißt es, dass die bestehende Jagdgesetzregelung zur Abschusserfüllung nicht mehr ausreiche – bei insgesamt 8,5 Monaten Jagdzeit auf Rehe in Bayern ist das ein Hohn, der Jägern und Jägerinnen wirklich ein Armutszeugnis ausstellen würde.

Weiter beziehen sich die Grünen auf die „Vielzahl an Anträgen bayerischer Jägerinnen und Jäger auf Verkürzung der Schonzeit des Rehwilds, die jährlich bei den unteren Jagdbehörden eingehen“ – eine „Vielzahl“, die man vielleicht eher danach bemessen sollte, ob sie auch gut begründet gestellt wurden, oder ob es sich bloß um individuelle Wunschvorstellungen forstbeseelter Großgrundbesitzer handelte. Geht man danach, wie oft Wildes Bayern in den vergangenen Jahren vor Gericht nachweisen konnte, dass gute Gründe nicht dargelegt wurden, dann schrumpft die „Vielzahl“ auf einen Wert nahe Null.

Den jüngsten Antrag der Fraktion Bündnis 90/die Grünen im Bayerischen Landtag zur Jagdzeit findet Ihr hier

Unsere neueste Meldung zu einem Gerichtsurteil des Verwaltungsgerichts Regensburg zur Schonzeitaufhebung findet Ihr hier




Hausner Anton schrieb:


Es ist schon erstaunlich, wie der Verbiss an Forstpflanzen durch Rehwild durch manche, insbesondere große Waldbesitzer ideologisch hochgespielt wird. Man glaubt fast, das „Anknabbern von Bäumchen sei Existenz bedrohend. Fast schon sieht man sich in die Zeit vor 1848 zurück versetzt.
Gleichzeitig, wird die Verwüstung von Wald durch große Forstmaschinen als unvermeidbar betrachtet. Auch naturgegebene Kalamitäten wie Trockenheit, Käferbefall, Wind-und Schneebruch werden mit einem Schulterzucken bewertet.
Wie viel manchen Waldbesitzern ihr Eigentum tatsächlich wert ist sieht man, wenn es um die Errichtung von neuen Windrädern im Wald geht. Da wird schnell erkannt, dass die Abtretung von Flächen für die Windkraft lukrativer ist als Waldbewirtschaftung.
Ziemlich Scheinheilig.

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