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Dienstag, 17. März 2026

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Walzverbot gelockert: Für Märzhasen und Gelege der Tod
17. März 2026, 14:15    office@wildes-bayern.de

Walzverbot gelockert: Für Märzhasen und Gelege der Tod


Wiesen und Grünland dürfen in Bayern dieses Jahr nicht nur bis zum 15. März, sondern bis zum 1. April gewalzt werden. Darüber hat der Bayerische Bauernverband im Landwirtschaftlichen Wochenblatt informiert. Damit wird eine Regelung aufgeweicht, die im Zuge des Bürgerbegehrens Artenvielfalt 2020 erst eingeführt worden ist. Seither galt ein Walzverbot ab 15. März, das allerdings gebietsweise und zum Beispiel bei längerfristig nasser Witterung auch schon aufgeweicht wurde. Jetzt darf grundsätzlich bis 1. April gewalzt werden außer in Wiesenbrütergebieten.

Für Jungtiere wie die ersten Hasen und Bodenbrüter, die in diesen Flächen leben, ist das eine katastrophale Nachricht, denn sie sterben unter der Walze oder Egge zu 100 Prozent. Aus Sicht der Wildtierarten auf dem Feld müssten das Walzen und Eggen komplett unterbleiben, also während der ganzen Brut- und Aufzuchtzeit verboten sein. Diese beginnt angesichts der etwas milderen Temperaturen immer früher – schon im März, aber erst recht im April muss deshalb definitiv mit Gelegen und Jungtieren in den Grünflächen gerechnet werden.

Das Walzen nach dem Winter dient dazu, aufgefrorenen Boden einzuebnen und die Pflanzenwurzeln wieder in engen Kontakt zum Boden zu bringen, um das Wachstum zu fördern. Auch werden Maulwurfshaufen eingeebnet, damit der Boden später bei der Ernte nicht im Silagematerial landet. Die heutigen Landwirtschaftsmaschinen funktionieren am besten auf einer ebenen, festen, glatten Fläche – was das für unser Bodenleben bedeutet, kann sich jeder ausmalen.

Beim Eggen werden Pflanzen und Boden sozusagen „angekratzt“, um einerseits altes Pflanzenmaterial, Äste u. ä. nach dem Winter zu entfernen und andererseits die Pflanze zu animieren, mehr Halme pro Wurzelstock zu produzieren. Beide Methoden sind für junge Hasen oder zarte Bodenbrütergelege oder brütende Vogelmütter absolut todbringend. Sie werden zerquetscht oder zerrissen und zerfetzt.

Genauso wie das Tötungsverbot bei der Mahd gilt und Landwirte und Bearbeiter „eigentlich“ dazu zwingt, mit geeigneten Methoden wie Drohnen mit Wärmebildkameras, Jungtiere aufzuspüren und in Sicherheit zu bringen, muss das auch für Walzen und Eggen gelten. Lieber Kitzretter und Co. redet mit Euren Landwirten darüber. Vor allem in Niederwildreichen Gebieten, ist bei jeder Bodenbearbeitung die gebotene Vorsicht walten zu lassen! Wem das zu mühsam ist in der zweiten Märzhälfte, der kann sich bei Verband und Landwirtschaftsministerium bedanken für die Suppe, die ihm mit der erweiterten Walzerlaubnis eingebrockt wurde!

Die Meldung dazu aus dem Bayerischen Bauernverband können Sie hier nachlesen




Ludwig Fegg schrieb:


Das tut wirklich weh! Unsere Hasen und Wiesenbrüter haben es doch so schon viel zu schwer, zu überleben.

Habe unsere örtlich Rehkitzrettung informiert. Hoffe, sie suchen das Gespräch mit den Landwirten.
Ein Nachdenken unserer Politiker wäre auch sehr wichtig, um den vielfachen Tod zu vermeiden.
Heute ist Agrarministerkonferenz in Bad Reichenhall.

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Ulrich Haizinger schrieb:


Die Landwirte sollens richten ????
Und jeder zweite Gartenbesitzer läßt 24/7 seinen Mähroboter laufen !

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Ludwig Fegg schrieb:


Das soll wohl jeder, der mit Grund und Boden, mit Lebensräumen und der Bewirtschaftung derer, zu tun hat.
Eben alle Nutzer, Landwirte und Gartenbesitzer.

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Ulrich Haizinger schrieb:


Betonung liegt auf Soll !!!!!
Aber die Praxis zeigt leider etwas anderes.
Es wird mit zweierleih Maß gemessen !
Die Land- & Forstwire werden mit Vorschriften und Bürokratie überhäuft & gegängelt.
Und die Privatgärtner legen landauf & landab „Eisenbahnschottergärten“ mit „ökologisch“ fragwürdiger Kirschlorbeerumrandung an , lassen 24/7 den Mähroboter laufe & im Herbst kommt die Laubbläserorgie.
Der Landwirt wird bei Verstössen unverzüglich angezeigt (siehe diverse Blogbeiträge auf dieser Homepage), der Besitzer des Rasenmäherroboters und Laubbläsers kommt ungeschoren davon.
Aber Tierschutz ist nicht teilbar, egal ob Igel, Bodenbrüter, Amphibie oder Rehkitz !

Ludwig Fegg schrieb:


Aber Tierschutz ist nicht teilbar, egal ob Igel, Bodenbrüter, Amphibie oder Rehkitz !
Stimmt Herr Haizinger, da bin vollkommen Ihrer Meinung!

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Ulrich Haizinger schrieb:


Dann können sie mir auch sicher beantworten, wieso sich Ihr Verein so extrem auf die Landwirtschaft stürzt. Ich habe noch von keiner Strafanzeige gegen Rasenmäherroboterbetreiber gelesen und gehört.

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Ludwig Fegg schrieb:


Hier Anzeige zu erstatten steht jedem Bürger offen. Ist natürlich mit Arbeit, speziellem Engagement und privater Zeit verbunden.
Irgendwo sind wohl ganz einfach dem Ganzen Grenzen gesetzt. Es gibt so viele „tierische Baustellen“.
Außerdem immer auf andere zu zeigen ist einfach, selber anpacken ist schon schwieriger.

Hier ein Blog-Beitrag von Wildes Bayern:
02. März 2026, 10:00 office@wildes-bayern.de
SCHWANDORF: IGEL HABEN VORRANG VOR MÄHROBOTERN

Das ist ein großartiger und ermutigender Schritt für den Igelschutz: Der Landkreis Schwandorf hat in seinem Amtsblatt vom 23. Januar 2026 per Allgemeinverfügung den nächtlichen Betrieb von Mährobotern verboten. Wir danken der Naturschutzbehörde für ihren engagierten Einsatz zum Schutz der Tierart! Der Erfolg zeigt, dass jeder Landkreis etwas tun kann, wenn er nur will.

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Wendt schrieb:


Ein weiterer Beweis, wie hirnrissig das ständige Geschrei der Jäger nach höheren Abschüssen von Füchsen ist. Man behauptet, dies sei wichtig zum Schutz der Feldhasen und Bodenbrüter. Dabei sind es die Bauern, die diese rigoros vernichten. Doch nicht nur sie. Auch Amphibien werden immer weniger, weil die Bauern sie auf dem Weg zu ihren Laichgewässern entweder platt fahren oder mit Gülle überschütten. Denn auch das führt zum qualvollen Tod von Fröschen. Jeder Käfer, jedes Kriechinsekt, Igel, Reptilien, alles fahren die Bauern platt. Wen wundert es bei sechs- bis siebenmaliger Mahd im Jahr. Danach Millionen Liter an Gülle mindestens sieben Mal im Jahr auf Äcker und Grünland gekippt. Kunstdüngerduschen, Insektide usw. usf. Die intensive Landwirtschaft ist der Sargnagel für unseren Planeten und die Arten. Hinzu kommen noch jährlich 90 Milliarden an Umweltschäden durch die intensive Landwirtschaft. Sie ist Hauptverursacher des Insekten- und infolge des Igel-, Amphibien- und Wildvogelsterben. Das Aussterben der Arten begann mit der Flurbereinigung. Rigoros wurden Feldhecken vernichtet, immer grössere Schläge mit immer schwereren Maschinen, immer noch mehr Gülle und Pestizide. Dennoch hofiert von der Politik und unterstützt mit unseren Steuergeldern, dass es der Sau graust. Nicht Mähroboter und Schottergärten sind am schlimmsten Artensterben seit dem Aussterben der Dinosaurier schuld, sondern es ist die Landwirtschaft. Weil aber Söder und Co. und nahezu sämtliche Naturschutzverbände nebst fast allen Medien vor der Agrarlobby kriechen, wird in keinem einzigen Pressebericht mehr erwähnt, dass die Hauptursache für das Artensterben die intensive Landwirtschaft ist. Sogar die meisten Kitzretter sind zu feige, Bauern, die Wildtiere vermähen, anzuzeigen. Unwahr, dass die Bauern mit Vorschriften überhäuft werden, wie Herr Haizinger behauptet. Denn diese haben bei der Politik Narrenfreiheit. Erkennt man auch gut daran, dass die Stoffstrombilanz abgeschafft wurde, damit die Bauern weiterhin Gülle bis zum Anschlag raushauen können. Strafanzeigen gegen Bauern, die Kitze vermäht haben, verlaufen meistens im Sande, weil offensichtlich selbst die Justiz von der Politik geimpft wurde, die Bauern straffrei davon kommen zu lassen. Das Bienen-Volksbegehren von Anfang an eine Nullnummer, wo der Bürger von den daran beteiligten Naturschutzverbänden und der Politik verarscht wurde. Denn dieses Begehren hat null, null für die Arten gebracht. Hat den Naturschutzverbänden einzig zur Spendengenerierung gedient und der Politik zur Wählergenerierung, denn leider haben zu viele Unterzeichner nicht das perfide Spiel durchschaut. Erkennbar auch daran, dass jetzt wieder genauso gewalzt werden darf wie vor dem Begehren. Die Bodenbrüter sind der Politik wurscht. Was zählt sind einzig die Wählerstimmen der Bauern und die gilt es bei Laune zu halten. Koste es, was es wolle.

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Ulrich Haizinger schrieb:


Leider, leider keine Ahnung, und von dem sehr viel !

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Wendt schrieb:


Tja. Typisch Bauer: Die Wahrheit vertragen sie nicht. Immer mehr Menschen durchschauen, dass die intensive Landwirtschaft der Hauptverursacher des Insekten- und infolge Artensterbens ist. Man hält stur am Walzen fest und fährt die paar Amphibien, Bodenbrüter und Junghasen, die wir noch haben, auch noch platt. Ein weiterer Beweis, wie sehr den Bauern das Artensterben aufgrund ihrer naturschädigenden Bewirtschaftung am Arsch vorbeigeht. Nicht zu vergessen, die unzähligen vermähten Wildtiere jedes Jahr, weil die meisten Bauern zu faul sind, Wildschutzmaßnahmen vor der Mahd zu treffen. Nur wenn’s um Subventionen und sonstige Fördergelder abgreifen geht, da werden sie munter und sind die ersten, die die Hand heben. Schlimmste Tierquälereien in der Nutztierhaltung. Aus Profitgier werden immer noch höhere Abschüsse vom Wild gefordert. Alles was den Profit des Bauers in irgendeiner Form schmälert, muss rigoros eliminiert werden. Biber, Saatkrähen, Wildgans, Wildschwein, Wolf, ja sogar Maikäfer Engerlinge müssen sterben, nur weil die Bauern das fordern. Kein Wunder, dass das Ansehen der Bauern in der Öffentlichkeit immer noch tiefer sinkt. Angesichts dessen zu versuchen das Artensterben Mährobotern und Schottergärten in die Schuhe zu schieben ist an Dreistigkeit kaum mehr zu überbieten. Es reicht ein Blick auf kilometerweit überdüngtes Hochleistungsgrünland und monotone, stark verdichtete Maisäcker so weit das Auge reicht, um zu erkennen, wer der wahre Übeltäter ist, der Natur und Arten dahinrafft.

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