Aus aktuellem Anlass, nämlich der Brutsaison mit Beginn der Zeckenzeit, weisen wir nochmal darauf hin, dass Zeckenschutzmittel teilweise tödlich für die Natur sind!
Immer wieder wird bekannt, dass Medikamentenrückstände von unseren Haus- und Nutztieren, die – zum Beispiel über ihren Kot – in die Natur gelangen, dort tödliche Auswirkungen haben. Jetzt haben britische Forscher herausgefunden, dass Floh- und Zeckenmittel in Hundefell womöglich für das Sterben von jungen Wildvögeln verantwortlich sein könnten, wenn diese das Fell zum Nestbau verwenden. Darüber berichtet die Zeitschrift „Petbook“.
Einen weiteren Beitrag dazu von der Vogelwarte Sempach findet Ihr hier
Die Ergebnisse der Studie sind schockierend: Jedes untersuchte Vogelnest enthielt Rückstände von durchschnittlich mehr als 6 verschiedenen Giften!
Für ihre Studie analysierten die Forscher 103 Nester von Blau- und Kohlmeisen. Sie untersuchten vor allem das zum Nestbau verwendete Tierhaar auf 15 häufig verwendete Pestizide wie Fipronil (Insektizid gegen Flöhe, Läuse u. ä.), Imidacloprid (Neonicotinoid, Insektizid gegen Flöhe) und Permethrin (Insektizid gegen Milben) sowie deren Abbauprodukte.

De Montaigu et. al
Diese Stoffe sind als Pestizide in der Landwirtschaft zwar teilweise verboten, werden unter anderem aber noch in Floh- oder Antiparasitenmitteln für Nutz- und Heimtiere eingesetzt. Wer dann seinen Hund im Park bürstet und das Fell für die Vögel liegen lässt, bringt ihnen als trojanisches Pferd womöglich die Gifte mit in die Brutstätte.
Um mögliche Folgen des Schadstoffeintrags zu erfassen, schauten die Forscher auch nach Anzeichen von unbefruchteten Eiern und toten Vogelküken in den Nestern.
Die Untersuchung ergab, dass in allen getesteten Nestern Rückstände von Insektiziden nachweisbar waren, und zwar durchschnittlich von über sechs verschiedenen.
Fipronil war in 100 Prozent der Proben dabei, Imidacloprid und Permethrin in jeweils weit mehr als 85 Prozent. „Alarmierend war die Beobachtung, dass höhere Konzentrationen von Fipronil und Imidacloprid mit einer erhöhten Anzahl unbefruchteter Eier und toter Nestlinge einhergingen“, heißt es weiter in dem Artikel.
Der genaue Zusammenhang ist zwar noch nicht erwiesen, aber hier sind dringend weitere Studien nötig.
Den vollständigen Beitrag von Petbook könnt Ihr hier nachlesen
Die original Studie in englischer Sprache findet Ihr hier
Bildquelle: Wildes Bayern privat, 1-s2.0-S0048969725000737-ga1_lrg
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