In Vorarlberg machen gerade tieftraurige Bilder vom Fötus eines erlegten Stücks Rotwild die Runde. Wie zu erwarten war, kochen die Emotionen rund um diese Bilder hoch und haben eine sehr wichtige Diskussion in Gang gesetzt. Dabei werden die Bilder zwar schonmal aus dem Zusammenhang gerissen und ihre Vorgeschichte ausgeblendet, doch die grundlegende Frage nach der Ethik und Begründung des Vorgehens bleibt.
Denn der Jäger, der die Bilder in Umlauf brachte, wollte damit keine „Trophäe präsentieren“, wie eine erschütterte Tierschützerin annahm, die darin „tiefgreifende Tierverachtung“ und eine „symbolische Machtdemonstration“ sah. Er wollte vielmehr die Öffentlichkeit genau über das in Kenntnis setzen, was die Tierschützerin dann auch erkannte, nämlich dass aktuell eine punktuell hohe TBC-Prävalenz als Begründung für verstärkte Abschüsse und Sonderanordnungen angeführt wird – deklariert als ‚Seuchenbekämpfung‘ und unter der Ägide der Vorarlberger Landesregierung.
Veröffentlicht wurden die Bilder durch einen Landwirt, nicht durch den Jäger selbst. Er hat sich mit Wildes Bayern in Verbindung gesetzt und schildert, dass er die Fotos vom verzweifelten Jäger als Beweis angefordert hatte, „um aufzuzeigen, was bei uns gerade abläuft“, wo „übermächtige Forstbehörden und der Waldvereins seit Jahren nahezu uneingeschränkt bestimmen, was in unseren Wäldern zu geschehen hat“.
Der Fötus sei auf seine Bitte hin detailliert fotografiert worden, „um aufzuzeigen, wie weit entwickelt die Embryos sind, wenn die Jäger behördlicherseits gezwungen werden, im Winter noch Muttertiere zu schießen. Die Zurschaustellung der Beute ist also keine „symbolische Machtdemonstration“, sondern eine verzweifelte Ohnmachtsdemonstration. Dieses unerträgliche Töten geschieht unter dem Deckmantel der TBC-Bekämpfung (wobei ich das Thema nicht verharmlosen will), ist aber vor allem eines: scheinheilig!“
In Egg wurde seinen Berichten nach auf Initiative des Waldvereins von heute auf morgen die Winterfütterung für Rotwild eingestellt. Der bisherige Pächter stieg daraufhin aus dem Jagdpachtvertrag aus (er hätte dann ja auch die zwangsläufigen Schäden an Forstpflanzen zu ersetzen gehabt), und die Jagd wurde an einen Schweizer Metzger und Wildfleischhändler verpachtet.
„Als Mitglied des Mellauer Jagdausschusses und aus meinen Beobachtungen sind die Abschussvorgaben mittlerweile derart hoch angesetzt, daß es jagdethisch und mit waidgerechter Jagd nur unter größten Anstrengungen möglich ist, diese zu erfüllen. In Egg war die Zielvorgabe beim Rotwild 40 Stück, erlegt wurden 100. Beim Rehwild 16 Stück, erlegt wurden 64.“
Der Waldverein jubelt – auch wenn es mit TBC-Bekämpfung rein gar nichts zu tun hat, wenn das Vierfache an Rehen erlegt wird wie im Plan steht. Oder, wie ein ehemaliger Funktionär dieser Lobbygruppierung einmal sinngemäß bei einer Veranstaltung sagte: Die Leute werfen Euch sowieso vor, dass Ihr unethisch handelt. Dann können wir auch gleich in die Vollen gehen!
Hier nochmal die Stimme des Landwirtes und Wildfreundes aus Vorarlberg: „Zum Schluss ist es mir wichtig zu betonen, daß ich selbst kein Jäger bin, sondern Alp- bzw. Waldbesitzer. Dies sage ich deshalb, weil der Konflikt zwischen Jagd und Grundbesitzern auch so eine „Teilwahrheit“ ist, die von Forst und Waldverein verbreitet und den Medien gerne nacherzählt wird. Es gibt sehr viele Grundbesitzer, die davon überzeugt sind, daß auch Wildtiere in unsere Wälder gehören!“
Und die Tierschützerin schreibt in ihrem Leserbrief weiter: „Die hier sichtbar werdende Geringschätzung tierlichen Lebens fügt sich in die Reihe (bio)politischer Entscheidungen ein – wie etwa auch im Umgang mit dem Wolf oder dem Biber –, bei denen Ko-Existenzmodelle kaum je ernsthaft bedacht werden, sondern hauptsächlich letal angegangen werden. Dennoch dürfen weder der Umgang mit Krankheitserregern noch Herausforderungen im Zusammenleben bedeuten, faktisch Freibrief für Ausnahmebewilligungen zur Aufhebung der Schonzeit zu sein und damit Enthemmung und Respektlosigkeit Bahn bereiten. Wo bleibt hier die ethische Vertretbarkeit, wo das Mindestmaß an Würde gegenüber lebenden Mitgeschöpfen?“
Die Vorgänge in Vorarlberg, wo im Schatten einer Tierseuche die Leidtragenden (Landwirte) gegen noch Leidtragendere (Wild) ausgespielt werden, um damit die politische Machtposition einer kleinen Clique von Forstlobbyisten zu zementieren, werden wir genauestens im Auge behalten und auch versuchen, dagegen vorzugehen. Unterstützt deshalb bitte uns und die anständigen Wild- und Naturfreunde in der Region!

Bildquelle: privat
UPDATE Weilheim: Schonzeit fürs Rotwild gilt wieder!
Vorfall Kanisfluh 2022: Drohnenpilot verurteilt
Reh, Rothirsch, Damwild… wer ist was?
Hessen: Vorbildliches Lebensraumkonzept für Rotwild
Rotwild retten? – die Mehrheits-Politiker im Bundestag sagen Nein!
Vom Umgang mit Notzeit und Fütterung
24. Februar – ein Stündchen Webinar über den Hirsch
Rottach-Egern: Das Hungern nimmt kein Ende * VIDEO*
18. April Rotwildforum in Niedersachsen
Offener Brief von Wildes Bayern an Miesbacher Kandidaten UPDATE
UPDATE Rottach-Egern: Jagdgenossen gehen auf die Barrikaden
Jagdskandal im Harz: Wildtiere leiden unter fragwürdigen Methoden
Petition in Sachsen: Drückjagden ab Ende Dezember einstellen!
Hirsche im Kanton Aargau oder: Guter Wille zum Wildmanagement
Das unterirdische Ende der Fahnenstange – Rotwildprozess in Kärnten
Rothirsch ist Tier des Jahres 2026
RotWildes Deutschland: Gesellschaft für Wildbiologie gegründet
Rotwild in der Rhön und darüber hinaus: Experten fordern offene Wanderräume
Erinnerung: Auerhuhn im Schwarzwald Vortrag 29.9.
Polizei ermittelt in Enterrottach: Jungtier krankgeschossen und liegen gelassen
Notzeiten gibt´s nicht nur im Winter – Tagungsband erschienen
Satirischer Grünbrückenpreis sucht Vorschläge!
Hirsche schützen heißt auch Wanderungen bewahren!
St. Gallen – eindrucksvolles Eintreten fürs Wild
UPDATE Gams-Freihaltungen in Vorarlberg unionsrechtswidrig
Rotwild-Forum Werra-Fulda fordert Jagdbeginn nicht vor 1. Mai
Maul- und Klauenseuche: Gefahr scheint gebannt
UPDATE Sauerei! Wildbrücke im Saarland zum Solarpark ausgewiesen
„Das Edelwild“: Jubiläums-Ausgabe 4 erschienen
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen
Es ist unerträglich, was hier geschehen ist! Wer zu dieser Jahreszeit weibliches Wild erlegt, hat sein Herz abgeben. Wo immer solch‘ unsägliche Taten (Straftaten?!) geschehen und bekannt werden, muss dies angezeigt werden.
Das kann jeder Bürger mit einem einfachen Gang zur Polizei machen.
Pfui Deifi, do derf i koan dawischn!
Danke für die Meldung an Dr. Christine Miller, so erfährt die „Welt“ davon!
Dank auch an Dich Christl und Deine Mitarbeiter/innen.
Ethik und Würde gegenüber allen Wildtieren fehlt es in den politischen Schreibstuben wo die Abschußquoten errechnet werden, ohne genaues Wissen und Gewissen! Die Politik versagt in dieser Hinsicht völlig und spielt ihre Macht aus! Der Forstwirtschaft ist vorzuwerfen, dass diese wahrscheinlich auf Grund von schnellen Geld in den Wäldern/Auwäldern eine Abholzung betreibt die einfach unfachlich und schrechklich ist. Mit großen Maschinen wird der selsible Waldboden galtt gemacht, die besten Bäume gefällt und alle Äste werden liegen gelassen, sodass ja kein Jungwuchs mehr aufkommen kann. Aufforstung ist auch eine Fehlanzeige. Der Wald ist die Heimat von vielen Wildtieren und der Mensch wütet darin als wäre ein Taifun darübergefahren! Traurige Bilder ist die Hinterlassenschaft. Das ist weder nachhaltig noch artgerecht! Der Lebensraum der Tiere wird dadurch noch mehr eingeengt, aber das ist der Politik und Witschaft egal!
Das bisschen wilde Leben in unserer bewirtschafteten Natur gilt es zu erhalten,…TBC können wir nicht ausrotten, sondern nur in Grenzen halten. Es bringt nichts Veranstaltungen zu machen, welche einseitig sind und dabei nichts herauskommt. Auf solchen Veranstaltungen glaubt Keiner dem Anderen. WAS FEHLT IST: !!!! Das gemeinsame Ziel mit einer Gruppe aus fachlichen Leuten von Landwirtschaft/Forst und Jagd und zwar nicht die, die am Lautesten sind, sondern solche die auf Augenhöhe Probleme lösen. Genau diese Gruppe sollte Veranstaltungen machen, alle anderen Kampagnen gehören zum Schutz für Vieh,Wild und Wald verboten. DANKE Ulrich
Ich bin der Betroffene Landwirt, dem der ganz viehbestand 7.1. 2026 gekeult wurde.
Meiner Kuh wurde mitte Dezember nachgewiesen ,das sie offene Tbc hat. Sie war 2022 das letzte mal auf der Alpe im Ifer in Schönebach. Wurde 22 und 23 als negativ getestet! Hat natürlich dann daheim mein Bestand verseucht.
Aber es ist zu Hundertprozent jetzt nachgewiesen, daß der tbc stamm ,zu dem Hirsch passt, wo 2023 Im ifer erlegt wurde. Also was der Hirsch über den Winter an der Massen Mastfütterung alles an Rotwild noch angesteckt hat, will ich garnicht denken.
Also da dickt eine Bombe ohne gleichen.
Und was das schießen von Trächtigkeit Tieren angeht, ist keines weiß lustig. Aber von den Jägern selbst verursacht.
Es gibt eine jagtfreigabe und wenn sie da mal in die gänge kämen, gäbe es das Problem nicht!
Übrigens hat bei mir eine junge Kuh am 25.12.2025 gekalbt. Musste gekeult werden. Kalb und Kuh. 7 stk wahren hochträchtig und 5 davon hätten im Jänner 2026 gekalbt. Das Kalb hat man gesehen wie es sich bewegt im Bauch der Kuh. Alle wurden am 7.1. Gekeult und entsorgt. Und meine hatten alle ei en Namen. Wo ist da der Tierschutz?? ? ????
Sowas halte ich kein zweites Mal aus
Weitmanns dank