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Freitag, 06. Februar 2026

Scrollicon
Im dicken Schnee liegen zwei unberührte, zugeschneite Futterraufen mit Heu darin
06. Februar 2026, 09:30    Christine Miller

UPDATE Rottach-Egern: Jagdgenossen gehen auf die Barrikaden


Wie der Miesbacher Merkur aktuell berichtet, gehen jetzt mehrere Jagdgenossen aus der Jagdgenossenschaft Rottach-Egern auf die Barrikaden gegen die  Vorstände Quirin Berghammer und Lorenz Kandlinger und für die Wildfütterung. Dem Artikel zufolge haben 14 Jagdgenossen Unterschriften gesammelt, um eine Hauptversammlung mit Neuwahl des Vorstandes zu erzwingen. Diese muss satzungsgemäß bis spätestens Ende März erfolgen.

Auch haben sich die betreffenden Jagdgenossen entsetzt vom erneuten Einstellen der Fütterung gezeigt, nachdem die Ersatzvornahme durch Landrat von Löwis wieder beendet wurde. Sie teilen die Ansicht von Wildes Bayern, dass die Folgen für das Wild katastrophal sind und haben dem Landratsamt angeboten, die Fütterung in Eigeninitiative zu übernehmen. Spendengelder stehen parat – es kommt jetzt nur auf die Behörde an, so die Jagdgenossen.

Beim Wilden Bayern treffen derweil weitere haarsträubende Botschaften ein. Am 12. Januar fand offenbar bei Eis und Schnee eine Drückjagd im eigenbewirtschafteten Revier Murnau statt, bei der das Wild durch das Naturschutzgebiet Langer Filz getrieben wurde. Was so eine Jagd an Kollateralschäden an der geschützten Natur, bei geschützten Vogel- und anderen Tierarten hinterlässt, bleibt leider immer unter dem öffentlichen Radar. Das Video haben wir unten verlinkt. Wir prüfen, ob wir Anzeige erstatten.

Die Bilder reihen sich ein in die Vorkommnisse in den Eigenbewirtschaftungen Högl im Berchtesgadener Land, Ohlstadt und weiteren, an denen Wildes Bayern gerade dran ist. Wir sind schockiert und zornig über den bodenlosen Umgang mit unseren Wildtieren und setzen unsere ganzen Kräfte darein, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Das Video aus dem Murnauer Moos im Januar können Sie hier ansehen

 

 

 

Meldung vom 4.2.2026: Update Fütterung bei Rottach-Egern: „Jagdbehörde gehört aufgelöst“

Es ist doch immer wieder interessant, wenn Menschen in Konflikten mal ganz offen Einblick in ihre Denke geben. Der Streit um die Rotwildfütterung in Rottach-Egern hat drei Jagdvorstände aus Eigenbewirtschaftungen dazu verleitet – und von Tonfall, Denkweise und Anspruch dürfen Sie, liebe Leser, sich hier gerne selbst ein Bild machen. Wer jetzt den Landrat eingebremst hat, wissen wir zwar nicht konkret, doch laut einer Pressemitteilung des Landratsamts hat Landrat von Löwis die dringend notwendige Ersatzvornahme im Bereich der Jagdgenossenschaft Rottach-Egern tatsächlich wieder beendet. Text siehe weiter unten!

 

Foto eines Zeitungsausschnitts mit einem Leserbrief, Überschrift "Unverhohlener Lobbyismus"

Leserbrief im Miesbacher Merkur

 

Pressemitteilung des Landratsamts Miesbach vom 3. Februar 2026

„Aufgrund der aktuell deutlich milderen Witterung wird die vom Landratsamt angeordnete Ersatzvornahme der Winterfütterung Mitte dieser Woche beendet. Die Schneedecke ist weitgehend aufgebrochen, Eisflächen tauen ab und dem Rotwild steht inzwischen wieder ausreichend natürliche Äsung zur Verfügung.

Die Ersatzvornahme war rechtlich ausschließlich für die sogenannte Notzeit zulässig. Da die hierfür maßgeblichen Voraussetzungen – insbesondere eine anhaltende Schneelage sowie fehlende natürliche Nahrungsquellen – nicht mehr gegeben sind, besteht für das Landratsamt keine rechtliche Grundlage, die Maßnahme fortzuführen.

Die mit Bescheid vom 15.01.2026 angedrohte Ersatzvornahme wird daher heute, den 03.02.2026, in den Abendstunden eingestellt. Die Fütterungsanlagen werden am Mittwoch, den 04.02.2026, wieder abgebaut.

Die weitere Organisation und Verantwortung für einen möglichen Fütterungsbetrieb sowie die Beurteilung einer etwaigen erneuten Notzeit obliegt grundsätzlich wieder dem Revierinhaber –hier der Jagdgenossenschaft, vertreten durch die Vorstandschaft.

Unabhängig davon zeigen die praktischen Erfahrungen aus anderen Revieren sowie aus dem Forstbetrieb, dass ein umsichtig geführter Fütterungsbetrieb positive Auswirkungen auf den Wald haben kann, etwa durch eine Lenkung des Wildes und die Entlastung sensibler Waldbereiche.“

Auch wenn die Temperaturen momentan tagsüber in die Plus-Bereiche steigen, fragen wir uns, woher plötzlich Äsung fürs Rotwild kommen soll.Nach wie vor wächst auch im Landkreis Miesbach kein Gras. Es ist Winter, und die einzige natürliche Äsung für das Rotwild sind Baumknospen und Rinde. Sind die geschälten Bäume rund um die vorher nicht beschickte Fütterung (s. u.) noch nicht genug? Die Entscheidung des Landrates ist eine Anleitung zur Tierquälerei und zum Schaden am Wald.

 

 

Meldung vom 20. Januar 2026: Update Fütterung Rottach-Egern: Neue Tierschutz-Skandale

Die Vorfälle im Revier der Jagdgenossenschaft Rottach-Egern kommen nicht zur Ruhe – ganz im Gegenteil, sie eskalieren völlig. Neben dem ungeklärten Abschuss eines führenden Alttiers (mehr dazu unten) steht die gerade erst begonnene Fütterung per Ersatzvornahme auf der Kippe. Offenbar haben die Jagdvorstände kein Interesse daran, dass Beauftragte des Landratsamts auf ihre Kosten das Wild weiterhin artgerecht versorgen, und haben sich einen Termin bei Landrat von Löwis geben lassen. Nachdem der Landrat sich im vergangenen Jahr bereits komplett von ihnen vereinnahmen ließ, steht zu befürchten, dass er die Fütterung erneut aufgeben wird.

Das Argument, die Notzeit neige sich ohnehin dem Ende zu, kann man allerdings schon im Vorhinein entkräften. Gerade erst heute berichtet der Bayerische Rundfunk über acht Lawinentote in Österreich am vergangenen Wochenende, darunter in Salzburg, obwohl die amtliche Lawinenprognose nur niedrige bis mäßige Lawinengefahr vorhergesagt hatte… Und heute (21.1.) werden hier in Bayern auch schon wieder Nachttemperaturen von bis zu minus 16 Grad angekündigt.

Schrei um Hilfe: geschälte Bäume

Und die vermeintlich „geringen“ Schneehöhen in Oberbayern täuschen darüber hinweg, dass dieser von einer dicken Harsch- und Eisschicht bedeckt ist – jegliche Äsung ist dem Wild entzogen. Fotos von den verzweifelten Versuchen, hartgefrorenes Gras loszuschlagen, um den quälenden Hunger zu stillen, haben wir unten schon veröffentlicht. Jetzt künden auch komplett geschälte Bäume im Umfeld der Fütterung Enterrottach, die wir bei einer kurzen Wanderung entdeckt haben, von der dramatischen Not des Wildes. Das einzige, was noch zum Überleben hilft, ist Baumrinde.

In einem Winterwald stehen kahle, frisch geschälte Baumstämmchen

Geschälte Bäume – ein Hilfeschrei des hungernden Wildes

Vernichteter Jungwald und leidende Tiere: das ist der „Erfolg“ der beiden Jagdvorstände Berghammer und Kandlinger und ihrer beauftragten Schieß-Dienstleister. Die Zustände in diesem Revier und insbesondere rund um die Fütterung  sind ebenso katastrophal wie skandalös, es ist ein echtes „Tierquäler-Revier“ – wie sich nicht zuletzt durch den Abschuss einer führenden Hirschkuh vergangene Woche bestätigt hat.

Die Jagd geht weiter – um jeden Preis

Ein Schuss hat an jenem Abend örtliche Jäger aufgeschreckt die sofort rausfuhren und auf dem einzigen Zuweg zu dem Jagdort (und zur Fütterung) schauten, ob sie den Schützen stellen können. Nachdem die Polizei verständigt war, gingen die Bürger von einem geparkten Dienstwagen der Firma Zwölfer – das ist der Dienstleister, dem die Jagdgenossen die Bejagung übertragen haben – den Fußspuren im Schnee nach und stießen so auf das erlegte Stück. Es war mit einer Plane abgedeckt, wie auf dem Bild erkennbar. Patronen, Mütze und Lampe lagen neben dem Stück.

In einem nächtlichen Wald liegt ein Wildtier mit offenem Bauch, abgedeckt mit einer grünen Plane

Aufgebrochenes Stück Rotwild im Revier Rottach-Egern

Die Anwesenden vermuteten, dass der Schütze, der gerade beim Aufbrechen war, vielleicht von jemand angerufen worden war, der die patrouillierenden Bürger auf der Straße bemerkt hatte. Darauf ließ er möglicherweise alles stehen und liegen und floh statt in Richtung Parkplatz parallel zur Straße Richtung Norden.

Möglicherweise hat er sich beim Aufbrechen verletzt, denn neben seiner Fußspur im Schnee fand sich auch Blut. Offenbar wurde er an einer Straße von einem Auto aufgenommen. Die Polizei informierte nach Zeugenaussage jedenfalls die Krankenhäuser darüber, dass der mutmaßliche Straftäter gesucht werde.

Eine Fußspur führt quer durch einen verschneiten Wald

Fußspur, möglicherweise des Schützen

Dass kurz nach dem Vorfall vermutlich der Jagdleiter bei der Polizei vorstellig wurde, das Rotwild als „gestohlen“ meldete und den Tierkörper an sich nahm, verleiht uns das Gefühl, hier muss ein ganzes Netzwerk zugange sein.

Die Polizei ermittelt gleich mehrfach

Übrigens wurde offensichtlich zur gleichen Zeit in einem anderen Revierteil ebenfalls ein Stück Rotwild geschossen. Hier haben Anwohner allerdings nur noch den Aufbruch gefunden. Da in dem Revier eigentlich die Pflicht besteht, jedes erlegte Stück Schalenwild einer Vertrauensperson vorzulegen, und das nicht geschehen war, ermittelt die Polizei nun auch hier, und zwar wegen des Verdachts auf Wilderei. Allerdings diskutiert man unter Anrainern, ob vielleicht in der fraglichen Nacht weitere Schützen des Jagddienstleisters im Revier waren und aufgrund der Polizeipräsenz und des Aufruhrs nicht mit einem Stück Rotwild, das sie beim körperlichen Nachweis hätten vorzeigen müssen, auffallen wollten.

Was uns schwer zu denken gibt, ist die Pressemeldung der Polizei zu dem Vorfall. Sie enthält gravierende Fehler, wie „tragendes“ statt „führendes“ Alttier – was uns befürchten lässt, dass hier einerseits ohne Fachkenntnisse und andererseits höchst oberflächlich ermittelt werden könnte. Wir lassen dieses Revier jedenfalls nicht aus den Augen und sind dabei zum Glück auch nicht die Einzigen.

 

Meldung vom 14. Januar 2026

Endlich kommt das Rotwild bei Rottach-Egern zu seinem Recht! Nach konsequentem Dranbleiben von Wildes Bayern hat das Landratsamt offenbar die Ersatzvornahme eingeleitet. Davon berichtet heute der Miesbacher Merkur. Die Behörde hat in der vergangenen Woche die Notzeit erklärt, die Jagdgenossenschaft hat die Fütterung aber erst nach konkreter Aufforderung angefangen. Bei einer Kontrolle stellte dann das Veterinäramt fest, dass das angebotene Material „nass“, „muffig“ und „ungeeignet“ sei, wie es im Artikel heißt. Einer weiteren Aufforderung, das Futter auszuwechseln, sei der Jagdvorstand nicht nachgekommen.

Daraufhin habe die Untere Jagdbehörde den Futterplatz reinigen lassen und lässt jetzt selbst füttern – auf Kosten des Jagdvorstands. Damit wird einmal mehr offensichtlich, dass die zuständigen Personen hier nicht ihrer Verantwortung gerecht werden. Es ist zutiefst bedauerlich, dass das Wild deren Ignoranz und Untätigkeit mehr als einen Winter lang bereits ausbaden musste.

Den Link zum Artikel im Miesbacher Merkur finden Sie hier

 

Meldung vom 13. Januar 202

Heute berichtete der Merkur über die ungeeigneten Futtermittel an der Fütterungsstelle der Jagdgenossenschaft Rottach-Egern. Unter dem Artikel, den wir Ihnen hier auch online verlinken, findet sich ein Kasten mit einer Stellungnahme der Vorstände. Die haben es zuhause offenbar muckelig warm, und die Speisekammer ist auch gut gefüllt, denn trotz der letztwöchigen Kältewarnungen auf allen Medien, trotz Eis und Schnee vor der Tür sagen sie: „Wir haben derzeit keine Notzeit.“

Den Artikel aus dem Miesbacher Merkur finden Sie hier

 

Meldung vom 12. Januar 2026

Im zweiten Jahr kämpft Wildes Bayern jetzt schon dafür, dass das Rotwild bei Rottach-Egern artgerecht gefüttert wird. Nach langem, peinlichem und für das Wild fatalem Hin und Her hat sich das Landratsamt nun am 8. Januar, also gute vier Wochen nach dem ersten Schnee- und Kälteeinbruch, dazu durchgerungen, die zuständige Jagdgenossenschaft zu einer Fütterung zu bewegen.

Eine schneebedeckte Fläche mit Tierfährten, auf der Gras freigeschlagen ist; im Hintergrund eine Fütterungsanlage

Freigeschlagene Äsung nahe der Fütterung

Die hat reagiert und gezwungenermaßen ein paar Ballen Heu in die Metallgestelle  geladen – teilweise auch uraltes, schlecht gelagertes, von dem ein muffiger Geruch ausgeht, und von dem man nur hoffen kann, dass äsendes Wild sich keine Schimmelpilzvergiftung holt. Wildes Bayern hat diese nicht artgerechte Futtervorlage sofort beim Landratsamt moniert und gefordert, Ersatzmaßnahmen anzuordnen. Denn das Ablagern von zum Teil unbrauchbaren Futtermitteln an verwaisten ehemaligen Futterstandorten ohne die dazu nötigen sachgerechte Begleitmaßnahmen, zu denen auch das Freihalten der Futterplätze und des Futters von Schnee zählen, stellt weder in rechtlichem noch im praktischen Sinn eine sachgerechte Rotwildfütterung dar.

Doch ohnehin ist das Kind längst im Brunnen: Das Rotwild, das sicher hungrig durch den Bergwald zieht, kommt gar nicht mehr an die hiesige Fütterungen, wo es sich keine Hilfe erwartet – jedoch auf Batterien von Jagdeinrichtungen stieß. Immerhin wurde die Fütterung schon im letzten Winter unterlassen und statt dessen der Jagddruck – sogar direkt an der Fütterung – erhöht. Der frisch gefallene Schnee vom zweiten Januar-Wochenende verzeichnet keine Fährte.

Hinter einem Baum im Wald steht ein jagdlicher Ansitz, davor sieht man eine Fütterung

Jagdeinrichtung direkt an der Fütterung

Es muss damit gerechnet werden, dass die Stücke gut verborgen im Wald stehen und möglicherweise massive Schäden an den Bäumen anrichten, um bei den extremen Minustemperaturen der letzten zwei Wochen zu überleben. Für ein sach- und artgerechtes Management ist dringend nötig, den Fütterungsstandort zu reinigen und sauber, artgerecht und regelmäßig zu bestücken sowie das Wild mithilfe von Futterschleppen erneut an diesen Ort zu locken. Wo das nicht mehr gelingt, muss eben an den selbstgewählten Wintereinständen die Fütterung erfolgen. Dass aber in all diesen Bereichen des Reviers nicht mehr gejagt werden darf, ist gesetzlich bereits vorgeschrieben.

 

Letzte Meldung vom 2. Dezember 2025

Es ist Winter, es schneit und friert, und wieder lässt die Jagdgenossenschaft Rottach-Egern das Rotwild in ihrem Revier hungern und füttert nicht. Bereits im zweiten Jahr hintereinander erzeugt sie Tierleid und Waldschäden – und niemand schreitet ein. Wildes Bayern hat die Untere Jagdbehörde des Landratsamts Miesbach heute anwaltlich aufgefordert, eine Fütterung anzuordnen. Wir hoffen, dass das nach unserer Ansicht rechtswidrige Verhalten in dieser eigenbewirtschafteten Jagd nun endlich behördlich unterbunden wird.

 

Meldung vom 11. Juni 2025: Illegale Fütterung Rottach-Egern: Der nächste Skandal

Der heftige Streit um die Nicht-Fütterung von Rotwild im vergangenen Winter ist fast vergessen, da lässt ein neuer Skandal Jäger und Naturfreunde die Köpfe schütteln. Vor mehr als einem halben Jahr hatten die beiden Jagdvorstände der Rottacher Jagd den Jägern verboten die drei etablierten Winterfütterungen weiter zu betreiben.

Das Rotwild zog hungrig und unstet durch das Revier, und eine Reihe von Anzeigen, Klagen und eine Aufsichtsbeschwerde gegen den Landrat, der das Treiben der Jagdvorstände im Handstreich gegen seine Behörde abgesegnet hatte, werden noch die Gerichte und Ministerien beschäftigen.

Immer wieder hatten sich die beiden Vorstände Kandlinger und Berghammer damals gerühmt, dass sie nun als Einzige gesetzestreu gehandelt hätten, während alle anderen Rotwildreviere im Landkreis gesetzeswidrig sogenannte „Missbräuchliche Fütterungen“ betrieben hätten.

Inzwischen haben die beiden Vorstände eine neue Truppe von zumeist ortsfremden Jagdscheininhabern in das Revier aufgenommen. Und während die Jagdzeit gerade Fahrt aufnimmt, hagelt es schon wieder Anzeigen.

Aber diesmal ist eine tatsächliche „missbräuchliche Fütterung“ der Anlass. Bei einer Wanderung Richtung Baumgartenschneid bin ich über einen Futterautomaten, prall gefüllt mit Körnermais und Getreide gestolpert – mitten in einer Tannenverjüngung. Da ich nur den Grundeigentümer ermitteln konnte – den Bayerischen Staat – habe ich sofort eine Anzeige an die Bayerischen Staatsforsten geschickt.

Inzwischen konnten mir ortskundige Rottacher bestätigen, dass diese Flächen des Forstbetriebs Schliersee zum Jagdrevier der Rottach-Egerner Genossenschaftsjagd gehört. Offensichtlich hatten die neuen Begehungsscheininhaber die Sitte aus dem Wildschwein-Revieren des Flachland ins Gebirge mitgebracht, mittels derartiger Futtertrommeln die Schwarzkittel und andere Beute anzulocken. Nur, dass sich bei uns eben Rotwild einstellt, das von dem Körnermais eher Bauchweh bekommt und deshalb schnell Rinde abschälen oder Baumspitzen als Magenbitter aufnehmen muss.

Im Winter Rotwild hungern lassen, nur damit man es im Sommer mit wirklich missbräuchlichen Futtermitteln vor die Büchse locken kann, aber gleichzeitig Waldschäden produziert, das macht mich schon sprachlos. Und die übrigen Waldbesitzer dürften sich inzwischen auch fragen, welche Strategie die beiden Jagdvorstände Berghammer und Kandlinger mit solchen Praktiken wirklich verfolgen?

Unsere Anzeige, die wir zuerst beim Unternehmen Bayerische Staatforsten gestellt haben, haben wir inzwischen auch an die Untere Jagdbehörde weitergeleitet, nachdem uns bekannt wurde, dass die Fläche zum Rottach-Egerner Genossenschaftsrevier gehört.

Vor einigen Tagen wurde der fragliche Futterautomat übrigens abgehängt, aber wer weiß, ob nicht noch an vielen anderen Stellen derartige „neue“ und gesetzeswidrige Jagdmethoden im Rottacher Revier angewandt werden.

An einer Schneise im Wald steht ein Hochsitz an einem Baum, im Hintergrund ist ein Kirrautomat/Futterautomat zu erkennen

Hochsitz mit Blick auf den Futterautomat

 

 

 

Meldung vom 31. März 2025

Immer wieder geht der Jagdvorstand von Rottach-Egern mit einer falschen Behauptung hausieren, die er Wildes Bayern-Vorsitzender Dr. Christine Miller in den Mund legt. Diese ist zur Gegenwehr übergegangen.

Den entsprechenden Beitrag aus dem Merkur findet Ihr hier

 

 

Meldung vom 6. Februar 2025

Nachdem das Landratsamt Miesbach in einer Pressemitteilung angekündigt hatte, dass illegale Rotwildfütterungen angezeigt würden, hat Wildes Bayern der Behörde ein wenig Arbeit abgenommen. Denn rund um die Fütterung in Enterrottach gibt es genügend Missstände, die eine gute Naturschutz- und Jagdbehörde dringend wissen und bekämpfen sollten! Angefangen von umherliegendem Plastikmüll über angerissene Siloballen und offene Heuraufen für Rinder, welche alle als „illegale“ Rotwildfütterung dienen können, bis hin zu gefährlichen alten Zaunresten in der Landschaft reicht das Spektrum. Wildes Bayern hat es dem Landratsamt zur Kenntnis gegeben und Anzeige erstattet.

Leere Futterraufe

 

 

Meldung vom 6. Februar 2025

Hier findet Ihr einen aktuellen Bericht des Miesbacher Merkurs über den Streit um die Fütterung in Rottach-Egern. Es ist einfach nur traurig, wie sich die zuständigen Behörden bis hinauf ins Ministerium darum drücken, dem Wild zu seinem Recht zu verhelfen und es vom winterlichen Hunger zu befreien. Statt dessen: Mehr Abschüsse und vermutlich auch deutlich mehr Schäden.

Den Artikel aus dem Merkur findet Ihr hier

Letzte Meldung vom Montag, 3. Februar 2025

Nun haben wir es also amtlich in einer Pressemeldung des Landratsamtes Miesbach bestätigt! Der Miesbacher CSU-Landrat und Förster Olaf von Löwis, bestätigt die illegale  Nicht-Versorgung des Rotwilds in der Eigenbewirtschaftung Rottach-Egern. Landrat Löwis hat sich selbst davon überzeugt, dass keine Notzeit in der Vegetationsarmen, frostigen Winterszeit herrscht: Hier das Ergebnis seiner Bemühungen aus der Pressemeldung:

Eine Notzeit bestand im bisherigen Winter nach Einschätzung der Jagdvorstände zu keiner Zeit und besteht jedenfalls zum Besichtigungstag nicht – wie Landrat von Löwis vor Ort feststellte.“

Aber natürlich volle Härte, gegen alle, die jetzt illegal Rotwild füttern. Ob damit auch die Revierinhaber von 25 ordnungsgemäß betriebenen Winterfütterungen gemeint sind?

„Missbräuchliche Wildfütterungen sind rechtswidrig und zu unterlassen. Die Untere Jagdbehörde behält sich ausdrücklich vor, gegen illegale Fütterungen von unbefugten Dritten vorzugehen.“

Und selbstverständlich hat sich auch unser Bericht in Sachen der in Aussicht gestellten Abschusserhöhung bewahrheitet:

„Ungeachtet der Fütterungsfrage wird der Wildbestand in einigen Revieren der Hochwildhegegemeinschaft derzeit als zu hoch angesehen. Er sollte den Hegezielen unter besonderer Berücksichtigung der Funktionsfähigkeit vorhandener Schutzwälder angepasst und das Wildtiermanagement optimiert werden. Bei der Abschussplanung sollte dies, die gesamte Hochwildhegegemeinschaft betreffend, berücksichtigt werden.“

Zum Schluss kamen auch noch die üblichen, salbungsvollen Beschwichtigungsformeln zum Einsatz, die zeigen, wie ein geschmeidiger Lokalpolitiker aufgebaut sein muss: Aussen leicht schmierig und innen knallhart:

„Der Landrat fordert die Beteiligten auf, den nun begonnenen konstruktiven Dialog fortzuführen. Es sollte allen bewusst sein, dass bei der Thematik Wald/Wild/Jagd alle, d.h. Waldbesitzer, Jäger, Förster, zuständige Behörden und Tierschutz in einem Boot sitzen. Mit Streit und gegenseitigen Vorwürfen kommen wir nicht weiter. Aber damit sich etwas bewegt, müssen sich alle bewegen. Konsensfähigkeit ist nun gefordert! „Durchs Reden kommen d‘Leut zam!“ 

Wer  sich mehr über den Dammbruch in Sachen Rotwildfütterung im Landkreis Miesbach informieren möchte, kann dies vermutlich auch direkt beim Miesbacher Landrat Olaf von Löwis tun.

Samstag, 1. Februar 2025: Seit gestern abend gilt auch in Bayern die offizielle Schonzeit für Rotwild. Wenigstens kann das hungernde Rotwild, dem die hartleibigen Jagdvorstände der  Eigenbewirtschaftung in Rottach-Egern in diesem Winter die ordnungsgemäße Fütterung verweigern, nun ohne Todesangst zu dem einen oder anderen mildtätige Futterangebot ziehen, das es verstreut in dem großen Jagdrevier gibt. Trotz Anzeigen und empörten Aufrufen von Jägern, Grundbesitzern und Bürgern, trotz Petitionen und zahllosen Zeitungsartikeln und Leserbriefen, geschieht von Seiten der zuständigen Behörde, dem Landratsamt Miesbach – nichts.

Die Pressestelle des Landratsamts ist zwar empört darüber, dass wir über diesen Vorgang ungeschminkt berichten, doch in der Sache haben wir wohl Recht. Denn ein „Gespräch“ des Landrats mit den Jagdgenossen fand zwar am 22. Januar statt und das Ergebnis, liest sich laut Pressestelle so:

„Wie mehrmals betont, ist es zwischen den Beteiligten noch zu keiner Einigung gekommen. … Wir sind hier nach wie vor in einer Ergebnisfindung, Herr Landrat bemüht sich nach Kräften um eine Einigung.“ und „Es wird zunächst ein weiterer Termin mit allen Beteiligten stattfinden.“

Zwar wurden bisher wohl gar nicht „alle Beteiligten“, zum Beispiel die verantwortlichen Jäger, denen das Füttern von den beiden Jagdvorständen verboten worden war, eingeladen und auch ein neuer „Gesprächstermin“ ist anscheinend noch nicht bekannt. Aber das Landratsamt erwägt nun schon mal rechtliche Schritte gegen den Verein Wildes Bayern. Schließlich haben wir in unserem Blog, s.u. geschrieben, dass das Landratsamt eben nicht das tut, was vom Gesetz her geboten ist: nämlich sicher zustellen, dass das Rotwild ordnungsgemäß versorgt wird. Wir haben auch extra nochmal im Jagdgesetz nachgeschaut, ob sich da Hinweise darauf finden, dass das Landratsamt unter der Leitung eines „fachkundigen“ Landrats, (der Miesbacher Landrat ist ja gelernter Förster) monatelang Gespräche führen muss. Irgendwann ist der Winter halt rum! Ein Schuldiger scheint übrigens im Landratsamt auch schon gefunden zu sein, warum im Februar immer noch die Futterraufen im Revier verweist sind. Es ist die Berichterstattung von Wildes Bayern, so die Pressesprecherin des Landratsamtes, die den Prozess einer Einigung so erschweren. Aha! Und wir dachten, in einem Rechtsstaat wird nach der Rechtslage entschieden.

Wir halten Sie auf dem Laufenden – und werden alle unterstützen, die auch dem Rotwild in dem Revier zu Hilfe kommen.

 

 

Seit Wochen verfolgen wir die Vorgänge um die „Nicht-Fütterung“ des Rotwildes an drei jahrzehntelang etablierten Fütterungen im Eigenbewirtschaftungs-Revier der Gemeinde Rottach-Egern. Inzwischen hat sich der Landrat persönlich hinter das rechtswidrige Verhalten der beiden Vorsitzenden der Jagdgenossenschaft gestellt.

Das Vorgehen der Jagdvorstände scheint vom Leiter der Forstabteilung des AELF Holzkirchen und vom Waldbesitzerverein (WBV) nicht  nur unterstützt sondern auch strategisch gelenkt zu sein. Die Untätigkeit seines Landratsamts seit nun fast zwei Monaten wurde jedenfalls damit nachträglich vom Landrat Olaf von Löwis sanktioniert. Wir werden nun diesen bemerkenswerten Vorgang rechtlich prüfen lassen und ggf. weitere Schritte dagegen einleiten.

Nachdem sich alle Beteiligten bei einem „Ortstermin“ am vergangenen Mittwoch davon überzeugt hatten, dass im Januar Winter herrscht, wurde nun einvernehmlich vereinbart, dass bald mal etwas Heu gefüttert werden soll. Bis zum Wochenende war das aber noch ganz unverbindlich. Als Belohnung für dieses unglaubliche Entgegenkommen versprach der Landrat den beiden Teilzeit-Landwirten, wie wir gehört haben, dass nun erhebliche Abschusserhöhungen möglich gemacht werden.

Immerhin hat das Landratsamt Miesbach nun einen Präzendenzfall geschaffen: Jagdgesetz und dergleichen gelten nicht mehr! Vielmehr kann ein Jagdinhaber ungestraft alle Regeln brechen, Tierleid vorsätzlich herbeiführen und so seine Wünsche nach Kahlschlägen im Wildbestand durchdrücken. Ganz im Sinne eines Jagdgenossen aus diesem Vorzeige-Revier, der schon mal meinte: „Die (das Wild) gehören alle weggeschossen!“ Ein williger Landrat, ein findiger AELF-Leiter und die Schützenhilfe der entsprechenden Lobbyverbände versuchen aus diesem feuchten Traum Alltag werden zu lassen.

Bericht dazu aus dem Münchner Merkur vom 24. Januar 2025 hier

 

Letztes Update zum Rottacher Rotwild-Skandal:

Der langjährig verantwortliche Jäger hatte sich mit einem Leserbrief bei der Regionalzeitung zu Wort gemeldet. Leider wurde dieser nicht abgedruckt, weshalb wir das hier tun. Die Vorgänge zeigen das erschreckende Ausmaß von Naturverachtung, Brutalität und Dummheit der verantwortlichen Jagdvorstände und ihrer Kumpane (das Bild ist von einer privaten Notfütterung):

Die Wildfütterung in der Bodendraht besteht seit 90 Jahren. Grundbesitzer ist Lenz Kandlinger (Anmerkung der Redaktion: gemeint ist Herr Lenz Kandlinger von der Brandstatt, Fa. Lorenz Kandlinger Erdbewegungen).
Seit den letzten 26 Jahren betreibe ich alleine diese Wildfütterung täglich von ca. 15. Nov. bis ca. 20. April.
Leider wurde diese immer wieder durch Störungen während der Fütterungsperiode boykottiert bzw. das Wild gezielt vertrieben. Es wurden z.B. von ihm mehrere Container, Bretter und Balken hochgefahren. An Weihnachten wurde mit einigen Jägern direkt neben dem Futterplatz bei vollem Futterbetrieb rücksichtslos eine Weihnachtsfeier abgehalten. An Sylvestertagen wurde dann laut gefeiert, das Holz 10 m neben den Futtertrögen verbrannt und in die Futtertröge von seinen sogenannten Freunden hinein uriniert – und das über Jahre hinweg. Danach ist das Wild ca. 4 Tage nicht mehr gekommen. Die Tröge musste ich dann reinigen, da das Wild das Futter sonst nicht mehr annahm.
Des weiteren wurde des öfteren auch während der Fütterungsperiode bei Dunkelheit gearbeitet sowie Holz in der Nacht verbrannt. Durch solche Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Wild entstehen in unmittelbarer Nähe große Schäden.
Für diese Schikanen hat er über Jahre hinaus auch noch jährlich 800,00 Euro für 1500 qm Pachtgebühr bekommen.
Seit bekannt wurde, dass das Füttern ausgesetzt werde, hat er die neuen Futtertröge mit dem Bagger mutwillig zerstört und verbrannt.
Bei einer Ausschusssitzung erklärte Kandlinger mal, früher hat das Wild das bekommen, was die Kühe im Futtertrog übergelassen haben. Das war dann gut genug als Fütterung.
Das Resultat davon war dann, dass ungefähr 14 -18 Stück Rotwild zwischen Rottach-Egern Gutenreuth und Enterrottach Quellensteig vor Hunger elendig eingegangen ist. Des weiteren sind ca. 10 – 15 Rehe verhungert in der Rottach aufgefunden worden. Geht man so mit dem Wild um?
Ich hoffe auch nicht, dass der neu positionierte doppelt große Bauwagen welcher in Richtung Fütterung ausgerichtet ist, als Jagdeinrichtung zum Abschießen des Wildes benutzt wird, sobald wieder gefüttert wird, was eigentlich verboten ist. Es ist eh schon eine Frechheit, dass die Fütterung sowie ringsherum – auch neben den Spazierwegen – alles mit Eisensitzen und Funkkameras von einem sogenannten „ Eisensitzjäger“ umzingelt ist. Von diesem Hochwildberater beim BJV sowie Vorstandsmitglied bei der Kreisgruppe Miesbach hätte man sich mehr Verstand in Bezug auf Jagd und Fütterung erwartet!

Nun wurde ich nach 43 Jahren Jagd sowie das 25-jährige Betreiben der Fütterung vom Jagdvorstand Quirin Berghammer mit fadenscheinigen Gründen einfach abgesetzt, es sei kein Begehungsschein für mich mehr ausgestellt, was mir vollkommen unverständlich ist, ich habe meine Revierarbeiten stets gewissenhaft und mit Freude ausgeführt.

Meine Fütterung wurde immer von ca. 45 – 50 Stück Rotwild gut angenommen. Durch die idiotische Maßnahme zur Unterlassung aller 3 Fütterungen sucht sich nun das Wild anderswo seine Nahrung, nämlich auf den umliegenden Wiesen und Gärten. Die nächsten Wildschäden wären dann die Tannen im Wald vom Schälen.
Meines Erachtens ist nun schon seit einer Weile Notzeit, das Wild findet im Wald keine Ruhe, da Wanderer Tag und Nacht unterwegs sind.

Es ist eine rießen Sauerei was hier abläuft, die guten verantwortungsbewussten einheimischen Jäger werden rausgeschmissen, dann kommen 3 forstlich angehauchte auswärtige Jungjäger, (welche sich den Abschuss in einem Bezirk aufgeteilt haben), die an der Wallbergsüdseite den ganzen Gamsbestand komplett ausgelöscht haben, nämlich 22 Stück innerhalb von 2 Monaten!
Ich war 22 Jahre lang als Revierleiter am Wallberg tätig und hab die ganzen Abschüsse an die einzelnen Jäger je nach Pirschbezirk vergeben und gerecht aufgeteilt.
Wie ist es dann möglich, dass diesen 3 Jungjägern so etwas vom Jagdvorstand Quirin Berghammer genehmigt wurde. Leider wird diesen Jägern bei der Ausbildung beim Forst beigebracht, dass alles Wild Schädlinge sind und daher entnommen werden müssen. Hoffentlich bekommen diese 3 Typen keinen Begehungsschein mehr.
Es wäre doch erforderlich dem Wild eine ordentliche Fütterung wie bisher zu ermöglichen, um einen gesunden artenreichen Wildbestand zu erhalten.
Ich hoffe doch sehr dass sich in diesem ganzen Zusammenhang nun endlich alles zum Guten wendet – im Sinne des Wildes.
Edi Mayerhofer, Kreuth-Scharling

Seit einigen Wochen beschäftigen die Rotwildfütterungen bei Rottach-Egern die Bürger südlich von München. Denn: Die Fütterung ist keine mehr, statt Heu und Silo lagern hier Baumaterialien. Die Raufen sind leer. Insgesamt drei Fütterungen wurden im Revier Rottach-Egern bisher betrieben. Schließlich kommt das Wild aus einem riesigen Einzugsgebiet von Tegernsee bis nach Kreuth an diese seit Jahrzehnten bekannten Futterstellen. Nun haben die beiden Jagdvorstände der EIgenbewirtschaftung beschlossen, einfach mal das Wild hungern zu lassen, „damit es sich gleichmäßig verteilt“. Bilder von den Fütterungen in Enterrottach und an der Bodentratt gehen durch die Medien.

Ein Siloballen, der hinter einem Bauzaun gesichert ist, weist deutliche Spuren von Kratzern auf – er gibt ein schockierendes Bild davon ab, wie das hungrige Wild verzweifelt versucht, an Futter zu gelangen. Der Grund, warum es nichts mehr bekommt ist ein „geändertes Konzept“ der Jagdgenossenschaft.

Wildes Bayern ist empört über diesen Umgang mit unseren wildlebenden Kreaturen und hat sich bereits über einen Rechtsanwalt an die Behörden gewandt, die diesem Treiben im Landkreis bisher tatenlos zugesehen haben. Deren Aufgabe ist es, bei Notzeit – und die liegt hier mit Schnee und nächtlichen Minustemperaturen im zweistelligen Bereich definitiv vor – eine Fütterung anzuordnen oder Ersatzmaßnahmen zu organisieren.

Inzwischen könnte es zwar eine Anordnung der Fütterung durch das Landratsamt geben, aber die scheint nicht bei den Leuten vor Ort anzukommen. Auch heute am 11. Januar gibt es keine ordnungsgemäße Fütterung des Wildes. Die Hirsche haben aber inzwischen die Siloballen gestürmt! Wir bleiben weiter dran!

Mehr Hintergründe findet Ihr in den unten verlinkten Zeitungsbeiträgen und dem Leserbrief unserer Vorsitzenden.

Angekratzter Siloballen

 

Die Fährten verraten die Anwesenheit von Wild

Einen Beitrag zum Thema aus dem Merkur findet Ihr hier

und einen weiteren hier

Hier findet Ihr den informativen Leserbrief

Dass der besagte Landwirt kein unbeschriebenes Blatt in Sachen Tierschutz ist, davon berichtet dieser Artikel aus dem Jahr 2012

Bildquelle: Wildes Bayern, Miesbacher Merkur, privat, Wildes Bayern 2024, Wildes Bayern privat, 2025-01-12_03-42-09




Ludwig Fegg schrieb:


Wie tief Gräben hier ausgehoben wurden, ist aus den Berichten zu ersehen. Es ist dringend, dass hier Einhalt geboten wird. Ein Einlenken der direkt Betroffenen scheint nicht mehr möglich.
Das was hier derzeit abläuft, schadet dem Wald und dem Wild! Und es schadet dem Ansehen der Waldbauern, der Jäger- und auch der Försterschaft.
Soll das wirklich so weiter gehen?
Es braucht Vermittler mit Sachverstand und Gefühl für die Zusammenhänge der Natur.
Aber genau solche Vermittler sollten die Vorgenannten sein. Sonst wird ihnen das Heft aus der Hand genommen! Es braucht nun besonnene, bodenständige Bauern, Jäger und Förster!
Packt das an! Bitte!

Antworten
Joachim Orbach schrieb:


Wo bleibt da Herr Aiwanger als Jagdminister. Sollte er sich nicht auch als Anwalt des Wildes verstehen?

Antworten
Wendt schrieb:


Gesetzt den Fall, dass es sich hier um ein Blatt der Ippen-Gruppe handelt, wundert es mich nicht, dass der Leserbrief nicht veröffentlicht wurde. Schon seit längerer Zeit habe nicht nur ich den Eindruck gewonnen, dass der Merkur Meinungsmanipulation betreibt, indem er ausschließlich bauerngefällig berichtet. So werden dem Leser selbst schlimmste Tierquälereien in der Nutztierhaltung, bei den Transporten und der Schlachtung, aber auch wilderne Hunde und Bauern, die Kitze vermähen, verheimlicht. Man schreckt nicht mal vor der Verbreitung von unwahren Behauptungen zurück, nur um den Bauern gefällig zu sein. Dafür hat der Presserat dem Merkur gegenüber zwar bereits eine Missbilligung ausgesprochen, aber man gewinnt den Eindruck, dass dies an der einseitigen Art der Berichterstattung nichts geändert hat. Selbst bei Leserbriefen wird streng darauf geachtet, dass vorrangig nur bauernfreundliche Aussagen veröffentlicht werden. Bauernkritische Leserbriefe werden meistern erst gar nicht veröffentlicht oder online versenkt. Denn dort liest sie so gut wie keiner. Stattdessen wir weiterhin munter das Wild bevorzugt als Schädling dargestellt und Panik vor den von den Bauern verhassten Wolf und Bär geschürt. Anstatt über Tierdramen in Bayern, denn davon gibt es reichlich, wird über jeden Vorfall, der sich irgendwo auf der Welt mit einem Wolf oder Bären ereignet hat, berichtet. Der geneigte Leser kann diese ständige Hetze gegen Wildtiere schon nicht mehr ertragen, aber wurscht, Hauptsache die Bauern freut’s. Ausgewogener und seriöser Journalismus sieht anders aus.

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Christian Schönnagel schrieb:


Auch ich habe vor kurzem einen Leserbrief geschrieben, der im Merkur nicht abgedruckt wurde, weil er wahrscheinlich nicht in dessen „Weltbild“ passte. Das war im letzten Dezember, und es ging dabei um die Meldung vom 16.12., dass die Regierung von Oberbayern die Schonzeiten für Rot-, Gams- und Rehwild verkürzt. Ich bemängelte in meinem Leserbrief das totale Ignorieren des Gerichtsbeschlusses vom 07.11.24 des BVerwG. in Leipzig durch die Bezirksregierung und warf ihr Rechtsmissachtung vor.
Die Vermutung des o.a. Kommentarschreibers hinsichtlich der Meinungsmanipulation durch diese Zeitungsgruppe kann ich nur bestätigen. In unserer Region hat sie Mangels Konkurrenz leichtes Spiel in dieser Hinsicht.

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Claudia Kisics schrieb:


Wenn das war ist, dass sich diese Jäger fern von Tradition, Anstand und Sitte benehmen, dann sind sie nicht würdig die Jagd auszuüben. Welch inakzeptables Benehmen und mit keinem Verstand rational erklärbarer Handlungen, sowie bewusstes Setzen von Handlungen zur Tierquälerei. Denn das Futter von Wildtieren mit ev. medikamentenausscheideten Urin zu kontaminieren, in der Notzeit, ist inakzeptabel und unentschuldbar und gehört meiner Ansicht bestraft.
Claudia Kisics

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Christine Miller schrieb:


Es sind hier zwei Jagdvorstände, das sind zwei Grundbesitzer in dem Revier Rottach-Egern, die die Fütterung des Rotwildes blockieren. Sie haben den zuständigen Jägern explizit verboten, das Wild zu füttern.

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Dr. Peter Gleißner schrieb:


Ich glaube es gibt kein Bundesland in dem so viele tierschutzwidrige,jagdliche Vergehen ungeahndet bleiben wie in Bayern. Gesetze, ob Tierschutz oder Jagd, werden durch Forst, Grundbesitzer und Bauernverband – angefeuert durch einen mitgliederschwachen ÖJV, ignoriert. Unser neu installierter Jagdminister Aiwanger erschöpft sich, aus Angst vor weiterem Wählerverlust bei vorgenanntem Klientel in ergebnisloser „Dampfplauderei“. Haben unsere Politiker nicht verstanden, dass es den Jägern schon lange nicht mehr um die viel gescholtene,traditionelle Jagd mit starken Trophäen und hohen Wildbeständen geht? Es geht uns um Tierschutz, es geht darum, dass jedes Tier den gleichen Anspruch auf einen artgerechten Lebensraum- und dies ohne Abstriche- wie der Mensch hat. Unsere Verantwortung ist, trotz unserer maßlosen und zerstörerischen Gier, dafür Sorge zu tragen. Dafür müssen wir gemeinsam mit „Wildes Bayern „ kämpfen.

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Oda Bergmeier schrieb:


Wildfuetterung soll und bleibt erlaubt sein.
Hinter den Jaegern steht eine Lobby. Ihr lässt euch nichts sagen und euch auch nicht belehren.

And Tierschutzgruenden allein sollte er weiter fuettern dürfen.

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Toni Zembsch schrieb:


Warum der Tierschutz sich nie gegen die unanständige langen, kontraevolutionären Jagdzeiten empört hat, ist mir unverständlich. Nirgendwo auf der Welt wird, wie bei uns das ganze Jahr auf den Wildtieren rumgeklopft – eine Schande für eine angeblich der Ökologie verpflichtete Kulturnation. In Bayern wird sogar in den Nationalparks auch im Winter auf Rotwild und Gams gnadenlos gejagt.Die behördlich forcierte, lang andauernde Bejagung ist Störfaktor Nr. 1 im Revier. Die Fütterung möglichst ganz verbieten und das Wild, woe es sich zeigt, intensiv bejagen, reduzieren – wer wundert sich da noch, dass die Wildschäden oft nichts weiter als kräftige Eigentore sind. Wer die Winterfütterung ganz verbietet, handelt zynisch und meines Erachtens unmoralisch. Das Wild ist ein Teil unserer Lebensgemeinschaft. Der Umgang mit dem Rotwild ist nichts anderes als ein Skandal und eines hochentwickelten Jagdwesens unwürdig

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Wildes Oberland schrieb:


Was ist an langen Jagdzeiten „konraevolutionär“. Meinen Sie, der Wolf, der Luchs und der Bär machen Winterpause und schlafen nachts?

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Christine Miller schrieb:


Solche laienhaften Vorstellungen hört man öfter. Wenn man verstehen will, welche Auswirkungen eine schrankenlose Bekämpfung von Wildtieren auf Verhalten, Physiologie, Raumnutzung und andere entscheidende Parameter im Leben von Wildtieren und ihren ökologischen Wechselbeziehungen hat, dann braucht es dazu ein Mindestmaß an Sachkenntnis (Ja, Bären halten Winterruhe und Wölfe dösen 90% ihrer Zeit ;-)). Die Schreiber vom „Wilden Oberland“ lassen klar erkennen, dass sie in diesem Bereich intellektuell nur teilmöbliert, bis besenrein sind.

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Wildes Oberland schrieb:


Geht auch bissl konkreter? So für den Laien, damit er verstehen kann, warum die unbegrenzten Jagdzeiten der Prädatoren weniger schädlich sind, als die gesetzlich vorgegebenen? Wenn es Ihnen schwer fällt, die komplexen Zusammenhänge kurz, knapp und verständlich zu formulieren, hilft Chat GPT gerne (frisst nur unfassbar viel Strom).

Walburga Maier schrieb:


Das ist ja der Wahnsinn ! Aber die Versammlungen der Jagdgenossenschaften stehen ja jetzt gerade an.
Was ich da nicht ganz begreife, welche Stellung hat eigentlich dieses auswärtige Forstunternehmen Zwölfer? Ist dieser Hannes Zwölfer der angestellte Jäger ? Kennt die Versammlung der Jagdgenossen die Inhalte des Arbeitsvertrages ? Für die jagdlich ausgeschlossenen Jagdgenossen sehe ich eigentlich nur die Möglichkeit rechtzeitig vor der Jagdversammlung schriftlich, möglichst mit vielen Mitstreitern die ihnen wichtigen Tagespunkte einzubringen und am besten auch bei der Unteren Jagdbehörde als Rechtsaufsicht hinterlegen zu lassen (z.B. Beschlussfassung zur Jagdbeteiligung der Jagdgenossen, Offenlegung des Anstellungsvertrages des angestellten Jägers, Ggf. Abmahnung/Kündigung des angestellten Jägers wegen Verstöße gegen das Bayer. Jagdgesetzes, Ggf. Abwahl und Neuwahl des Jagdvorstands). Und dann halt den Jagdvorstand solange nicht entlasten bis sie die Tagesordnungspunkte für eine Folgeversammlung aufnehmen.

Dieser Zwölfer treibt sich auch bei uns im Staatswald im Berchtesgadener Land rum. Was der da so treibt, weiß ich nicht, nur das die gepachtete Weittal-Hütte am Reichenhaller Staufen gleich mal in Flammen aufgegangen ist (Gottes Zorn ?). Aufgebaut wurde die Hütte natürlich gleich wieder, damit man sich´s über
dem noch bestehenden Rotwild-Wintergatter gemütlich einrichten kann.

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Wildes Oberland schrieb:


…und wir prüfen, ob wir Anzeige gegen Wildes Bayern erstatten wegen übler Nachrede und Verleumdung.

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Christine Miller schrieb:


Bitte schön 😉

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