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Mittwoch, 15. Oktober 2025

Scrollicon
Forststraße durch einen lichten Bergmischwald im Frühherbst, am Horizont etwas Nebel
15. Oktober 2025, 14:00    office@wildes-bayern.de

BaySf-Gewinnmeldung: Kasse statt Klasse


Das Unternehmen Bayerische Staatsforsten glänzt mit der vierten positiven Geschäftsbilanz in Folge – eigentlich ein Grund zur Freude, schließlich verwaltet das Unternehmen unsere staatlichen Wälder und damit einen sehr hohen Wert. Aus Sicht von Wildes Bayern ist der Gewinn aber anscheinend nie genug, um auch mal „großzügig“ sein zu können, und zwar mit unseren heimischen Wildtieren!
Die Supergewinne der BaySF können gar nicht so üppig sein, als dass nicht doch noch die Rehe dezimiert, die Hirsche geschossen und die Gams in der Schonzeit verfolgt werden müssten. Vielleicht hätte Jagdminister Hubert Aiwanger dazu sagen sollen, dass die Staatsforstenbetriebe in praktisch allen bayerischen Gebirgslandkreisen wieder Anträge auf Schonzeitaufhebungen gestellt haben.
Was uns Wildtierfreunde auch niemals freuen wird: Ein wachsender Anteil an den Gewinnen kommt nicht mehr aus Pflege und Erhalt von Wäldern und Natur. Er entsteht, indem die sensiblen Waldökosysteme radikal gerodet und in Windparks umgewandelt werden. Oft betrifft das Flächen, bei denen man vor der Rodung den Walduntergang durch Wildverbiss beschwor und entsprechend Druck machte, ob über Schonzeitaufhebung oder Abschusserhöhung.
BaySf-Vorstandsvorsitzender Martin Neumeyer stellte den Nutzungswandel in der Pressemeldung zur Bilanzkonferenz als Verdienst dar:

„Mit der kürzlichen Inbetriebnahme der drei Windenergieanlagen im Hofoldinger Forst befinden sich mittlerweile 104 Windenergieanlagen auf BaySF-Flächen in Betrieb. Weitere 8 Anlagen sind derzeit in der Errichtung. Mit Blick auf unser Ausbauziel – 500 Windenergieanlagen bis 2030 auf den Weg zu bringen – befinden wir uns auf einem guten Weg. Der Ausbau der Windenergie wird im laufenden und den nächsten Jahren an Fahrt aufnehmen. Aktuell sind 40 Standortsicherungsverträge für rund 180 neue Anlagen abgeschlossen. Weitere Standortsicherungsverträge für neue Windenergieanlagen in allen Landesteilen sind in Vorbereitung, sodass wir bis zum 1. Quartal 2026 bereits rund 300 Anlagen errichtet, in Bau oder vertraglich gesichert haben werden.“

Das Motto der BaySf lautet also offenbar weiterhin: Macht Kasse, und lasst Euch von der Natur dabei bloß nicht stören!

Einen BR-Bericht zur BaySf-Bilanzkonferenz finden Sie hier




Ninja Winter schrieb:


Es ist erschütternd. Der Mensch will sich nicht reduzieren. Sei es im Stromverbrauch oder Ressourcen schonen. Pfui deibel…

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