Das große Engagement der Dillkreisjäger gegen liegengebliebene Zäune trägt offenbar Früchte: Wie die Untere Naturschutzbehörde des Lahn-Dill-Kreises dem Verein mitteilte, sieht sie nicht mehr benötigte Zäune, insbesondere mobile Weidezäune, im Außenbereich als naturschutzrechtlichen Verstoß an und kündigt Beseitigungsverfügungen an, sobald ihr ein solcher Sachverhalt bekannt wird.
Das sollte zwar sowieso Standard sein, aber längst nicht alle Behörden reagieren überhaupt auf Meldungen bzw. Anzeigen liegengebliebener Zäune. Hier sprechen wir aus eigener leidvoller Erfahrung, denn so manche unserer Anzeigen bleiben unbeantwortet oder umverfolgt oder werden abgewiegelt.
Die Dillkreisjäger haben nicht locker gelassen und immer neue Wege gesucht, und letztendlich ist es ihnen – laut eigener Beschreibung – gelungen, „Unterstützung bei den zuständigen Behörden zu erhalten – wir fanden bei der Unteren Naturschutzbehörde unseres Landkreises und im Veterinärdezernat des Regierungspräsidiums Gießen Gehör. Möglich wurde dies Dank prominenter Unterstützung: Carsten Braun sicherte noch vor seinem Amtsantritt als neuer Landrat spontan zu: ´Natürlich helfe ich da mit!` und die Leiterin des Veterinärdezernates beim RP Gießen Dr. Mona Schütz setzte das Thema kurzerhand auf die Tagesordnung der Bezirksdienstbesprechung der mittelhessischen Veterinärbehörden am 22. Oktober.
Ergebnis heute: Jagdpächter sind nicht mehr allein gelassen, wenn sie sich mit uneinsichtigen Weidetierhaltern oder Waldbesitzern wegen des Abbaus nicht mehr benötigter Weide- und Forstzäune in ihren Revieren auseinandersetzen müssen. Jetzt reicht ein Anruf bei der Kreisverwaltung in Wetzlar.
Und der im Herbst verendete Hirsch ist nach einer Anzeige des Jagdpächters inzwischen ein Fall für Veterinäramt, Polizei und Staatsanwaltschaft.“
Wir vom Wilden Bayern gratulieren herzlich zu diesem Erfolg kurz vor Weihnachten und wünschen uns von bayerischen Jagdkreisverbänden wie auch von den Behörden ein ebenso hartnäckiges und beherztes Durchgreifen!
Die entsprechende Pressemitteilung des Lahn-Dill-Kreises findet Ihr hier
Im vergangenen Jahr sind im Vereinsgebiet der Dillkreisjäger in Hessen mindestens 3 Hirsche durch nicht mehr benötigte und stehengelassene Weide- bzw. Forstzäune qualvoll verendet. Der Verband hatte mit Presseberichten und Anschreiben an einschlägige Verbände auf die Problematik der tödlichen Wildtierfallen insbesondere durch aufgelassenen Mobilweidezäune aufmerksam gemacht (siehe unten).Trotzdem ist in diesem Jahr erneut ein solcher Vorfall aufgetreten. Der von dem aktuellen Ereignis betroffene Jagdpächter hatte den Verband über den Vorfall unterrichtet und den Sachverhalt dem Ordnungsamt der Stadt Haiger angezeigt. Es besteht der Verdacht eines Verstoßes gegen § 17 Tierschutzgesetz.Dies nehmen die Dillkreisjäger jetzt zum Anlass, auf Kreis- und Bezirksebene ein konzertiertes Zusammenwirken von Veterinär-, Naturschutz- und Jagdbehörden, Gemeinden, Landwirtschaft, örtlichen Akteuren und der Jägerschaft zu initiieren.
Ursprüngliche Meldung vom 28. August 2023
Im Lahn-Dill-Kreis in Mittelhessen ist ein Hirsch in einem Weidezaun umgekommen. Er hatte sich in den Litzen verheddert und bei seinem verzweifelten Versuch, sich daraus zu befreien, unter anderem einen Zaunpfosten umgebogen, so dass er sich daran schwer verletzte. Die Schnüre schlangen sich immer weiter um seinen Kopf, und letztlich erdrosselte er sich selbst. Gefunden wurde er am 1. August leider erst, als er schon tot war.
Die Jäger des Dillkreises wie auch Wildes Bayern weisen anlässlich dessen nochmals darauf hin, dass Weidezäune nur so lange stehen dürfen, wie die Weide in Benutzung ist. Kommt kein Vieh mehr raus, müssen sie abgebaut werden – gammeln sie länger unbenutzt und offen herum, gelten sie als „Müll“ in der Landschaft, und den Besitzer trifft eine Entsorgungspflicht. Verfängt sich ein Tier in dem Zaun und verletzt sich oder kommt zu Tode, kann der Besitzer des Zauns für eine Straftat zur Rechenschaft gezogen werden.
Bildquelle: (c)Dillkreisjäger, (c)B. Fleischhacker, (c) Dillkreisjäger
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Es ist doch auffällig, dass die Staatsforsten, wenn es um Tierschutz geht, immer wieder unangenehm auffallen.