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Dienstag, 19. September 2023

19. September 2023, 10:06    office@wildes-bayern.de

Wie bitte, Waldverjüngung ist komplex?


Aus der Schweiz erfahren wir etwas völlig Verblüffendes: “Wie die Waldverjüngung genau funktioniert, ist bisher kaum erforscht. ” Wie bitte?! Hat die Schweiz denn gar nicht mitbekommen, dass Bayern diese Frage längst umfassend und für alle Zeiten geklärt hat? Waldverjüngung hängt einzig und allein von dem Faktor Verbiss ab! Waldverjüngung klappt, wenn man vorher alles Wild totgeschossen hat! Sollte das den Eidgenossen wirklich entgangen sein?

Es scheint fast so. Denn kühn verkündet die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich, dass ihre Forscher gemeinsam mit jenen der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) “erstmals… einen Blick auf die Waldverjüngung in geschützten Wäldern Europas geworfen” hätten. Sie untersuchten das Aufkommen junger Bäume in fast 300 Naturwaldreservaten in ganz Europa. Weil für den Wildeinfluss auf dieser großen Basis keine Daten vorlagen, haben die Wissenschaftler das komplexe Zusammenspiel zwischen Baumarteneigenschaften, Walddichte, Störungen und Klima untersucht und analysiert. Wie jetzt, komplex… in unserem bayerischen Weltbild war die Erklärung doch immer so schön einfach und eindimensional?

Was bei der Schweizer Studie herauskam, ist vermutlich ein Schock für alle bayerischen Forstwissenschaftler: Richtet man den Blick mal nicht nur aufs Wild, dann geht es bei der Waldverjüngung um Licht, Hitze, Kälte, Wasser, Dürre und andere Faktoren in einem, wie gesagt, komplexen Zusammenspiel.

Hier mal die Zusammenfassung der Wissenschaftler in Kürze:

  • Konkurrenz zwischen Bäumen ist eine der treibenden Kräfte der natürlichen Waldverjüngung.
  • Wassermangel verschärft den Wettbewerb massiv, kleine Bäume werden unterdrückt.
  • In Mischwäldern spielen unterschiedliche Verjüngungsstrategien der beteiligten Baumarten zusammen.

Falls Ihr neugierig geworden seid: Hier findet Ihr die deutschsprachige Pressemitteilung der ETH Zürich

Und hier findet Ihr die ausführliche englischsprachige Studie, veröffentlicht im Journal of Ecology.

Bildquelle: Foto: Wildes Bayern/privat




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